• Kranzgewinner Roman Sommer aus Wasen war in Grindelwald der erfolgreichste regionale Schwinger. · Bild: Yanick Kurth

27.06.2017
Sport

König Wenger triumphiert am Heimfest

Oberländisches Schwingfest in Grindelwald – Kilian Wenger heisst der Sieger am Oberländischen Schwingfest in Grindelwald. Ihm wurde der Schlussgangvorzug gegenüber dem Titelverteidiger von 2016, Bernhard Kämpf, gewährt. Dort bodigte er den Seeländer Florian Gnägi. Die Regionalen hatten ihre Mühen– Roman Sommer (Wasen), Matthias Aeschbacher (Rüegsauschachen), Marcel Bremgartner (Thörigen), Dominik Zangger (SK Langenthal) und Valentin Steffen (SK Sumiswald) sicherten sich aber das begehrte Eichenlaub.

Schwingen · Am frühen Sonntagmorgen hatte Petrus noch kein Mitempfinden mit den Schwingsportfans – es regnete aus Kübeln. Als die ersten Schwinger im Anschwingen zusammengriffen, trudelten noch viele Zuschauerinnen und Zuschauer in die Schwingarena. Wegen des schlechten Wetters sind einige etwas später aufgetaucht und verpassten somit die ersten Kämpfe. Bis zum Schluss waren es dann deren 5200 Fans, die den 195 Athleten eine unglaubliche und heimelige Atmosphäre boten.

Kilian Wenger in Topform
Der erste Schwinger, der als Schlussgangteilnehmer feststand, war Florian Gnägi (Aarberg). Kilian Wenger (Horboden) und Bernhard Kämpf (Sigriswil) wiesen nach fünf Gängen die gleiche Punktzahl auf. Das Kampfgericht gewährte dem Berner Oberländer Schwingerkönig aber den Vorzug. Speziell: Auch die Notenblätter der beiden Athleten waren identisch. Zum letzten Mal standen sich die Schlussgangteilnehmer Wenger und Gnägi am «Kantonalen» in Meiringen gegenüber. Damals endete dieser Gang mit einem Remis. Nicht so am Sonntag. Kilian Wenger bodigte den Seeländer Florian Gnägi nach zehn Minuten mit Kurz und stand als alleiniger Tagessieger da. Für Wenger ist es der 18. Kranzfestsieg. Er konnte seine Topform in Grindelwald ausgezeichnet abrufen.

Roman Sommer mit gutem Resultat
Roman Sommer aus Wasen war der beste Schwinger aus dem Verbreitungsgebiet des «Unter-Emmentalers» (Rang 7a). Er stellte im Anschwingen mit Remo Schenkel aus Gerzensee. Vor dem Mittag legte er Lorenz Berger aus Niederscherli und Ruedi Kappeler aus Reutigen auf den Rücken. Kurz nach 13 Uhr wurde wieder geschwungen. Über den Mittag war nun auch die Sonne zum Vorschein gekommen und heizte den Schwingplatz mächtig ein. Im vierten Gang liess er Thierry Neukomm aus Champoz keine Chance und siegte. Im fünften Gang traf der Wasener auf den späteren Festsieger Kilian Wenger. Von ihm musste sich Roman Sommer das Sägemehl vom Rücken putzen lassen. Für Kilian Wenger bedeutete dies die Maximalnote von 10,00 Punkten, welche nötig war, um in den Schlussgang zu gelangen. Im alles entscheidenden sechsten Gang brachte Sommer Andreas Schletti aus St. Stephan zum Fallen und durfte sich somit über den begehrten Kopfschmuck freuen.

Thöriger holt den Kranz
Marcel Bremgartner aus Thörigen verzeichnete am «Oberländischen» vier Siege. Seine Siegesrezepte fand der Schwinger vom Schwingklub Langenthal gegen den Frutiger John Grossen, Kaspar Wyss aus Meiringen, Hansueli Schütz aus Reichenbach und Michael Scheuner aus Bleiken bei Oberdiessbach. Im zweiten Gang musste er sich dem Einheimischen Schwingerkönig Matthias Glarner beugen. Im vierten Gang verlor Bremgartner unglücklicherweise gegen den Sigriswiler Lorenz Waber. Mit 56,50 Punkten resultierte der Thöriger auf Rang 7e, dies noch vor den Gebrüdern Thomas und Matthias Sempach, die sich ebenfalls punktegleich den 7. Rang teilen mussten. Schwingerkönig Sempach konnte mit einem wahren «Gestellten-Festival» von gleich drei Gängen nicht an der Front mitmischen. Als Matthias Sempach seinen vierten Gang mit Niklaus Zenger stellte, war er im Kampf um den Tagessieg ausgeschieden.

Aeschbacher und Steffen noch knapp mit Eichenlaub
Matthias Aeschbacher traf im Anschwingen auf den Berner Oberländer und Schwingerkönig Matthias Glarner. Die beiden Athleten riskierten wenig – so endete der Gang resultatlos. Das Spitzenduell zwischen Matthias Aeschbacher und dem Wolhuser Beat Wampfler endete ebenfalls gestellt. Auch sein sechster Gang mit dem «Eidgenossen» Hansruedi Lauper aus Gasel ging gestellt aus. Mit Patrick Kohli aus Mamishaus, Marc Scheidegger aus Pfaffnau und Lorenz Waber aus Sigriswil fand «Disu» dann Siegesrezepte. Trotz dem äusserst schweren Programm gegen gleich drei «Eidgenossen» holte Aeschbacher den Kranz (Rang 8c). Mit der gleichen Punktzahl von 56,25 Punkten holten auch Dominik Zangger vom Schwingklub Langenthal (Rang 8a) und Valentin Steffen aus Koppigen und Schwinger beim Schwingklub Sumiswald (Rang 8e) den begehrten Kranz.

Schenk und Steffen mit grossem Pech
Weniger Glück hatte der «Eidgenosse» Patrick Schenk. Er verpasste den Kranz nur um den verflixten und ärgerlichen Viertelpunkt. Gleich ging es Gustav Steffen aus Koppigen (Schwingklub Sumiswald). Patrick Schenk musste im ersten Gang bereits gegen den Berner Oberländer Niklaus Zenger ran – der Gang endete nach Ablauf der Zeit aber gestellt. Patrick Schenk stellte auch seinen zweiten Gang mit Urs Schütz aus Reichenbach. Somit standen die Chancen auf eine Spitzenplatzierung bereits schlecht. Am Schluss wies Schenk drei Siege auf. Patrick Walther aus Huttwil fehlte lediglich ein halber Punkt zum Kranzgewinn (Rang 11b).Mit drei gewonnenen Gängen und zusätzlich zwei Unentschieden mischte der Huttwiler relativ gut mit, zumal in Grindelwald viele Topathleten im Einsatz standen. Beat Wampfler aus Wolhusen konnte seine Schwingerkarierre mit dem 27. Kranz abschliessen. Auf den Schultern von seinen Teamkollegen wurde er mit einer «Standing Ovation» aus der Arena verabschiedet. Ein würdiger Abschluss eines grossen Schwingers.

Auszug aus der Rangliste: 1. Kilian Wenger, Horboden, 58,25; 2. Bernhard Kämpf, Sigriswil, 58,00; 3.a Florian Gnägi, Aarberg, 57,50; 3.b Ruedi Roschi, Oey, 57,50; 4.b Matthias Glarner, Meiringen, 57,25; 7.a Roman Sommer, Wasen, 56,50; 7.e Marcel Bremgartner, Thörigen, 56,50; 7.g Matthias Sempach, Alchenstorf, 56,50; 8.a Dominik Zangger, SK Langenthal, 56,25; 8.c Matthias Aeschbacher, Rüegsauschachen, 56,25; 8.e Valentin Steffen, SK Sumiswald, 56,25; 9.b Gustav Steffen, SK Sumiswald, 56,00; 9.d Patrick Schenk, Wasen, 56,00; 11.b Patrick Walther, Huttwil, 55,50; 11.g Michael Weyermann, Lotzwil, 55,50; 11.p René Berger, Rüegsauschachen, 55,50; 11.q Konrad Steffen, SK Sumiswald, 55,50; 13.c Patrick Steffen, Grünenmatt, 55,00; 13.f Kilian Gehrig, Sumiswald, 55,00; 15.b Lukas Jäggi, Gutenburg, 54,50.

Von Yanick Kurth

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