• Vor der Jungfernfahrt – ein grosser Moment für Manfred Loosli.

  • Der Loosli-Küchen-Ballon in der Nähe von Schötz LU. · Bilder: Liselotte Jost-Zürcher

05.10.2017
Oberaargau

Mit beiden Füssen am Boden – mit dem Herzen in luftiger Höhe

Loosli Küchen, das erfolgreiche, schweizweit tätige Unternehmen aus Wyssachen, darf sich sehen lassen. Neu auch in luftiger Höhe: Am letzten Mittwoch fand die Jungfernfahrt des neuen Loosli-Küchen-Ballons statt. Loosli Küchen AG produziert hochwertige Küchen mit einem motivierten Handwerkerteam auf modernen Maschinen Swiss Made. Mit Ausstellungen in Wyssachen, Langenthal und Volketswil und neu mit dem Loosli-Ballon will das Unternehmen seine Beachtung stärken.

Wyssachen · Die Idee musste einige Jahre lang reifen, bis sich Geschäftsführer Manfred Loosli entschloss, einen firmeneigenen Ballon anzuschaffen. Einen – ebenfalls firmeneigenen – Piloten hat er allerdings schon seit längerem. ­Roland Friedli ist Mitglied der Geschäftsleitung von Loosli Küchen und begeisterter Ballonpilot. Er war es auch, der die Initiative für das attraktive Werbemittel ergriff.
Nun also gibt es ihn, den leuchtend grünen Loosli-Küchen-Ballon. «Es ist ein spezieller Moment für mich», sagte der strahlende Geschäftsführer vor der versammelten Loosli-Crew, bevor er sich zur Jungfernfahrt aufmachte. Zuerst habe er von einer solchen Anschaffung absehen wollen. «Gspunne, protzig – das chöi mer nid verantworte», seien die Bedenken gewesen.

Bewusste Marketingarbeit
Inzwischen hat er Parallelen zwischen dem Ballonfahren und seiner Firma gefunden. «Eine Ballonfahrt muss geplant, die Risiken ausgeschlossen werden. Und es braucht einen verantwortungsbewussten Piloten. Wenn man einmal in der Luft ist, ist kein Halt mehr möglich. Man muss zufahren – bis zur sicheren Landung gibt es kein Zurück mehr.»
Das sei auch in einer Firma so. Investitionen müssten geplant werden. Habe man sie einmal getätigt, gelte es nur noch vorwärts zu schauen und sie sinnvoll einzusetzen.
«Wir wollen nicht protzen, aber wir wollen beachtet werden», hielt er fest. In den letzten Jahrzehnten seien gros­se Investitionen getätigt worden, um den – inzwischen rund 150 – Mitarbeitenden einen sicheren, attraktiven Arbeitsplatz zu gewährleisten und auch in Zukunft noch mehr Arbeitsplätze zu schaffen.
Qualität, die Liebe zum Handwerk und die erstklassige Kundenbedienung seien die Grundlagen dazu. «Das Schweizer Handwerk ist uns ein grosses Anliegen, welches wir mit www.loosli.swiss unterstreichen. Doch: «Wir müssen auch fortlaufend Einfluss auf unsere Auftragslage nehmen. Das heisst, wir müssen auffallen und gesehen werden. Nicht nur am Boden, sondern nun eben auch in der Luft.» So sei der neue, schöne Ballon bewusste Marketingarbeit; unter anderem anstatt Messebesuche, die für die Firma viele Kosten auslösen würden.
Rund fünf Jahre lang will Loosli Küchen das Team von Ballonfreunde.ch unterstützen und in Zusammenarbeit mit diesem Ballonfahrten unternehmen. So wird Pilot und Geschäftsleitungsmitglied Roland Friedli in Zukunft vermehrt durch die Luft fahren und Kunden, Besucher, Mitarbeitende und Freunde mit dem grünen Loosli-Küchen-Ballon mit Ausblicksfahrten, Teilnahmen an Anlässen und Wettbewerben begeistern. Die Firma ihrerseits, ein über 60-jähriges, sehr erfolgreiches Familienunternehmen mit Tradition und Verwurzelung im Emmental-Oberaargau, blickt nach wie vor voraus – mit beiden Füssen fest am Boden.

Fünf Mitarbeiter ausgelost
Unter anderem sind bereits in diesem Herbst Neuinvestitionen im CNC-­Bereich geplant, um künftig noch effizienter das umfassende und kundenorientierte Angebot an Küchen, Schränken, Inneneinrichtungen und Bademöbeln produzieren zu können.
Mit dieser Verheissung und der Überzeugung «mit beiden Füssen am Boden – mit dem Herzen in luftiger Höhe» stieg Manfred Loosli in den Ballonkorb, um die Jungfernfahrt des auffallenden, freundlich-grünen Loosli-Küchen-Ballons zu begleiten. Es war ein traumhafter Abend. Um noch mehr Menschen das Erlebnis zu ermöglichen, stiegen zwei weitere Ballone in die Luft. Unter den Loosli-Mitarbeitenden wurden fünf Glückliche ausgelost, die ebenfalls mitfahren durften. Eineinhalb Stunden dauerten die Fahrten über Wyssachen, Eriswil, Huttwil, Ufhusen bis nach Schötz. Kaum merklich wurde die Höhe von 3000 Metern über Meer erreicht. Das Wolkenspiel über dem Jura, die grüne Landschaft und – nun auf gleicher Höhe – die Berge, welche von leichtem Dunst umhüllt waren, sorgten für ein unvergessliches Erlebnis. Bei den Passagieren, aber auch bei den Piloten. Oft schien der Ballon in der Luft «stehen» zu bleiben. «Das täuscht; er bleibt nie am selben Ort», lächelte der sehr erfahrene Pilot Stefan Wälchli, der mit seinem Migros-Ballon ebenfalls unterwegs war. «Eben fahren wir mit 20 km/h.» Und in wenigen Minuten war der Ballon, fast ebenso unmerklich, 500 Meter gestiegen. «Das Schöne am Ballonfahren ist: Jede Fahrt, jeder Moment ist einmalig, nichts wiederholt sich.»
Sicher brachten die Piloten die Ballone in der Nähe von Schötz zu Boden. Nicht nur die Passagiere, sondern ­viele weitere helfende Hände von Klein und Gross halfen, den Korb bei der Landung am Boden zu behalten, anschliessend beim Ballon «die Luft hinaus
zu lassen» und die grossen Hüllen
zusammenzufalten und aufzurollen. Auch für die «am Boden Gebliebenen» sind die Ballone ein Erlebnis. Der neue Loosli-Küchen-Ballon hat seine Jungfernfahrt erfolgreich absolviert.

Von Liselotte Jost-Zürcher

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