• Die Parademusiken am Samstag und Sonntag – einmal mehr ein Publikumsmagnet. · Bilder: Elsbeth Anliker / Yanick Kurth

  • Die Parademusiken am Samstag und Sonntag – einmal mehr ein Publikumsmagnet. · Bilder: Elsbeth Anliker / Yanick Kurth

04.05.2018
Emmental

Musikmachen und marschieren

An den Emmentalischen Musiktagen stand Affoltern im Zeichen lebendiger Blasmusiktradition. Die beliebte Parademusik war attraktiv und anspruchsvoll zugleich, weil die Strecke leicht abwärts ging. Ungezählte Besucher säumten die Dorfstrasse.

Affoltern · Musik gibt auch am Sonntag – an den Emmentalischen Musiktagen – den Ton an in Affoltern: Schlag auf Schlag und im Gleichschritt. Auf der Dorfstrasse wird publikumswirksame Parademusik durchgeführt.
Die Vereinsfahne der Musikgesellschaft Wasen flattert im Wind, als sie unter der Leitung von Marc Fuhrer vorbeimarschieren und den rassigen «Papstein-Marsch» spielen. Angeführt von einem Trachtenmädchen, das gut aufpassen muss, dass es mit den Musikanten im Gleichschritt bleibt – und es meistert dies bravourös. Und dann ist die Reihe an der MG Dürrenroth – einem Blasorchester in Harmoniebesetzung. Die Musizierenden spielen «Schönes Prag» und setzen Musik und Bewegung spannungsvoll um. Ihr Dirigent ist Bruno Eggimann.

19 Formationen
Bei viel Sonnenschein säumen zahlreiche Zuschauer die Dorfstrasse und spenden den vorbeiziehenden Formationen kräftigen Applaus. Gleich wenn sie oben beim Restaurant «Emmentaler» losmarschieren, hört man ihre Musik, bis sie vorbeilaufen und beim Schulausareal ankommen, wo sich das Festgelände befindet. Sie werden von drei Experten begutachtet.
Am Samstag und Sonntag präsentierten insgesamt 19 Musik-Vereine lebendige Blasmusik.
«Natürlich ist diese Strecke, weil sie leicht abwärts führt, anspruchsvoller als eine ebene Strasse. Denn, wenn man abwärts läuft, muss man aufpassen, dass die Schritte nicht länger werden und der Abstand gleich bleibt», bestätigt Erika Kleeb, die bei der Stadtmusik Huttwil Bassklarinette spielt. Dirigent Urs Heri freut sich, dass die Herausforderung gelungen ist, nachdem das Ergebnis bekannt gemacht worden war. «Wir haben mit dem Vortragsstück «Marsch des Geb. Füs. Bat 48» ein «Sehr gut» erhalten», berichtet er. Anschliessend ist die Reihe an der MG Wyssachen, die mit dem bekannten «Langnauer Marsch» unter der Leitung von Jonas Liechti ihre Aufwartung macht. Ihre roten Uniformen bilden einen schönen Kontrast zum blauen Himmel.

Lobende Worte
«Das prächtige Wetter und die vielen Zuschauer bilden eine tolle Kulisse», freut sich OK-Präsident Jürg Stalder von der MG Rinderbach, der Organisatorin der Emmentalischen Musiktage. «Die Musikanten machen attraktive Musik, laufen zügig und diszipliniert – und das gefällt mir gut.»
Auch lobt er die grosse Hilfsbereitschaft der Bevölkerung rund um die Festivitäten und betont: «Hierfür sind wir sehr dankbar.» Abgeschlossen wird die Parademusik am Sonntag von der MG Eriswil mit dem Stück: «The Cross of Honour». Unter der Leitung von Peter Marending marschieren fünf Tambouren mit. Das Trommelspiel harmoniert wunderbar mit der Blasmusik.
Vereinspräsident und Euphonist Marcel Speidel ist zufrieden mit der vorgetragenen Marschmusik. Sie sei vor allem zur Freude des Publikums gedacht und werde ja auch nicht mit Noten bewertet. Dem schliesst sich auch Dirigent André Gygli an. «Marschieren und Musikmachen hat eine lange Tradition – und ist bis heute ein Publikumsmagnet», sagt er zu Recht. Denn der grosse Besucheraufmarsch am Sonntag bezeugt es.

Veteranenehrungen. Am Samstag konnten 19 Veteraninnen und Veteranen geehrt werden: 14 Kantonale 2018 (30 Jahre aktives Musizieren), 4 Kantonale Ehrenveteranen 2017 (50 Jahre aktives Musizieren) und mit Walter Stähli von der Musikgesellschaft Hasle-Rüegau sogar ein CISM Internationaler Veteran für 60 Jahre aktives Teilnehmen in einer Blasmusikgesellschaft. Am Sonntag dann jubelten die anwesenden Musikvereine und die Gäste im Festzelt 5 Kantonalen Veteraninnen und Veteranen zu.

Geehrt wurden für das Jahr 2018: (CISM, 60 Jahre): Walter Stähli (1942), MG Hasle-Rüegsau; Walter Kurz (1940), Veteranenspiel EMV.

Kantonale Ehrenveteranen für das Jahr 2017: Hans Lüthi (1946), MG Rüderswil; Daniel Schifferli (1951), MG Rüderswil; Eduard Müller (1950), MG Sumiswald; Peter Heiniger (1948), MG Wynigen; Fritz Blaser (1948), MG Eggiwil; Fritz Jordi (1951), Veteranenspiel EMV, Wasen.

Kantonale Veteranen 2018: Marianne Hofer (1973), MG Grünenmatt-Waldhaus; Eva Holzer (1973), MG Grünenmatt-Waldhaus; Silvia Krähenbühl (1973), MG Grünenmatt-Waldhaus; Bernhard Tscharner (1952), MG Grünenmatt-Waldhaus; Hermann Oesch (1958), MG Hasle-Rüegsau; Martin Thomi (1971), MG Hasle-Rüegsau; Matthias Stalder (1971), MG Heimiswil-Kaltacker; Barbara Wüthrich (1970), Musikgesellschaft Frohsinn, Oberburg; Rolf Rüegsegger (1972), MG Röthenbach; Hans-Peter Kernen (1965), MG Rüderswil; Franziska Kropf (1971), MG Rüderswil; Jürg Rothenbühler (1972), MG Rüderswil; Andreas Wittwer (1964), MG Rüderswil; Sandra Pieren (1975), MG Schüpbach; Sonja Zwahlen (1972), MG Biembach; Martin Aeschlimann (1972), SM Burgdorf; Marianne Hutter (1972), SM Burgdorf; Adrian Meer (1972), MG Eriswil; Elsbeth Meister (1968), MG Wasen; Hanspeter Steffen (1971), MG Wasen.

Von Elsbeth Anliker

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