• Stefan Kneubühler bezauberte durch seine solistische Einlage. · Bild: Hilda Rösch

30.12.2016
Luzerner Hinterland

Musikalischer Streifzug durch die Schweiz und ihre Berge

Erstmals konzertierte die Musikgesellschaft Ufhusen unter ihrem neuen Dirigenten Boris Oppliger. Unter seiner Führung gelangten Kompositionen zur Aufführung, die sich dem Thema «Berge» widmen. Daneben standen aber auch Melodien auf dem Programm, die an südamerikanisches Feuer und an temperamentvolle Kosaken erinnerten.

Ufhusen · Mit rockigen Melodien und solistischen Einlagen begrüsste  die Hinterländer Junior Band das Publikum, das sich am Stephanstag zum traditionellen Jahreskonzert der Musikgesellschaft Ufhusen  in der Fridli-Buecher-Halle eingefunden hatte. Geleitet wird diese Band von Luca Frischknecht, der es verstand, die Kinder und Jugendlichen gekonnt durch ihren Auftritt zu führen.
Die Eröffnung am zweiten Konzertabend erfolgte durch die Musikgesellschaft, an deren Spitze erstmals ihr neuer Dirigent, Boris Oppliger, stand. Unter seinem Taktstock wartete sie mit der Komposition «The Cossack» auf. Kraftvoll, mit zurückhaltend klingenden melodiösen Zwischenteilen und einem starken Schlussakkord,  hörte sich dieser  Konzertmarsch an, der auf effektvolle Weise das Temperament der Kosaken musikalisch widerspiegelte. Facettenreich und präzis im Rhythmus gestaltete sich «Last Call». Die traditionelle Melodie «Dr Heimatvogel» wies zwar einige Intonationsprobleme auf, daneben wusste sie aber durch eine sehr schöne, feinfühlige Interpretation und einem getragen wirkenden Spiel tief zu beeindrucken. Das Erklimmen eines Berges und die emotionale Ergriffenheit beim Erreichen seines Gipfels setzt Bernhard Moren in seiner Komposition «Mountain Views» musikalisch äus­serst eindrücklich um. Und die Aufführung dieses Werkes, das in musikalischer Hinsicht hohe Anforderungen stellt, prägten ein dichter Klangboden, ausdrucksstarke und gleichzeitig in sich ruhende Momente,  die Spannung vermittelten sowie ein ausgeglichener Klangkörper. Auch zeichneten diesen Vortrag, der mit einem gewaltigen Schlussakkord endete, eine sehr gute Musikalität und ein nuancenreiches Tempo aus.

Ein Euphonium-Duett
Der zweite Konzertteil widmete sich ganz und gar dem gewählten Motto «Berge». Dazu gehörte auch, dass sich die Muszierenden ihrer Uniform entledigten und sich diesem Thema entsprechend der Besucherschar in angemessener Kluft präsentierten. In diesem «berggängigen» Outfit betrat auch  Stefan Schärli die Bühne, der als gewiefter Moderator mit Schalk und Charme durch das Konzert führte, das seine Fortsetzung  mit den drei letzten Sätzen aus der fünfsätzigen  Ouvertüre  «Maletgs Rumantschs» von Stephan Hodel fand.  Dabei mahnte der dritte Satz «Chalandamarz» an ein bizarres und zugleich reizvolles Tongemälde mit «Schellenursli»-Gepräge, während der nächste Satz «Mia Steila» ein Euphonium-Duett enthält. Dieses Duett bestand aus Stefan Kneubühler und Guido Kneubühler. Und die beiden Solisten bezauberten das Publikum  mit ihrem weichen, einschmeichelnden Spiel, indes der fünfte Satz ein mächtiges Finale fand. Auch zeigte sich hier, dass die Band  den technischen Anforderungen gewachsen war,  die dieser Satz an sie stellte. Der Titel «It’s Showtime» wurde dynamisch vorgetragen. Dabei lebte diese Darbietung von einem faszinierenden Sound, einem präzisen Rhythmus und einem rasanten Tempo, das im Mittelteil durch ein Adagio gebrochen wurde.

Rhythmus und Farbe
Berührend schön gestaltete sich die Aufführung des traditionellen Liedes  «Auf des Munots», dessen bewegende  intensive Musikalität Melancholie und Wehmut gleichermassen zum Ausdruck brachten. «Menzberg» ist eine Komposition von Mario Bürki. Dieser Marsch, den Stefan Schärli als eine Hommage an das Bergdorf Menzberg bezeichnete, bestach durch ein flies­sendes, kompaktes Spiel. Eine hinreis­sende Interpretation mit Sound, Groove und Kontrasten erfuhr «Alpine Samba», wobei die heissen Rhythmen, die an Südamerika erinnerten, Feuer und Farbe ausstrahlten. Damit setzte die Musikgesellschaft auch einen farbigen Schlusspunkt unter ihr Konzert, dem in den Zugaben mit dem jazzig klingenden Mani-Matter-Song «Hemmige» noch ein Sahnehäubchen aufgesetzt wurde. Dabei sorgten solistische Einlagen durch die Instrumente Euphonium und Kornett für weitere Farbtupfer.

Vereinskameraden geehrt
In gewohnt lockerer Manier wandte sich Vereinspräsident Patrick Schmid an das Publikum, um diesem für seinen Konzertbesuch und seine stetige Unterstützung zu danken. Gleichzeitig verkündete er voller Stolz, dass mit Hansruedi Lustenberger und Jakob Schärli zwei Musikanten in ihren Reihen sitzen würden, die seit 50 Jahren dem Verein angehören. Und für diese Vereinstreue hätten sie sich die Ernennung zu Luzerner Kantonalen Ehrenveteranen durch den LKBV mehr als nur verdient. Ein persönliches Jubiläum durfte auch Patrick Schmid feiern, der seit zehn Jahren als umtriebiger Präsident der Musikgesellschaft Ufhusen tätigt ist. Ihm wurde seine Einsatzbereitschaft zugunsten des Vereins durch seinen Musikkameraden Thomas Graf bestens verdankt.

Von Hilda Rösch

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