• Der schöne Weiler Schmidigen und die Umgebung des «Wilden Mann» bieten eine perfekte Kulisse für die Freilichtspiele. · Bilder: ljw

  • Der schöne Weiler Schmidigen und die Umgebung des «Wilden Mann» bieten eine perfekte Kulisse für die Freilichtspiele. · Bilder: ljw

17.08.2018
Emmental

Mit «Jeremias» in die nächste Spielsaison

OK-Präsident und Initiant Walter Käser hat am Donnerstagabend seine vierte Freilichtspiel-Saison Schmidigen eingeläutet: Gemeinsam mit Regisseurin Barbara Matter-Leuenberger lud er mögliche Darstellende und die Nachbarn zum Informationsabend ein. Der Saal im Gasthof «Zum Wilden Mann» in Schmidigen war vollbesetzt – das «Team» von 60 Darstellenden dürfte schon bald beisammen sein. Im Sommer 2019 soll das Stück aus Gotthelfs «Bauernspiegel», «Jeremias», aufgeführt werden.

Schmidigen-Mühleweg · «Ich sehe viele bekannte Gesichter – das ist ein gutes Zeichen. Aber auch viele Neue sind hier», freute sich Barbara Matter-Leuenberger am Donnerstagabend in Schmidigen.
Nach «Die Glätterin» 2010, «D Schattmattbuure» 2013 und «D Lindouere» 2016 hat sie auch für das dritte Freilichtspiel im schönen Weiler Schmidigen ein anspruchsvolles Stück ausgesucht. «Jeremias», der berndeutsche Fünf-Akter von Ueli Remund, handelt nicht vom Dichter Jeremias Gotthelf, sondern von einer Figur, die er in einer seiner Geschichten im «Bauernspiegel» porträtiert hat. Jeremias ist ein Halbwaisenkind, das sich als Verdingbub durch seine Kinder- und Jugendjahre schlagen muss. Er bewährt sich als junger Knecht, aber nur kurz zeigen die Zeichen nach oben. Seine Frau stirbt bei der Geburt des ersten Kindes. Erst in der Fremdenlegion findet er zu sich selber und damit auch wieder in die Heimat zurück.

60 Darstellende und viele Requisiten
Die erfahrene Regisseurin hat die Hauptrollen bereits im Vorfeld und in Zusammenhang mit der Stückwahl vergeben. 60 Darstellende inklusive Statisten braucht es insgesamt.
Eine Herausforderung, die sich nach dem Info-Abend wohl schon weitgehend ergeben haben dürfte. Der Saal im «Wilden Mann» Schmidigen war vollbesetzt mit Interessierten. Wer schlussendlich eine Sprechrolle übernimmt, wird – je nach Anzahl Szenen, die mit der jeweiligen Rolle belegt werden – bereit sein, ab Dezember bis zu dreimal wöchentlich zu lesen und später zu proben. Nur über Weihnachten, in der Sportwoche und in den Frühlingsferien wird es je eine Woche «Probeferien» geben. «Eine schöne, aufregende und gemütliche Zeit, aber auch eine anstrengende», beschrieb Barbara Matter-Leuenberger.
Mit einem Blick in den Saal wünschte sie sich noch weitere mitmachende Kinder für die Statistenrollen, damit die Szenen echt wirken. Aus den Anwesenden tönten allerdings diesbezügliche Rückmeldungen schon recht verheissungsvoll.
Abgesehen von den Rollenbesetzungen formulierte die Regisseurin noch eine ganze Reihe Wünsche, von denen aber am Donnerstagabend ebenfalls schon etliche in Erfüllung gingen. Etwa ein ruhiges Pferd, das verschiedene Wagen ziehen wird, weitere Tiere, Wagen, Blechkessel zum «Feuer löschen», jemanden, der den «Bohnenplätz» betreut … Zusagen erhielt sie mehrere. Der eine oder andere wird wohl in der nächsten Zeit seine möglichen Requisiten näher inspizieren und für das Freilichtspiel bereitstellen.
Dem OK-Präsidenten Walter Käser und der Regisseurin stehen im OK Karin Haslebacher, Thomas Aeberhard, Beat Hiltbrunner und Franziska Christen zur Seite. Es sind 15 Vorstellungen vorgesehen, für fast jede auch ein Ersatzdatum. Das heisst, ab 12. Juli 2019 (Première) bis 10. August 2019 (Dernière) kann wetterbedingt ausser Sonntag fast jeder Tag ein Spieltag sein. Gespielt wird grundsätzlich Freitag, Samstag und Mittwoch sowie am Donnerstag, 8. August.

Treue Sponsoren
Nach den erfolgreichen Spielsaisons 2010, 2013 und 2016 wird die Tribüne auf 245 Plätze vergrössert. Kulisse wird wiederum der heimelige Weiler Schmidigen rund um das Restaurant zum Wilden Mann sein. Es ist vorgesehen, dass ab 1. März 2019 neu auch online reserviert werden kann.
Der gesamte Aufwand ist gross, nicht nur vor und hinter den Kulissen, sondern auch finanziell. So ist das Freilichtspiel nur dank den grosszügigen Sponsoren und dank vielen Freiwilligen möglich. Hauptsponsorin ist wiederum die Ersparniskasse Affoltern.
Als Co-Sponsoren zeichnen die Druckerei Schürch AG, Huttwil (auch Me-dienpartnerin), Janssen Bedachungen, Schmidigen-Mühleweg, Bruno Käser Schweinehandel, Walterswil, und Loosli Küchen, Wyssachen.

Infos
www.restwildenmann.ch

Von Liselotte Jost-Zürcher

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