• Als Orchester mit grosser Spielfreude präsentierte sich der Posaunenchor Ochlenberg unter Leitung von Fritz Graber. · Bilder: Rolf Bleisch

  • Für guten Nachwuchs ist mit der Young People Brass Band bestens gesorgt.

10.11.2017
Oberaargau

Posaunenchor mit Blasmusik und Älplerleben

Der Grossaufmarsch zu den Konzerten des Posaunenchors Neuhaus-Ochlenberg sprach mit den Auftritten des Young People Brass Orchesters und des Posaunenchors sowie dem Dreiakter «Auti Liebi» für die Beliebtheit der regionalen Kulturangebote.

Ochlenberg / Leimiswil · Der Titel dieses Konzert- und Theaterberichtes umfasst noch nicht das ganze Geschehen in den «Konzertsälen» der Schulhäuser in Ochlenberg und Leimiswil, in denen die diesjährigen Unterhaltungsabende des Posaunenchors Neuhaus-Ochlenberg präsentiert wurden, weil die erlebnisreichen Abende nach weiteren Worte rufen. Dazu gehört auch der erfreuliche Umstand, dass Fritz Graber die beiden Orchester bestens auf die Konzerte vorbereitete und diese seinem Taktstock bestens folgten und dass seine Frau Marlis – mit mehrjähriger Regieerfahrung – auch in diesem Jahr wieder die Inszenierung des Volkstheaters übernahm.

Die jungen Bläserinnen und Bläser
Als Musiklehrer setzt sich Fritz Graber für den Blasmusiknachwuchs ein. Das Interesse der Jugendlichen an der Blasmusik  wiederspiegelte sich in der gut besetzten Brassband mit allen dazu notwendigen Registern von den Kornetts bis zu den Tuben. Es fehlten in der diesjährigen  Besetzung nur die Posaunen, die dann aber im grossen Orchester dem Namen Posaunenchor  bestens gerecht wurden. Mit festlichen Klängen einer kleinen Gruppe «Rothemden» wurden die «Blauhemden» zur Bühne begleitet. Fritz Graber hob den Taktstock und die Young People Brassband zog das Publikum mit mächtigen Klängen in seinen Bann. Dann setzte sie das Konzert mit dem Stück «Sprühende Jugend» fort, das von den Jugendlichen ein dynamisches Spiel erforderte. Zur Arbeit mit den Instrumenten kam auch noch die Moderation, die freudvoll den nächsten Titel  «Gute Freunde» ankündigte. Bevor der Dirigent das Zepter übernahm, wollte der junge Speaker von einigen seiner Kolleginnen und Kollegen noch wissen, was sie denn unter Freundschaft verstehen, die ja auch in einer Brassband eine wichtige Rolle spiele. Die musikalische Antwort darauf kam prompt und mit wahrlich himmlischen Klängen. Wie mit Musik Bilder geschaffen werden können, zeigte das Orchester mit dem Stück «Afrikanischer Morgen». Mit einem grossen Applaus bekundeten die Zuhörer ihre Freude an dieser Interpretation und das Orchester bedankte sich dafür mit einer rassigen Zugabe.

Das grosse Orchester
Mit einer feierlichen Begrüssung in schwungvoller Weise begrüsste der Posaunenchor Neuhaus-Ochlenberg   die Konzertbesucher. Den Taktstock führte wiederum Fritz Graber. Vereins-präsident Matthias Krähenbühl moderierte das Programm des grossen Orchesters. Das Stück «Liebe verändert alles» entsprach einem musikalischen Bekenntnis zum christlichen Hintergrund des Posaunenchors, wie das auch der Moderator zum Ausdruck brachte. Dies entsprach auch der Motivation, sich der Blasmusik zu widmen. Auf der Homepage des Posaunenchors steht dazu zu lesen: «Der Posaunenchor hat zum Ziel, mit seiner Musik Gott zu loben und die Zuhörer zu erfreuen». Das war dem Orchester mit diesem Stück bestens gelungen. Thematisch gings im nächsten Stück, das sich mit der göttlichen Gnade befasste, weiter. Dazu wählte der Dirigent eine recht poppige Fassung aus, mit der sich die musikalische Botschaft mit der Aussage der Gnade nicht unbedingt deckte. Dies konnte auch der Grund gewesen sein, warum Graber das Programm mit dem Stück «Yellow» ergänzte und damit das Thema in treffenderen Tönen und Melodien wiedergab. Spiel- und Lebensfreude wiederspiegelte sich auch im Schlussstück «Brass Night», das die Nacht mit mitreissenden Bewegungen ausklingen liess und den kommenden Tag in sanfter Weise  ankündigte. Den grossen Applaus verdankte der Posauenchor mit einem rassigen Marsch.

Ein nicht alltägliches Theaterstück
Einem spannenden Märchen glich das dreiaktige Theaterstück «Auti Liebi», das unter der Regie von Marlis Graber uraufgeführt wurde. Dies war ein Auftragswerk, das an den Autor Stefan Gerber aus Lotzwil vergeben wurde. Der Wunsch der Regisseurin war ein spannendes und zugleich aktuelles Stück zu erhalten, das unterhaltsam ist und die Zuschauer zum Nachdenken anregen soll. Schon zu Beginn der Handlung wurde klar, dass es weit mehr als eine zweifache Liebesgeschichte war, denn die ersten Bewegungen auf der Bühne endeten mit  den am Fenster des Café Damaskus aufgesprayten Worten «Drecks Pack». Im Zentrum des Geschehens standen  die Migrationsfrage und der Fremdenhass. Geschichtsentscheidend war dann der zweite Akt, der sich auf einer Alp mit Käseproduktion abspielte und auf der es zu intensiven Gesprächen zwischen den Einheimischen und den Migranten kam. Überzeugend waren die Darsteller und der Mut, eine so aktuelle Geschichte auf die Bühne zu bringen.
Der Posaunenchor und die Theatergruppe freuen sich schon heute auf ihren nächsten Grosseinsatz auf der Bühne im Jahre 2019.

Von Rolf Bleisch


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