• Gottéron-Verteidiger Yannick Rathgeb (rechts, hier gegen Ex-Langenthal-Stürmer Marc Kämpf) kann auf ein Olympia-Aufgebot hoffen.

  • Am Spengler Cup trug Yannick Rathgeb das Nati-Trikot drei Mal. · Bilder: Keystone

05.01.2018
Sport

Olympia-Chancen sind intakt

NLA: Yannick Rathgeb – Der in Langenthal aufgewachsene Yannick Rathgeb hat in der Silvesterwoche beim Spengler Cup mit der Nationalmannschaft den zweiten Rang belegt. Jetzt hofft er auf ein Nationalmannschaftsaufgebot für die Olympischen Spiele im kommenden Februar in Pyeongchang.

 

Eishockey · Yannick Rathgeb wartet derzeit gespannt auf eine Information von Nationaltrainer Patrick Fischer. Dieser wird schätzungsweise am 20. Januar sein Aufgebot für die Olympischen Spiele bekanntgeben. Mit dabei ist vielleicht auch Rathgeb. Der in Langenthal aufgewachsene Verteidiger von Fribourg-Gottéron hat sich während dem Spengler Cup für ein Aufgebot empfehlen können. Noch im letzten Jahr war die Defensivarbeit eine zu grosse Schwäche für ein WM-Aufgebot, weshalb er während seinen drei Einsätzen besonderen Wert auf Stabilität legte. «Die Trainer haben mir gesagt, dass man sich defensiv mehr auf mich verlassen können muss», verrät Rathgeb. Resultiert ist eine Plus-Drei-Bilanz am Spengler Cup – anders gesagt, der Youngster stand bei drei Torerfolgen mehr auf dem Eis, als dass Gegentore während seinen Einsätzen resultierten.
Zweifellos eine gute Bilanz. «Ich glaube ich habe meinen Job gut erledigt. Ich habe defensiv gut entgegengehalten und konnte tun, was nötig war.» Mit seiner Leistung wollte er sich für Olympia empfehlen, soweit sei er diesbezüglich eigentlich zufrieden. «Ich hätte gerne mehr Powerplay-Zeit erhalten, um auch meine Stärken aufzuzeigen», sagt Rathgeb. In Überzahl ziehe er den Schuss oft dem Pass vor, weil er als Scharfschütze damit gefährliche Situationen kreiert. Aber selbst ohne Powerplay-Einsätze ist er weiterhin überzeugt, dass seine Chancen für ein Aufgebot in Takt sind. «Es gibt in der Schweiz viele Verteidiger, die offensiv stark und Rechtshänder sind. Aber vielleicht ist mein Alter ein Vorteil», hofft Rathgeb. Er ist erst 22 Jahre alt und würde von einem Aufgebot enorm profitieren. Fischer könnte damit für die Zukunft einen wichtigen Verteidiger dank internationalen Erfahrungen noch besser machen.

Die NHL ist das Ziel
Realistisch gesehen sind die Chancen für ein Aufgebot zwar nicht übermässig gross, aber durchaus vorhanden. Rathgeb war an beiden Nationalmannschaftsturnieren in dieser Saison dabei, am Spengler Cup stand er in drei von vier Partien durchschnittlich über 10 Minuten auf dem Eis. «Wenn ich keine Chance hätte, so wäre ich wohl in dieser Saison noch gar nicht aufgeboten worden», sagt Rathgeb zuversichtlich. Olympia sei in diesem Jahr zweifellos sein grösstes Ziel, nicht zuletzt auch, um auf sich aufmerksam zu machen. Rathgebs Traum bleibt ein Vertrag in der NHL, im Sommer besitzt er auch deshalb eine Ausstiegsklausel bei Fribourg. «Ich möchte in der NHL spielen. Dafür würde ich auch einen «Umweg» in die zweithöchste Liga, die AHL, in Kauf nehmen», erklärt der Verteidiger. Gerade die olympischen Spiele oder auch die WM wären ein ideales Schaufenster, um sich vor den konstant anwesenden Scouts zu präsentieren.

Wichtige Rolle bei Gottéron
Um diese Ziele zu erreichen, braucht es auch bei Fribourg-Gottéron gute Leistungen. Dort gehört Rathgeb selbst im noch jungen Alte zu den wichtigsten Verteidigern im Team. Der Langenthaler spielt im dritten Jahr dort und wird vom Trainer Mark French gefördert. «Ich spiele meist gegen die dritte gegnerische Linie, damit ich offensiv Möglichkeiten kreieren kann», sagt Rathgeb. Im Powerplay wird er zudem als einziger Verteidiger in der ersten Powerplaylinie neben Stars wie Roman Cervenka, Julien Sprunger oder Andrej Bykov eingesetzt. Wenn Fribourg in Rückstand ist, setzt der Trainer ebenfalls auf Rathgeb, weil er nicht nur Scharfschütze ist, sondern im Weg nach vorne auch kreativ und clever agiert. Dass er bei Gottéron der punktstärkste Verteidiger ist, unterstreicht das.
Die Punktausbeute vom 22-Jährigen ist somit eine Win-Win-Situation. Er macht damit auch international auf sich aufmerksam, Fribourg benötigt diese Punkte zudem dringend, weil sie mitten im Kampf um die letzten Playoffplätze verwickelt sind. «Dass wir im letzten Jahr in den Playouts spielen mussten, war für uns sehr mühsam. Das wollen wir nicht noch einmal erleben», sagt Rathgeb. Zu gönnen wäre ihm der Erfolg im Club derweil genauso wie das Aufgebot für die Olympischen Spiele. Die nächsten Wochen werden daher für Yannick Rathgeb auf allen Ebenen entscheidend sein.

Von Leroy Ryser


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