• Die Musikgesellschaft Wyssachen begeisterte als «Radioorchester» mit einem gekonnt umgesetzten «Wunschkonzert». · Bild: bhw

29.03.2017
Oberaargau

Musikalische Wünsche werden wahr

Die Musikgesellschaft Wyssachen bot unter dem Titel «Wunschkonzert 2017» ein herrliches Konzert. Vom traditionellen Marsch über Filmmusik, bis zu Klassik und Rock zeigten die Musizierenden ihr vielseitiges Können. Der kompetente musikalische Leiter Jonas Liechti wusste im Programm die Wünsche des Publikums mit dem «Radioorchester» bestens umzusetzen. Die Jugendmusik Wyssachen zeigte zum Konzertbeginn ihr Können.

Das Kirchgemeindehaus war mit Musik «gefüllt». Auf den Tischen standen schöne Windlichter, welche von Noten umhüllt waren. Auch die Notenständer auf der Bühne waren geziert mit den Symbolen für Klänge. Musiknoten sind eine Sprache, die sich über Jahrhunderte entwickelt hat. Auch die Notation, die wir heute kennen, gibt es bereits seit über 300 Jahren. Lucia Jakob, Präsidentin der Musikgesellschaft Wyssachen, begrüsste die Gäste, darunter auch viele Vereinsdelegationen, herzlich.

Junge «Piraten» brillieren
Unter der engagierten Leitung von Martina Brand zeigte die Jugendmusik Wyssachen ihr Können. Unter anderem war der Marsch «Jugendfest» im Progr+amm. «Die Noten sind etwas vergilbt und brüchig, gerade darum ist es an der Zeit, den Titel wieder einmal zu spielen», sagte die charmante Moderatorin Silvia Staub. Als Lieblingsstück entpuppte sich aber «Pirates of the Caribbean», in welchem die jungen «Piraten» zeigten, dass sie ihre Instrumente bereits gut beherrschen. Mit grossem Applaus forderten die Zuhörenden eine Zugabe, die mit der «Zirkus-Parade» gerne gewährt wurde.
Das Konzert der Musikgesellschaft wurde mit dem rassigen Konzertmarsch «Arsenal» von Jan van der Roost eröffnet. Das schwierige, anspruchsvolle Stück «Of Castles and Legends» war ein besonderes Klangerlebnis. Die Musikgesellschaft Wyssachen hatte mit «S’isch äbe-ne-Mönsch uf Ärde», dem bekannten Guggisberglied, auch traditionelle Musik im Repertoire. «Don Pedro» war ein Feuerwerk der Musik und der temperamentvolle Paso doble endete mit einem vielstimmigen «Olé».

Wunschkonzert mit dem «Radioorchester»
Den Titel des Konzertes setzte die Musikgesellschaft Wyssachen im zweiten Teil gekonnt um. Das Wunschkonzert mit dem «Radioorchester» war ein Hit. Die Leute aus dem Publikum, welche der Scheinwerferkegel erfasste, durften die Stilrichtung wählen. Aus zwei Couverts wurde anschliessend auf «gut Glück» noch das Stück bestimmt. Natürlich wurden ebenso die «Mailwünsche» als Zugaben berücksichtigt. Die Sparten waren vielfältig und die Register der Musikgesellschaft hatten sich passend dazu eingekleidet. So gab es Lederhosen und knackige Waden bei der Böhmisch-märischen Blasmusik. «Sennenchäppi» und Edelweisshemden zeichneten die Schweizer Volksmusik aus. Spezielle Sonnenbrillen und schwarze Fliegen dokumentierten die Filmmusik, die rassige Uniform die Marschmusik. Mit roten Federboas und dem kleinen Schwarzen zeigten die Damen den Jazz an. Im Film «Pretty-Woman» war das Outfit von Julia Roberts beim Polo ein Hingucker, und so dokumentierten die Pünktchen-Kleider ebenfalls eindrücklich die Unterhaltungsmusik. Hitverdächtig waren aber die Musizierenden in den weissen Barock-Perücken sowie den kurzen schwarzen Hosen und weissen Strümpfen, welche die Klassik symbolisierten. Mit viel Jeansstoff, weissen T-Shirts und grossen roten Zungen wurde die Rockmusik bildlich dargestellt.

Von der südböhmischen Polka bis zum Gefangenenchor
In bunter Reihenfolge erklangen danach die «Südböhmische Polka» (Ladislav Kubes), «All’s was bruchsch» (Ernst Jakober, arr. Christoph Walter), «Casino Royale» (David Arnold), «Freundschaftsmarsch» (Sepp Neumayr), «Trueber Bueb» (Klaus Buttenstein), «Gefangenenchor» (Giuseppe Verdi), «I just called» (Stevie Wonder, arr. Christoph Walter) «Rockin’ all over the world» (arr. Erwin Jahreis), Summer of 69» (Bryan Adams) und «Mack the knife» (Kurt Weill, arr. Jos Pijnappel). In der Geschichte von Mackie Messer mit dem bekannten Song «Und der Haifisch, der hat Zähne, und die trägt er im Gesicht … » spielte der Dirigent gekonnt auf der Tuba. Jonas Liechti hatte auch sonst ein anstrengendes Programm. Zu jedem Stück zog er sich passend an, von der Militäruniform bis zur weissen Perücke.

Grosser Dank für das Engagement
Das vielfältige Repertoire und der Einfallsreichtum der Musikgesellschaft Wyssachen kam einmal mehr voll zur Geltung. Damit war ein Ohren- und Augenschmaus garantiert. Die vielen jungen Musikantinnen und Musikanten, die sich mit grossem Engagement ihrem Hobby widmen und bewährte «Kräfte» mit viel Herzblut, machten das Konzerte zum besonderen Erlebnis. Als Moderatorin führte Silvia Staub durch das reichhaltige Programm. Grossen Dank richtete Lucia Jakob an den Dirigenten Jonas Liechti für sein Engagement in der Musikgesellschaft Wyssachen. Ein Dank ging auch an Daniela Sutter als Aushilfe an der Posaune, den Lichtverantwortlichen Adrian Liechti, die Moderatorin Silvia Staub sowie an die Sponsoren. 

Infos: www.mgwyssachen.ch

Von Barbara Heiniger

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