• Eine 18-köpfige Crew sorgt auf der Freilichtbühne Moosegg für Aufregung, Musik, Gesang – und natürlich auch für Herz und Inspirationen. · Bilder: Simon Schwab

  • Eine 18-köpfige Crew sorgt auf der Freilichtbühne Moosegg für Aufregung, Musik, Gesang – und natürlich auch für Herz und Inspirationen. · Bilder: Simon Schwab

21.07.2017
Emmental

Keine Ruhe im «stillen» Waldkurhaus

Auf der Waldbühne auf der Moosegg wird in diesem Sommer die Komödie «Die Räuberhochzeit» von Paul Steinmann gespielt – eine skurrile Geschichte mit der gewohnt erstklassigen Inszenierung unter der Regie von Simon Burkhalter, die an verschiedenen Spieldaten noch bis am 19. August aufgeführt wird.

Moosegg · Es sind merkwürdige Gäste, die im Kurhotel und Landgasthof «Eggemoosbad» absteigen: Das Ehepaar Professor Schneuwly, das seine erkaltete Liebe im stacheligen Tannennadelbad wieder zum Entflammen bringen will. Der Komponist Franz von ... (excusé, er will anonym bleiben) mit seinem gewitzten Diener. Er sucht Stille und Inspiration, findet aber nur das Eine. Madame Charlotte de Bouvier aus sehr gehobenen Verhältnissen, die im Kurhotel darauf wartet, abgeholt zu werden. Es bleibt allerdings offen, ob ihr «Verehrer» seine verwöhnte – und teure – Freundin zurückhaben will. Der Dichter Gottfried Keller, auch er ausgebrannt und im Kurhotel mitten im Wald auf der Suche nach neuen guten Gedanken zum Dichten und Geschichten schreiben.

Keine Langeweile
Eigentlich kommen schlussendlich alle auf ihre Rechnung, aber nicht so wie sie es sich vorgestellt haben. Stille? Keine Rede. Allein schon die resolute Wirtin des Kurhotels und Landgasthofs «Eggemoosbad», ihre unzimperlichen heiratsfähigen Töchter, Sami, der Knecht, welcher an allen Ecken und Enden Räuber ausmachen will, sorgen dafür, dass es im «Eggemoosbad» nie langweilig wird. Die «Ungereimtheiten» werden zusätzlich durch die Mägde aufgemischt, die zwar die Weisheit nicht gerade löffelweise erhalten haben, aber durchaus ihren Beitrag zu «Action» leisten.

Hilfe aus der Kurhotel-Crew
Kein Wunder also, dass weder eine neue Operette noch eine neue Geschichte entstehen. Dichter und Komponist kommen in Bedrängnis. Da greifen die Wirtetochter Louise und Sophie, die Schwester der Wirtin, tatkräftig ins Geschehen ein. Das Singspiel «Die Räubertochter» steht, bevor es je zu Blatt gebracht worden ist.

Passend zur Umgebung
Jeden Sommer wird auf der Waldbühne ein Volksstück aufgeführt. Im Zentrum stehen Stücke, welche einen starken Bezug zum Emmental und zu seinen Bewohnern haben oder von den Gegebenheiten der Waldbühne her auf die Moosegg passen. Die Stücke werden umrahmt von neukomponierter Szenenmusik. Ein 18-köpfiges Ensemble, bestehend aus spiel- und singfreudigen Amateuren, spielt auch dieses Jahr auf dem Berg.
Das Stück «Die Räuberhochzeit» stammt von Paul Steinmann, die Musik dazu wurde von Bruno Leuschner komponiert. Regisseur ist Simon Burkhalter; Bühnenbildner und Ausstatter ist Oskar Fluri, und die Gewänder wurden von der Kostümbildnerin Renate Tschabold entworfen und hergestellt.
Mit viel Aufwand wird das Stück insgesamt 26-mal aufgeführt; zudem sind zehn Ersatzspieltage eingeplant. Die Vorstellungen dauern noch bis zum 19. August.

Infos: www.freilichtspielemoosegg.ch

Von Liselotte Jost-Zürcher

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