• Hans-Ueli Müller, VR-Präsident (links), und der stellvertretende Mopac-Geschäftsführer Kaspar Wisler besuchen auf dem Rundgang den Mitarbeiter Arif Memethi, der laufend mit dem Aufrüsten und Anpassen von Maschinen beschäftigt ist. · Bild: Liselotte Jost-Zürcher

24.01.2018
Emmental

Mopac mit verheissungsvollem Neustart

Nach einem Jahr «neue Mopac Wasen» zieht Hans-Ueli Müller, der das Unternehmen auf Anfang 2017 übernommen hat, Bilanz. Diese fällt gut aus, sogar sehr gut und vor allem verheissungsvoll für die Zukunft der Firma. Die Grosskunden sind der Mopac treu geblieben, die Mitarbeiter setzen sich motiviert und engagiert ein. Das Unternehmen will sich dem Wettbewerb stellen und nach Möglichkeit wieder wachsen.

 

Wasen · In den letzten Monaten hat sich in der Mopac Wasen viel getan. Die Spezialmaschinen in der Liegenschaft in Eriswil sind abgebaut und in Wasen wieder installiert und in Betrieb genommen worden. Dadurch konnte innerhalb der betrieblichen Abläufe viel an Effizienz gewonnen werden. Die Arbeitswege sind kürzer, das Personal vielseitiger einsetzbar, und dank guter Planung sind die Maschinen gut aus-
gelastet.
Aber auch hinter den Kulissen läuft das Unternehmen auf Hochtouren. Wichtige Infrastrukturen wurden angepasst, und mit Pinsel und wenigen baulichen Verbesserungen haben schon jetzt Räumlichkeiten, teils auch Fassaden oder einzelne kleine Liegenschaften, ein freundliches Aussehen erhalten. Der frische Wind, der sich augenfällig bemerkbar macht, hat einen hervorragenden Einfluss auf die Arbeitsmoral des Personals.

Wichtige Wertschätzung
Dessen Wertschätzung ist dem Unternehmer und Firmeninhaber Hans-Ueli Müller ein grosses Anliegen: «Die Menschen, die sich täglich für die Mopac einsetzen, sollen sich bewusst sein, welch wertvolle Arbeit sie leisten», sagt er gegenüber dem «Unter-Emmentaler». Und ebenso wichtig sei es, dass sie untereinander kommunizieren würden. «Die einen müssen wissen, was die andern im Betrieb tun und benötigen; so kann die Effizienz zusätzlich gesteigert werden.»
Die Verhandlungen mit den Grosskunden habe er begleitet. Das hat sich gelohnt: Es gelang der Firma teils auf Jahre hinaus wichtige Verträge abzuschliessen.
Als er zusammen mit dem VR und der GL vor gut einem Jahr begann, die neue Mopac umzustrukturieren, bewegte sich Hans-Ueli Müller zwar mit viel Erfahrung – in den 1990er-Jahren gelang ihm und seinem Team der Turnaround bei der FL Metalltechnik AG in Sumiswald und seit 2010 in Deisswil der Umbau der alten Kartonfabrik in den Bernapark – aber dennoch auf schmalem Grat. Mit einem Drittel des Personals, das heisst mit rund 60 Mitarbeitenden, nahm er nach dem bewährten Prinzip «Kaizen» die Herausforderung der neuen Mopac Wasen an. Inzwischen sind hier wieder über 80 Mitarbeitende tätig. Und Hans-Ueli Müller plant weiter: «Ich bin mehr als zufrieden mit dem Geschäftsgang.» Aber wenn man sich nachhaltig auf dem Markt etablieren und weiter wachsen wolle, habe man noch einige Entwicklungsarbeit vor sich.

Der «Unter-Emmentaler»: Ein Jahr lang wurde die neue Mopac Wasen nach dem neuen Konzept geführt. Wie hat sich die Firma in dieser Zeit entwickelt?

Hans-Ueli Müller, Unternehmer und VR-Präsident: Der Neustart ist uns gut gelungen. Es hat sich in diesem Jahr schon einiges bewegt. Wichtige Kunden liessen sich überzeugen, weiter bei der Mopac Wasen zu beziehen. Ich möchte betonen, dass die Substanz der Firma seit vielen Jahren überzeugt, sonst wäre das nicht möglich gewesen. Wir müssen realistisch sein. Um uns nachhaltig neu aufzustellen und zu bewähren, brauchen wir mehr als ein Jahr. Sowohl bei der Belegschaft als auch im Bereich Investitionen werden Anstrengungen nötig sein, doch bin ich für die Zukunft zuversichtlich.

Haben sich Ihre Erwartungen beim Geschäftsgang erfüllt?
Der Geschäftsgang hat unsere Erwartung übertroffen.

Und bei der Motivation der Mitarbeitenden?
Die Mitarbeitenden ziehen mit. Das ist sehr erfreulich und gibt Schub. Wir haben die Beschäftigtenzahl von initial 60 schon auf 80 ausgebaut. Dabei konnten wir Mitarbeitende übernehmen, die zunächst noch im Rahmen der Ausproduktion der alten Mopac (heute 2MPAG) tätig waren. Die Ausgangslage war für diese Leute nicht einfach; dennoch haben sie sich mit ihrem guten Einsatz für die Übernahme durch die Mopac Wasen AG (MWAG) empfohlen. Für die Gesamtheit der Mitarbeitenden war es motivierend, dass wir sie für den guten Geschäftsgang zusätzlich finanziell belohnen konnten.

Wie hat sich das Kundenverhalten entwickelt?
Mit einigen unserer grossen Kunden konnten wir bereits Mehrjahresvereinbarungen oder eine Mengensteigerung erreichen. Es gab auch Kunden, die wir aufgrund der neuen Ausrichtung nicht mehr beliefern können. Allerdings ist die Umsatzeinbusse gering, und unsere breite Kundenbasis bietet genügend Kompensationsmöglichkeiten. Die Aussichten für 2018 sind in Summe gleich wie 2017.
Doch nach dem «Zwischenjahr» mit viel Neuem muss das Unternehmen nun in gute, stabile Bahnen geleitet werden. Vermehrt möchten wir zum Generalunternehmen werden, das heisst, der Kundschaft im Verpackungsbereich ein vollumfängliches Angebot bieten können. Bisher erhalten wir vor allem Aufträge für komplizierte Spezialbereiche. Aber es gibt ein grosses Potenzial, diese Spezialanfertigungen im Rahmen eines Gesamtpakets herzustellen.
Im letzten Interview mit dem «Unter-Emmentaler» sprachen Sie davon, die Mopac-Produkte mit dem «Outfit» für die Kundschaft begehrenswert zu machen. Was hat sich in dieser Hinsicht getan?
Die Attraktivität, Präsenz und Visibilität für bestehende und neue Kunden hat für uns hohe Wichtigkeit. Unter anderem haben wir in Wasen ein Gebäude als neuen Kundenempfang baulich saniert, und wir werden 2018 den Aussenauftritt erneuern.
Dazu gehört aber auch, dass wir mit den Produkten Emotionen vermitteln wollen. Das heisst, wir werden im Rahmen von Designs auf den Produkten mehr auf die Kunden eingehen und auf das, was sich auf deren Geschäftsgang positiv auswirken dürfte.

Konnten im Lauf dieses Jahres neue Produkte entwickelt oder lanciert werden?
Innovation heisst für uns kurzfristig, durch unser Knowhow im Tiefziehen dem Kunden neue Lösungsmöglichkeiten für seinen spezifischen Bedarf an Verpackungen, Werkstückträgern und Trays zu bieten. Die längerfristige strategische Stossrichtung beinhaltet Schwerpunkte in technischen Innovationen, namentlich auch im Anwendungsbereich Medizinaltechnik. Heute haben wir hier noch ein Defizit – der Mehrumsatz wurde im vergangenen Jahr weitgehend im Bereich Lebensmittel erreicht.

Sind die Liegenschaften in Wasen ausgelastet?
Unsere Betriebs- und Wohnliegenschaften in Wasen sind voll ausgelastet bzw. vermietet.
In der Mopac-Liegenschaft Eriswil brennt wieder Licht ... Wie war das Interesse nach dem Rundgang Anfang 2017?
Wie Sie vielleicht bereits wissen, haben wir die Fertigung in Wasen zusammengelegt und können daher den Standort Eriswil zum Panoramapark ausbauen, der vielseitig genutzt werden kann. Das Grobkonzept wurde den Nachbarn und Vertretern der Gemeinde präsentiert, und ein Interesse für die sinnvolle Umnutzung des Grundstücks besteht auf jeden Fall.

Was für Angebote/Tätigkeiten sind hier zu finden?
Der Panoramapark baut auf einem Dreieck aus drei sehr unterschiedlichen Standbeinen auf. Ein Standbein besteht aus flexiblen Arbeitsplätzen, die von Privatpersonen, Freelancern, Studierenden oder kleinen Firmen genutzt werden können. Die Räumlichkeiten bieten eine Infrastruktur, zeitgemäss ausgestattet mit allen technischen Einrichtungen. Die Arbeitsplätze bieten eine interessante Atmosphäre mit vielfältigen Vernetzungsmöglichkeiten.
Als zweites Standbein ist, in Kooperation mit dem Verkehrshaus Luzern, ein Mobilitätszentrum geplant. Über 20 Oldtimer und andere Fahrzeuge wurden bereits nach Eriswil gebracht und dort für eine Ausstellung vorbereitet. Es soll ein Treffpunkt für Oldtimerfans und Interessierte entstehen, wo auch Dienstleistungen rund um die Fahrzeuge angeboten werden. So stehen beispielsweise einige Lagerplätze zur Verfügung, in denen die Fahrzeuge nicht nur gelagert, sondern auch daran gearbeitet werden kann.
Als drittes Standbein planen wir eine vielseitig nutzbare Eventhalle. Wir werden bei der Gemeinde ein Baugesuch einreichen, um die Anlage zu renovieren und so zusätzlich die Möglichkeit von Übernachtungen anzubieten. Nicht nur Private, sondern vor allem Vereine werden diesen Ort für ihre Treffen nutzen oder grössere Anlässe hier durchführen können. Der Raum könnte beispielsweise für Kochkurse, Kunstaustellungen oder Musikdarbietungen genutzt werden.
Das Mopac-Areal soll nicht zuletzt ein Ort der ungezwungenen Begegnung, der Freude und des Geniessens sein.

Konnten die Liegenschaften in Eriswil zu Ihrer Zufriedenheit vermietet werden?
Ja, wir sind auf gutem Weg. Vor allem die Einstellplätze der Oldtimer sind bereits gut besetzt. Die Vermarktung der Arbeitsplätze wird nächstens anlaufen, daher stehen hier noch mehrere Plätze zur Verfügung.

Dann ist die Benützung der Liegenschaften als Lager kein Thema mehr?
Das Areal wird nicht als reines Lager genutzt. Allerdings könnten einige Räume der Liegenschaft als Lagerplätze verwendet werden. Beispielsweise auch, um Fahrzeuge oder Möbel einzustellen.

Gibt es noch Kapazitäten für interessierte Mieterinnen oder Mieter?
Ja, bei allen drei Standbeinen gibt es noch freie Plätze.

Auskunft erteilt:
Werner Zürcher, werner.zuercher(at)mopac.ch, Telefon 034 437 77 77.

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