• Prüfungen vorbei – Stimmungsbild beim Absenden. Bild: Elisabeth Pfäffli

11.08.2018
Emmental

Schweissprüfung für Jagdhunde und Führer

Der Jagd- und Wildschutzverein Trachselwald organisierte im Grossraum Lützelflüh-Sumiswald-Huttwil die vom Berner Jägerverband (BEJV) ausgeschriebene Schweissprüfung Mittelland. 27 von 40 Gespannen (Führer und Hund) bestanden die unter der Leitung von Peter Zenklusen durchgeführte Prüfung.

 

LÜTZEFLFLÜH / SUMISWALD / HUTTWIL · Diva, Eika, Cooper, Diago, Kalina und wie sie alle heissen gehören unterschiedlichen Hunderassen an, aber alle sind sie nun seit letztem Sonntag geprüfte Schweisshunde (Schweiss bedeutet Blut) und haben bewiesen, dass sie sich als Nachsuchegespanne in der Jagdpraxis bewähren können. 

Schweisshunde braucht es, um verletztes Wild (Jagd, Strassenverkehr) im Rahmen einer Nachsuche finden zu können. Die Ausbildung und auch das nachfolgend erforderliche Training ist anspruchsvoll und zeitaufwändig. Im Gespräch mit Hundeführern kommt aber stets zum Ausdruck, wie lernfreudig Hunde sind und wie sehr die Arbeit die Beziehung mit dem vierbeinigen Kameraden bereichert. Für die diesjährige Prüfung im Mittelland hatten sich 28 Gespanne für die 500-m-Fährte und 12 Gespanne für die 1000-m-Fährte angemeldet.

Grosses Prüfungsgebiet

Im Einsatz standen am Prüfungstag bei sehr heissem Wetter und nach mehreren Tagen ohne Regen neben den 40 Gespannen auch 28 Richter, 13 Revierführer, die natürlich auch schon am Vortag die benötigten Fährten gespritzt hatten, sowie die Bockträger und weitere rund 60 Helferinnen und Helfer in den Bereichen Verkehr, Wirtschaft und Administration. 

Schon nur die Auswahl von geeignetem Gelände hatte bei einer so grossen Anzahl zu prüfender Gespanne eine echte Herausforderung bedeutet. 

Das Prüfungsgebiet erstreckte sich schliesslich von Arni b. Biglen bis nach Melchnau und lag somit 40 Autokilometer auseinander, was die Organisatoren bewog, im Sinne eines effizienten Zeitmanagements, die Gespanne zum Start der Prüfung bereits auf zwei Standorte verteilt aufzubieten.

Schweissarbeit

Los gings an beiden Standorten – beim Sportzentrum in Schwarzenbach und beim Badiparkplatz in Lützelflüh – am Sonntag früh um 7 Uhr, galt es doch, so lange wie möglich von den noch nicht gar so warmen Temperaturen zu profitieren und rasch mit der Fährtenarbeit zu beginnen. Gruppenweise schwärmten die «Prüflinge» mit je zwei Richterinnen oder Richtern, ortskundigen Revierführern und Bockträgern (Helfer) in die ihnen zugewiesenen Waldgebiete aus. 

Für die zwei im Gebiet Waldhaus in Lützelflüh angelegten 1000-m-Fährten waren beispielsweise Thomas Schwarzenbach (im Gebiet amtierender Wildhüter) und Sven Rindlisbacher zusammen mit den Richtern Walter Stoller und Tony Schmidiger zuständig. Sie bildeten zusammen mit den wie ausgelost nacheinander 

antretenden Gespannen Benjamin Tschanz mit Deutsch Drahthaar-Hündin «Caja» und Daniel Schär mit Brandelbracke-Rüde «Diago» eine Gruppe. Der Start zur Prüfung, die nach Reglement erfolgt, läuft ganz ruhig ab. Während der Führer den Anschuss, also die Stelle an der das Wild verletzt wurde, beurteilt und Schweiss und Schnitthaare findet, verharrt der Hund noch abgelegt in Sichtweite. Er wird mit einer speziellen Schweisshalsung ausstaffiert und an die mindestens sechs Meter lange Leine genommen. 

Der leisen Aufforderung «such den Bock» folgend, darf er dann selber die Anschussstelle beschnuppern und, mit der Nase am Boden, die Fährte aufnehmen. 

Natürlich führt diese nicht einfach nur geradeaus, sondern dem Gelände entsprechend oft recht steil hinauf und hinunter, hat vorgeschrieben drei Richtungsänderungen und zwei dazwischen angelegte Wundbette. Eine Schweissprüfung ist bestanden, wenn der Führer von den Richtern nicht mehr als zweimal abgerufen werden muss oder er im Beisein der Richter zum ausgelegten Stück findet.

Stimmungsvolles Absenden

«Es hat uns schon ein wenig aus der Reserve gelockt, vor allem platzmäs-sig, aber wir habens fertig gebracht», dieses Fazit zog Rudolf Liechti, der Präsident der Trachselwalder Jägerschaft, am Mittag mit berechtigtem Stolz. Nach getaner «Schweissarbeit», dies im wahrsten Sinne des Wortes für alle Beteiligten, traf man sich zum gemeinsamen, von Vereinsmitgliedern lecker zubereiteten Aser im ehemaligen Schützenhaus «Brandis» in Lützelflüh. Hier, in der idyllisch an der Emme im Schachenwald gelegenen Umgebung, wurde es mit dem Erklingen von Jagdhörnen sogar noch stimmungsvoller. 

Es waren die Bläserinnen und Bläser vom «Spielhahn» Burgdorf, die den geprüften Gespannen Ehre erwiesen und das Absenden mit ihren musikalischen Darbietungen umrahmten.

Folgende Gespanne durften aus den Händen von Prüfungsleiter Peter Zenklusen die Prüfungsausweise mit dem Vermerk «Bestanden» entgegennehmen: 1000 m: Brigitte Aeberli mit Deutschem Wachtel «Undra»; Paul Caluori mit Magjar Viszla «Diva»; Andreas Haslebacher mit Grossem Münsterländer «Eika»; Michael Echaud mit Kleinem Münsterlander Balou, genannt «Barny»; Bruno Blaser mit Deutsch Drahthaar «Finch»; Daniel Schär mit Brandelbracke «Diago»; Pius Stalder mit Springer Spaniel «Priva».

500 m: Marcel Känzig mit Kleinem Münsterländer «Basco»; Thomas Lüdi mit Kleinem Münsterländer «Lasco»; Oskar Habegger mit Grossem Münsterländer «Kalina»; Beat Bergmann mit Grossem Münsterländer «Easy»; Beat von Allmen mit Kleinem Münsterländer «Chester»; Andreas Eberhard mit Epagneul Breton «Fiamma»; Petra Oppermann mit Grossem Münsterländer «Cooper»; Heinz Studer mit Deutsch Drahthaar «Jasper»; Simon Oppliger mit Kleinem Münsterländer «Cita»; Niklaus Schmid mit Labrador Retriever «Duffi»; Otto Röthlisberger mit Kleinem Münsterländer «Falk»; Peter Bachmann mit Alpenländischer Dachsbracke «Janette».

Von Elisabeth Pfäffli

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