• Die Künstlerin Maria Zürcher in ihrem Atelier in Huttwil. Sie wurde vor allem durch ihre Blumenbilder bekannt. · Bild: Elsbeth Anliker

02.05.2018
Huttwil

«Malen gehört ganz einfach zu mir»

Die Kunstmalerin Maria Zürcher aus Huttwil ist sehr vielfältig in ihrem Schaffen. Vom gegenständlichen Aquarell hat sie sich in Richtung abstrakter Moderne bewegt. Ihre Werke zeigt sie vom 6. bis 21. Mai im Museum Salzbütte in Huttwil. Ein Besuch bei der Künstlerin.

«Das ist mein Reich», sagt Maria Zürcher und bittet in ihr lichterfülltes Atelier unter dem Dach eines grossen Mehrfamilienhauses. Maria Zürcher hat strahlende Augen und ein herzliches Lächeln. In ihrem Atelier stehen fertige und noch unvollendete Werke. Die Auswahl der Bilder für die Ausstellung im Museum Salzbütte in Huttwil stehe fest, sagt die Künstlerin. Dabei streicht sie mit den Händen liebevoll über die Konturen eines Gemäldes in kraftvoll leuchtenden Farben, das sie wie üblich immer wieder überarbeitet und perfektioniert hatte.

Kunst war ihr Weg
«Seit meiner Kindheit male ich unglaublich gern», erzählt Maria Zürcher und erinnert sich, wie sie als Mädchen Kinderbücher gemalt und mit Schnüren gebunden hat. «Das Malen gehört ganz einfach zu mir.» Sie wusste, dass Kunst ihr Weg ist, auch wenn diese mit der Familiengründung etwas in den Hintergrund treten musste. Heute hängen ihre Werke in der Schweiz, Paris, London, Japan, Finnland und den USA. Sie aber ist auf dem Boden geblieben und mag kein grosses Aufheben um ihre Person. «Mein Schaffen ist Leidenschaft», sagt sie. Und der Kunst den gebührenden Platz in der Gesellschaft zu geben, ist ihr ein Anliegen.

Gleich Anfragen bekommen
Die Kunstmalerin hat ein Atelier in Huttwil, wo sie aufgewachsen ist und lebt. Sie war bereits 50 Jahre alt, als ihre Künstlerkarriere mit einem steilen Start begann. «Gleich nach der ersten Ausstellung erhielt ich Anfragen von Galerien, die meine Bilder ausstellen wollten», erzählt sie lächelnd. Seit fünf Jahren hat sie eine eigene Galerie – die «Cre Art» an der Dorfstrasse in Grindelwald. «Das Gletscherdorf wurde zur zweiten Heimat der Familie», erzählt die Galeriebesitzerin, die mindestens einmal pro Woche im Bergdorf weilt. Dort öffnet sie ihre Galerie gerne gerade auch jungen Kunstschaffenden und gibt ihnen so Gelegenheit, ihre ersten Werke auszustellen.

Vom Aquarell zur abstrakten Moderne
Seit Maria Zürcher im Jahr 1986 ihre erste öffentliche Ausstellung gestaltete, hat sich viel in ihrem Malstil verändert. Vom gegenständlichen Aquarell mit zarten Blumenmotiven hat sich ihr Schaffen zur abstrakten Moderne hinbewegt. «Blumenbilder aber mag ich noch immer», sagt sie. Ihr Fokus jedoch liegt immer mehr auf moderner Kunst. «Abstrakte Bilder regen den Betrachter zu eigenen Interpretationen an, so Maria Zürcher. Betrachtet man also etwa das grosse Ölgemälde in ihrem Atelier – eine prachtvolle Farbensinfonie in Rot- und Goldtönen – kann man sich gut Menschen in hohen Häusern vorstellen. «Meine Bilder sprechen vielmals auch junge Menschen an», freut sich die Künstlerin, die im Herzen jung geblieben ist.

Farbenprächtige Kompositionen
Maria Zürcher liebt klassische Musik, insbesondere Mozart, und sie spielt selber Klavier. Gerne lässt sie sich von Komponisten wie Beethoven oder Mozart inspirieren. Eines ihrer Werke heisst «Beethoven». Die Palette ihres Schaffens ist breit. Sie ist auch Mitglied der «Gilde Schweizer Bergmaler» und ist für ihre Darstellungen von Berggipfeln weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. In ihren farbenintensiven Kompositionen stecken philosophische Gedanken und winzige Details, die einem erst beim zweiten oder dritten Hinsehen auffallen. Auch ihre Offenheit und ihr weiter Blick auf die Welt spiegeln sich in den Werken wider. Für ihre Collage-Mischtechnik verwendet sie, wenn immer möglich, Farbstoffe aus der Natur, wie Sand, Erde, Asche, Eisenstaub und Kohle – Silber und Gold. «Ich experimentiere sehr gerne mit Farben, Licht und Raum», sagt sie. So spricht jedes Bild für sich, hat seine eigene Ausdruckskraft und zieht mit seiner Leuchtkraft den Betrachter in den Bann. Die Ausstellung ist als «Retro-spektive – Prospektive» angelegt und zeigt Werke aus den verschiedenen Schaffensphasen der Künstlerin. Es ist ihre fünfte Ausstellung in Huttwil, neben ungezählten anderen. «Malen ist mein Leben – es steckt viel Kraft und Energie in meinen Bildern», sagt Maria Zürcher, die ihr Wissen, ihre Liebe und Leidenschaft zur Malerei in Workshops und Malseminaren weitergibt.

Gut zu wissen
Die Vernissage der Ausstellung von Maria Zürcher – im Museum Salzbütte in Huttwil, Kulturzentrum Salze – ist am kommenden Samstag, 5. Mai, 17 Uhr. Die Ausstellung dauert vom 6. bis 21. Mai: Mittwoch jeweils 19 bis 21 Uhr; Samstag und Sonntag sowie Auffahrt und Pfingstmontag jeweils von 14 bis 17 Uhr.

Von Elsbeth Anliker


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