• Im fünften Gang musste Konrad Steffen (Turnerschwinger) gegen Lorenz Waber aus Sigriswil einen Gestellten hinnehmen. · Bild: Bettina Keusen

06.06.2017
Sport

«Kranzgewinne sind ganz spezielle Erfolge»

Interview: Stefan Leuenberger im Gespräch mit Konrad Steffen, Schwingklub Sumiswald – Der 1994 geborene Konrad Steffen vom Schwingklub Sumiswald holte sich am «Oberaargauischen» seinen siebten Kranzgewinn. «Jeder Kranz bedeutet mir besonders viel», meint der beste Regionale im «UE»-Interview.

Schwingen · Siebtbester Schwinger (Rang 4b) und damit bester Regionaler am «Oberaargauischen». Ein gutes Gefühl?
Ja, mehr als nur. Ich habe bei meinem dritten Kranzfest dieser Saison bereits den zweiten Kranz gewonnen. Es läuft ausgezeichnet.

Wie fällt Ihre Wettkampfbilanz aus?
Die Startniederlage gegen Lukas Renfer war sicherlich schlecht. Allerdings hat sie mich wachgerüttelt. Ich wusste, dass jetzt nichts mehr schieflaufen darf, wenn ich reüssieren will. So gesehen hatte der Fehlstart auch eine positive Seite. Ich war danach parat. Ein nach wie vor flaues Gefühl habe ich, wenn ich an den dritten Gang denke. Es ist immer unschön, wenn sich der Gegner verletzt. An dieser Stelle wünsche ich Remo Zürcher nach seinem Kreuzbandriss raschmöglichste Genesung und Rückkehr.  

Schmälert es Ihre starke Leistung, weil Sie keinen «Eidgenossen» auf dem Notenblatt stehen haben?
Einverstanden, ich hatte nicht das allerschwerste Blatt. Aber ich habe meine Aufgaben gemacht. Und für die Einteilung war ich nicht verantwortlich.

Am 18. Mai 2013 in Aarwangen gewannen Sie am «Oberaargauischen» ihren ersten Kranz. Nun in Niederbipp war es bereits Ihr vierter Kranzgewinn am «Oberaargauischen»? Wieso liegt Ihnen dieses Fest so gut?
Dieses Fest findet immer am Samstag statt. Dies liegt mir. Und bei allen vier Kranzgewinnen am «Oberaargauischen» herrschte schönes Wetter. Dies dürfte aber eher Zufall sein. Schön am «Oberaargauischen» ist die Tatsache, dass auch die Schwinger am Abend etwas am Fest teilhaben können, da am Sonntag frei ist.

Wo ordnen Sie den sonntäglichen Erfolg in Ihrem Palmarès ein?
Für mich sind Kranzgewinne immer ganz spezielle Erfolge, weil ich hart dafür kämpfen und für eine Realisierung einfach alles zusammen stimmen muss.

Was haben Sie im Gabentempel ausgewählt?
Ich habe mir schon immer eine grosse Treichel gewünscht. Bei meinen bisherigen Kranzgewinnen war keine mehr verfügbar, als ich zur Preisauswahl schreiten durfte. In Niederbipp klappte es nun.

Wo hängt sie?
Im Wohnzimmer meines Elternhauses. Endlich musste mein Vater eine seiner Glocken abhängen, weil ich eine grössere heimbrachte (lacht).

Ihr schönstes Erlebnis am Pfingstsamstag?
Dies war das Gefühl nach dem Sieg im sechsten Gang. Ich war besonders nervös, weil ich gegen meinen gleichaltrigen Rohrbacher Kollegen Roger Aebi antreten musste. Nach meinem Sieg löste sich die Anspannung.

Nun steht das «Kantonale» vor der Tür. Werden Sie in Affoltern auch im Nationalturnen antreten?
Ja. Ich werde vier Vornoten und sechs Zweikämpfe absolvieren. Der Kranzgewinn ist mein Ziel.

Und was soll am Schwingfest eine Woche später resultieren?
Auf dem Weg ins Training fahre ich immer am Festplatz vorbei. Da kommt es schon vor, dass ich vom Kranzgewinn zu träumen beginne. Es wäre sehr schön, diesen verwirklichen zu können. An beiden Festen den Kranz zu gewinnen, wäre der absolute Hammer.

Notenblatt von Konrad Steffen: 0 Lukas Renfer 8,50; + Hans Santschi; + Remo Zürcher 9,75; + Cyril Vonlanthen 9,75; - Lorenz Waber 9,00; + Roger Aebi 10,00.  

Alle Notenblätter: www.esv.ch

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