• Grünenmatts Präsident Thomas Schuler blickt trotz NLB-Abstieg des Fanionteams positiv in die Zukunft des UHC Grünenmatt-Sumiswald. · Bild: Leroy Ryser

07.04.2017
Sport

«Spitzenunihockey gibt es auch in der NLB»

Interview: Stefan Leuenberger im Gespräch mit Thomas Schuler, Präsident UHC Grünenmatt-Sumiswald – Nun ist es also passiert: Nach zehnjähriger Zugehörigkeit steigt das Herrenteam des UHC Grünenmatt-Sumiswald aus der NLA ab. Ob dieses sportliche Erdbeben gleich den gesamten Verein gefährdet, wollte der «UE» vom Vereinspräsidenten Thomas Schuler wissen.

Unihockey · In der Saison 2006/07 besiegte Grünenmatt-Sumiswald im Aufstiegsfight Lok Reinach und stieg in die NLA auf. Seither – also genau zehn Saisons lang – spielte Grünenmatt in der höchsten Spielklasse. Dies mit einem absoluten Highlight, dem Cupfinal 2013. Nun der Fall in die NLB. Wie schwer lastet er im Präsidentenherz?
Ich verspüre schon einen Stich im Herz, auf jeden Fall. Obwohl ich erst ein Jahr als Präsident im Amt bin, steht mir der UHC Grünenmatt-Sumiswald sehr nahe. Natürlich schmerzt dieser sportliche Misserfolg. Im Nachhinein darf allerdings gesagt werden, dass das Unterfangen von Anfang Saison an eine riesen Challenge darstellte. Aber statt von vornherein zu kapitulieren, haben wir die schwierige Herausforderung angenommen – und sind nun bedauerlicherweise gescheitert.

Der Abstieg kündigte sich in den letzten Wochen deutlich an. Doch – wäre er nicht zu verhindern gewesen?
Es wurde alles unternommen, was möglich war. Die Trainer haben taktisch und auch im mentalen Bereich alles versucht. Mit der Rückkehr von Simon Flühmann konnte ein Coup gelandet werden. Er verlieh dem Team viel Schub, brachte es vorwärts. Trotzdem konnte das gesteckte Ziel in Form des Ligaerhalts nicht umgesetzt werden.

Im vergangenen Sommer bezeichneten Sie die abgelaufene Spielzeit als Übergangssaison, in der der UHCG Schwung holt.
Diese Aussage bezog sich auf die Geschehnisse vor dem Saisonstart. Wir mussten nach dem Spieler-Exodus quasi ein neues Team zusammenstellen. Die Saison 2016/17 diente dazu, sich zu finden. Um etwas zu schaffen, auf welches in der Saison 2017/18 dann aufgebaut werden kann. Natürlich gingen wir dazumal vom Erreichen des NLA-Ligaerhaltes aus. Obwohl die Gewissheit der Schwierigkeit dieses Unterfangens schon damals absolut gegenwärtig war.

Die Gefahr ist gross, dass es dies mit Spitzenunihockey beim UHC Grünenmatt-Sumiswald gewesen ist.
Dies sehe ich etwas anders, weil ich finde, dass auch in der NLB heutzutage Spitzenunihockey geboten wird. Für uns wird sich beispielsweise der Trainingsaufwand kaum verändern. Und die Reisen an die Auswärtspartien werden noch intensiver und weiter als in der NLA.

Sie glauben daran, dass weiterhin auf hohem Niveau Unihockey gespielt wird. Wann könnte dann Ihrer Meinung nach frühestens wieder ein Team von Grünenmatt-Sumiswald in der höchsten Spielklasse mitmischen?
Wie unsere langfristigen Pläne aussehen, dies ist Inhalt der Gespräche, welche in den nächsten Tagen und Wochen erfolgen werden.

Wieviele Spieler der jetzigen Mannschaft halten dem Team zum jetzigen Zeitpunkt auch in der NLB die Treue?
Wir haben bewusst erst einmal die wichtigen Spiele vorbei gehen lassen, um die Spieler nicht zusätzlich zu belasten. Sie sollten mit freiem Kopf aufspielen können. Nun werden die Gespräche stattfinden. Einen Exodus wie im Vorjahr möchten wir tunlichst vermeiden.

Was passiert mit dem Fanionteam-Aushängeschild Simon Flühmann?
Da habe ich wirklich keine Ahnung. Auch mit ihm wird das Gespräch gesucht.

Und was geschieht mit Trainer Roman Schrag?
Sämtliche personellen Fragen sind derzeit offen.

Stellt sich der Clubführung nicht die Frage, ob es in Zukunft beim UHC Grünenmatt-Sumiswald überhaupt noch Herren-Spitzenunihockey gibt? Wäre es nicht auch denkbar, sich als Ausbildungsclub zu positionieren?
Exakt solche, absolut berechtigte Fragen werden wir in den intensiven Gesprächen in den nächsten Tagen behandeln.

Die Gefahr einer kompletten Auflösung des 1985 gegründeten Vereins besteht nicht?
Nein, zu 100 Prozent nicht.

Was sind Ihre Hauptaufgaben in den nächsten Tagen?
Ich werde ganz viele Gespräche führen. Aus diesen wird mitunter hervor gehen, wie sich der UHC Grünenmatt-Sumiswald künftig positioniert.

Wann treffen sich die verbliebenen Spieler des Abstiegsteams wieder?
Es findet bereits diese Woche wieder ein Training statt.

Was glauben Sie: Wer holt sich den Schweizermeistertitel bei den Herren?
Ich wäre für eine Abwechslung und möchte deshalb den Titel Malans und dem Graubünden gönnen. Allerdings habe ich nichts gegen Wiler-Ersigen.

Es gibt derzeit beim UHC Grünenmatt-Sumiswald einen Lichtblick. Die U16-Junioren spielen am Wochenende um den Aufstieg in die höchste Stärkeklasse. Was trauen Sie den Jungs zu?
Sie haben im Berner Cup Halbfinal gegen die Unihockey Tigers trotz der Niederlage deutlich gezeigt, dass sie gegen ein Team aus der Stärkeklasse A mithalten können. Wenn die Jungs ihre Bestleistung abrufen können, traue ich ihnen den Sprung in die höchste Spielklasse absolut zu.

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