• Marco Bliggensdorfer hat beim Konzert in Langenthal die Massen begeistert. Bei seinen Gassenhauern haben die Besucher jeweils lautstark mitgesungen. · Bild: Leroy Ryser

19.11.2018
Langenthal

Mit Gassenhauern das Publikum begeistert

Bligg hat im Parkhotel das zweite Konzert seiner Tour «KombiNation» abgehalten. In der Westhalle hat er dabei gegen 2000 Zuhörer mit neuen Hits und bekannten Chartstürmern begeistert. Im zweiten Teil hielt er dann auch noch eine besondere Überraschung bereit.

Euphorisch, mit viel Energie und Begeisterung – in etwa so hat das Konzert von Bligg in Langenthal am vergangenen Samstag begonnen. Mit dem Song «Volksmusigg» hat er seine Fans ab dem ersten Moment für sich gewonnen und sie zum Mitsingen, Mittanzen und Mitfeiern angestiftet. Im Interview mit dem «Unter-Emmentaler» hat der bekannte Entertainer verraten, dass ihm insbesondere diese Interaktion wichtig ist. Er wolle unbedingt Energie und positive Gefühle rüberbringen und seine Zuhörer mit seiner Power «anstecken», denn, «wenn ich an ein Konzert oder ins Kino gehe, dann will ich etwas fühlen. Deshalb ist das mir wichtig.» Noch mehr interagiert hat Bligg mit seinen Fans derweil nach dem Konzert. Auf der gesamten Tour bietet er nach dem Ende seines Auftritts eine Autogrammstunde an, mit welcher er seinen Besuchern etwas zurückgeben will. «Einerseits ist es mir wichtig, weil daraus immer wieder gute Gespräche entstehen und ich erfahre, was den Menschen an meiner Musik gefällt», sagt der 42-Jährige. «Vor allem aber gibt es heutzutage viele Möglichkeiten der Unterhaltung und so freut es mich, dass die Leute überhaupt kommen wollen und Eintritt zahlen. Deshalb will ich mehr als nur eine 0815-Show bieten.»

Das Leben als treibende Kraft
0815 war diese derweil überhaupt nicht. Zwei Stunden vor dem Auftritt wurden die Türen geöffnet, so konnten sich die Zuhörer aufs Konzert einstimmen. Dieses lebte natürlich von seinen bekannten Hits wie «Legände und Heldä», «Mundart» oder «Musigg i dä Schwiz», aber auch neue Songs wie «Im freiä Fall» vermochten zu begeistern. Für den Schweizer Rapper typisch besingt er dabei aus dem Leben greifbare Geschehnisse und lässt nachdenken. So singt er in diesem Song über eine Trennung eines Liebespaars, im Song «Stammtisch» singt er von einer Barschlägerei und in «Us Mänsch» versucht Bligg eine Antwort auf die Frage «Wer bin ich» zu geben. «Natürlich ist das Leben die treibende Kraft hinter meinen Songs. Ein Teil ist immer auch Fiktion, persönliche Erlebnisse gehören aber dazu», sagte Bligg und verriet dass auch Rosalie so entstanden ist. «Als wir am Text schrieben und ich gemeinsam mit meinem Produzenten beim Mittagessen war, kam jemand und fragte: «wolle du eine Rose kaufen» – und der Song entstand.» Dieser war am samstäglichen Konzert in Langenthal derweil wenig überraschend ein Selbstläufer, kannten doch alle Anwesenden den Text auswendig und sangen entsprechend lautstark mit.

Marc Sway mit Überraschungsauftritt
Marco Bliggensdorfer, der mit über 500 000 verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Schweizer Mundartsängern gehört, hat seine Tour «KombiNation» zwei Wochen vorher gestartet, bis am 26. Januar wird er nun an unterschiedlichen Orten in der Schweiz seine Songs präsentieren. In Langenthal musste er dies aber nicht etwa alleine tun, überraschte er doch hier seine Fans kurz vor Schluss. Im abgedunkelten Konzertsaal betrat er die Bühne für die erste Zugabe nämlich gleich mit Marc Sway. Die Überraschung vermochte Bligg dann aber auch gleich zu überrumpeln. Sway bat nämlich «Fäbu» und «Jasmin» auf die Bühne, wo «Fäbu» unter frenetischem Jubel seiner angebeteten einen Heiratsantrag machte und diese Ja sagte. Begeistert und hocherfreut reagierte schliesslich nicht nur «Fäbu» als seine in der 31. Woche schwangere Frau «Ja» sagte, sondern gleich auch Bligg und Marc Sway. Gemeinsam sangen die beiden in der Folge mit ganz viel Energie ihren Song «Us Mänsch» und ernteten dafür enthusiastischen Jubel vom begeisterten Publikum.

Nervosität gehört dazu
Für Bligg sind solche Auftritte wie jener am Samstag in Langenthal zwar nichts Neues mehr, widmet er sich doch schon über 20 Jahren der Musik in seinem Leben. Wie er dem «UE» jedoch verriet, gehört weiterhin vor jedem Auftritt eine gewisse Nervosität dazu: «Immer mehr würde ich sogar sagen», schmunzelt der Vater eines Sohnes. Je älter man wird, desto vorsichtiger sei man im Leben. «Ich habe in meiner Tour meine Hände überall im Spiel und deshalb weiss ich, wie viel schiefgehen könnte. Aber diese Nervosität ist kontrollierbar und gehört irgendwie auch dazu.»
Auf der Langenthaler Bühne hat man davon nichts bemerkt. In einer fast zweistündigen Show hat er die Westhalle des Parkhotels beinahe zum Glühen gebracht. Letztlich setzte er mit den Songs «Lah sie redä» und «Chef» zum abschliessenden Höhepunkt an, wo er sich abermals von seinen mitsingenden Fans ebenso begeistern liess, wie sie sich von ihm mitreissen liessen. «Es ist ungemein schön, wenn man die Arbeit im Studio dann auch auf der Bühne präsentieren kann», kommentierte Bligg seinen Auftritt. Dies ist ihm in Langenthal eindrücklich gelungen.

Von Leroy Ryser

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