• Sie bestritten das Podium (von links): Markus Meyer (Moderation), Roger Schibler, Beat Siegrist, Kurt Bläuenstein, Samuel Jenzer und Christoph Neuhaus. · Bild: Irmgard Bayard

21.09.2018
Oberaargau

Kleine Korrekturen sind noch möglich

Auf Initiative des überparteilichen Komitees «Umfahrung Aarwangen» lud die Bauherrengemeinschaft Verkehrssanierung Aarwangen-Langenthal Nord (Kanton und Aare Seeland mobil) zu einem Info-Abend für die Bevölkerung der Standortgemeinden ein. Das Fazit: Noch sind kleinere Korrekturen möglich – mehr aber nicht.

Bützberg · Wenn es um die Umfahrung Aarwangen geht, ist das Interesse gross. Dies zeigte sich erneut am Info-Abend für die Bevölkerung der Standortgemeinden in der Mehrzweckanlage in Bützberg. Diese war mit rund 350 Personen praktisch voll besetzt.
Zum Auftakt gab Regierungspräsident Christoph Neuhaus (Direktor Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern) einen Überblick über das Projekt sowie Einblicke in die laufenden Abklärungen. Zur Planung äus­serte sich Kreisoberingenieur Roger Schibler. «Aktuell sind wir an der Prüfung der Tunnelverlängerung Richtung Bützberg», erläuterte er. Die günstigste Tunnelvariante «kurz» entspricht dem Vorprojekt mit einer Tunnellänge von 500 Metern. Der Tunnel «mittel» sieht eine Tunnelverlängerung von 330 Metern vor und würde 34 Millionen Franken (+ 25 Prozent) mehr Kosten. Eine Tunnelverlängerung von plus 565 Metern würde Mehrkosten gegenüber dem Vorprojekt von 43 Prozent oder 59 Millionen Franken bedeuten. Für beide längeren Tunnel würde weniger Fruchtfolgefläche beansprucht. Das Ergebnis wird im November erwartet.
Roger Schibler stellte zudem die Idee des «Überparteilichen Komitees Umfahrung Aarwangen» vor. Dergemäss soll südlich des Spichigwaldtunnels die Umfahrung gegen Osten in Richtung Aarwangen verschoben und in den Hardkreisel (Brünneli) münden. Diese Variante sei geprüft worden, habe sich jedoch nicht durchsetzen können, so Schibler.

Bedenken bleiben
In der anschliessenden, von Grossrat Markus Meyer geleiteten Podiumsdiskussion, kamen neben Christoph Neuhaus und Roger Schibler die beiden Gemeindepräsidenten von Aarwangen und Thunstetten-Bützberg, Kurt Bläuenstein und Beat Siegrist, sowie Samuel Jenzer vom Komitee Umfahrung Aarwangen zu Wort. Siegrist befürchtet einerseits, dass der Verkehr in Bützberg massiv zunehmen wird, hofft jedoch, dass wenigstens das Gebiet Welschland vom Schleichverkehr entlastet wird. «Ich bin überzeugt, dass wir den heutigen Schleichverkehr mit geeigneten Massnahmen in den Griff kriegen, ohne dass es den Tunnel ‹mittel› oder ‹lang› oder eine gänzlich andere Linienführung braucht», entkräftete Roger Schibler diese Befürchtungen. Er versprach zudem, unverzüglich mit den Gemeinden Massnahmen festzulegen, sollte der unerwünschte Verkehr auf den Gemeindestrasse tatsächlich zunehmen.

Schorentunnel wäre Ideallösung
Bläuenstein ist von der heutigen Linienführung überzeugt, kann sich jedoch eine umweltfreundlichere Variante ausserhalb des Waldes vorstellen. Diese wird vor allem von den Bützbergern favorisiert, «denn damit würde das Bützbergtäli als Erholungsgebiet und die Biodiversität erhalten bleiben», wie Beat Siegrist sagte.
Samuel Jenzer äusserte noch einmal seine Bedenken zum vorgesehenen Anschluss in die Zürich-Bernstrasse, der seiner Meinung nach nicht funktioniert. Beim Thema Mehrverkehr kam auch der im Publikum anwesende Stadtpräsident von Langenthal, Reto Müller, zu Wort. Er erklärte, dass vor allem auf der Bützbergstrasse viele Massnahmen geplant seien. Sein mit einem Augenzwinkern vorgetragener Vorschlag, wenn schon über die Tunnellänge diskutiert werde, könnte doch gleich eine Ultraversion mit dem Schorentunnel in Betracht gezogen werden, wurde mit Gelächter und Applaus honoriert.
Applaus gab es auch zu verschiedenen, mehrheitlich kritischen Voten aus der Versammlung. Ein Besucher aus Thunstetten wünschte sich zudem lieber Sofortmassnahmen im Quartier, als Diskussionen über «die grosse Sache». Auf die Frage aus dem Saal, wie man sich konkret noch einbringen könne, antwortete Christoph Neuhaus: «Sie können mir oder Roger Schibler mailen. Wir werden die Hinweise in der weiteren Planung miteinbeziehen.» Zudem bestätigten Neuhaus wie Schibler, dass zwar das Projekt nicht total geändert werden könne, ein paar Verschiebungen im Bereich einiger Meter jedoch durchaus möglich seien.

Von Irmgard Bayard

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