• Der Verwaltungsrat der Kühni AG freut sich, dass es mit dem Objekt Kompetenzzentrum nun endlich weitergeht (von links): Ueli Haldemann, Ulrich Kühni, Markus Gerber und Ernst Kühni. · Bilder/Modellbilder: zvg

20.10.2017
Emmental

Kühni AG kann Neubau endlich realisieren

Die Erfolgsgeschichte um die Kühni AG aus Ramsei geht weiter: Der stetig wachsende Holzbau-Gesamtanbieter mit 165 Mitarbeitenden wird den Betrieb wie vorgesehen erweitern können. Die Geschäftsleitung hat über den Stand des Projekts informiert.

Ramsei · Für das Team um Verwaltungsratspräsident Ernst Kühni ging es für einmal etwas harziger vorwärts als gewohnt: Ursprünglich wollte die Kühni AG ihr Kompetenzzentrum Holz auf dem Areal der ehemaligen Gärtnerei Schöni – es befindet sich gleich gegenüber der Hauptstrasse – schon Ende 2016 eröffnen. Das Bauvorhaben geriet wegen dem negativen Bericht des Amts für Wasser und Abfall zwischenzeitlich ins Stocken, gegen das generelle Baugesuch gab es hingegen keine Einsprachen. Unter dem vor zwei Jahren gekauften Areal befindet sich jedoch die in die Jahre gekommene Wasserfassung der Gemeinde Lützelflüh. Ernst Kühni betonte gleich zu Beginn: «Dass wir endlich loslegen können, haben wir den Verantwortlichen der Gemeinde Lützelflüh zu verdanken.» Neuer Wasserbezugsort wird nun das Pumpwerk Schlossberg in Rüegsau.
Ernst Kühni sieht in der Verzögerung das Positive: «Das Projekt ist heute ausgereifter als im Februar des letzten Jahres.» Jetzt erwarte man bis Ende Jahr die ordentliche Baubewilligung. Ganz so schnell müsse der Bau danach nicht zwingend fertig sein. Zwar hoffe man, schon im Januar mit dem Rückbau beginnen und im Frühling die Aufrichte feiern zu können. Auch die Passerelle über die Strasse möchte man schon Mitte nächstes Jahr montieren. «Sollte die Auftragsauslastung allerdings in den kommenden Monaten extrem hoch sein, dann würden wir die Prioritäten verschieben. Das 30-Jahr-Jubiläum im Frühling 2019 wird jedoch bestimmt mit der Eröffnung des neuen Kompetenzzentrums stattfinden», versichert Kühni.

Mit Holz – ohne Beton
Auffallen wird der Neubau, der 3,5 Millionen Franken kostet, garantiert. Das müsse er auch, wie Kühni mahnt, denn die Konkurrenz gebe gehörig Gas und man wolle unbedingt mitziehen. Darum realisiere man etwas besonders Einladendes. Er sagt: «Das dreistöckige Kompetenzzentrum soll die Bauleute und Kunden faszinieren und all unsere Kompetenzen aufzeigen. Gebaut wird praktisch nur mit Holz – betoniert wird nichts. Das Gebäude wird in der Mittelzone des Neubaus einen schönen Lichteinfall aufweisen und insbesondere der Realisation der Treppe wird eine hohe Beachtung geschenkt.» Es wird möglich sein, nach draussen zu gehen und vom Attikageschoss aus wird man überdies einen Blick übers ganze Kühni-Areal haben. Das einladend gestaltete Parterre mit Ausstellungsraum wird zudem mit grossen Schaufenstern versehen und der Vorplatz kann für fremde Ausstellungen oder vielfältige Anlässe verwendet werden.

Marketingzeichen Passerelle
Damit nicht genug: «Weil das neue Gebäude durch eine Passerelle mit der Produktionshalle verbunden wird, werden sich die Wege verkürzen und man rückt näher zusammen», sagte Kühni weiter. Auch die Synergien mit der Generalunternehmung Kühni sollen dadurch gestärkt werden. Zu dieser Brücke, die mit einer Spannweite von rund 20 Metern über die Hauptstrasse Burgdorf–Langnau führen wird, sagte er: «Sie wird wegen der Ablenkungsgefahr der Verkehrsteilnehmenden relativ geschlossen, jedoch immer noch ein riesiges Marketingzeichen sein. Auch nachts, denn dann wird sie etwas beleuchtet.» Der Verkehr müsse übrigens während dem Bau für weniger als eine Woche umgeleitet werden, denn die meisten Bauteile können vorproduziert werden.
Die Vorfreude aller Beteiligten ist spürbar und die Euphorie zeigt sich in Ernst Kühnis Schlusssatz: «Verkauft wird mit dem Auge, darum muss die Ambiance der Besprechungen einzigartig sein.» Er sagts und setzt sich zu den Angestellten – was zum Gesamtbild passt, denn eine Teppichetage soll es bei der Kühni AG auch zukünftig nicht geben.

Von Remo Reist

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