• Resignation macht sich breit: Der Rohrbacher Töffpilot Dominique Aegerter hat nur noch geringe Aussichten, nächste Saison in der Moto2-WM mitzufahren. · Bild: Keystone

10.10.2018
Sport

Moto2-Zukunft immer unwahrscheinlicher

Moto2 WM 2018, 14. Rennen, GP von Thailand in Buriram – Wieder klassierte sich der Rohrbacher Töffpilot in einem Moto2-WM-Rennen ausserhalb der Punkteränge. Noch viel bitterer ist allerdings die Tatsache, dass eine Zukunft in der Motorrad-Weltmeisterschaft für den 28-Jährigen immer unwahrscheinlicher wird.

Motorsport · Das erstmalige Moto2-WM-Rennen in Thailand war – jedenfalls was den Oberaargauer Töffpiloten Dominique Aegerter betrifft – nur zweitrangig. Denn erstmals nach langer Zeit äus-serte sich der 28-Jährige präziser zu seiner Zukunft. «Ich werde die nächste Saison sehr wahrscheinlich nicht mehr im Moto2-Paddock erleben», sagte Aegerter nach dem Qualifying gegenüber dem Schweizer Fernsehen.

Drei schwierige Jahre
«Mir tut dies sehr fest weh. Ich hatte in den letzten drei Jahren sehr viel Pech. Musste kämpfen und mental viel verkraften. Ich konnte dabei mein Talent nicht in Resultate ummünzen. Darum tut es weh, wenn es jetzt nicht mehr für einen WM-Startplatz reicht.» Noch ist nicht aller Tage Abend. Doch es stehen nur noch wenig Rennen aus – und die Zeit läuft dem Aegerter-Team geradezu davon.
Der ehemalige Podestfahrer Aegerter gab klare Informationen. Man prüfe die Optionen Superbike und Supersport, meinte er. «Moto E wäre nicht meine bevorzugte Klasse, aber ich könnte nebenbei noch in einer anderen Serie fahren, weil in der Moto E nur fünf Rennen ausgetragen werden», blickte Aegerter voraus. Dass dies aber überhaupt nicht das Tummelfeld des Rohrbachers ist, liegt auf der Hand. Doch einen Moto2-Startplatz 2019 erzwingen kann der 193-fache WM-Töffpilot nicht.

Wieder keine sportliche Visitenkarte
Zumal die sportlichen Resultate einfach fehlen. Dies änderte sich auch am Sonntag nicht. Die Nummer 77 nahm das Rennen in Buriram von der 14. Position aus in Angriff. Nach dem Start machte er Positionen gut, hatte aber auch Glück, dass er von direkt vor ihm stürzenden Mitkonkurrenten nicht mitgerissen wurde.
Anschliessend war die Luft aber bereits draussen. Aegerter fiel rasch aus-serhalb der WM-Punkte. Am Ende wurde es der 16. Rang. «Nach einem guten Wochenende mit konstanten Leistungen in den Trainings ist dieser Ausgang natürlich sehr enttäuschend. Wir waren immer im Bereich der Top-15 platziert und hatten auch nie einen grossen Zeitrückstand. Doch im Rennen hatte ich ab dem zweiten Drittel ein technisches Problem», informierte Aegerter.
«Zudem hat mir die Hitze sehr zu schaffen gemacht, weil ich ab diesem Zeitpunkt ständig mit dem Motorrad zu kämpfen hatte.»
Gewonnen wurde das fünftletzte Saisonrennen der Moto2-Klasse von WM-Leader Francesco Bagnaia. Der Italiener schlug Teamkollege Luca Marini um 1,512 Sekunden und Miguel Oliveira um 1,651 Sekunden. Bagnaia baute nach seinem neunten Triumph seine WM-Führung auf Oliveira um neun auf 28 Punkte aus (259:231).

Resultate: Moto2 (25 Klassierte): 1. Francesco Bagnaia, Italien, 39:00,009; 2. Luca Marini, Italien, 1,512 zurück; 3. Miguel Oliveira, Portugal, 1,651; 16. Dominique Aegerter, Schweiz/Rohrbach, 30,758. – WM-Stand (14/18): 1. Bagnaia, 259 Punkte; 2. Oliveira, 231; 3. Brad Binder, Südafrika, 157; 18. Aegerter, 27; 31. Jesko Raffin, Schweiz/Zürich, 1.

Alle Resultate: www.motogp.com

Von Stefan Leuenberger

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