• Im Anschluss an den Info-Anlass luden die Organisatoren zum Apéro und weiteren Gedankenaustausch ein. · Bild: Felix Deprez

19.05.2017
Huttwil

Standortmarketing als Chance

Marcel Sommer, Vizepräsident der Einwohnergemeinde Huttwil und Präsident der Arbeitsgruppe Standortmarketing, begrüsste zum öffentlichen Informationsanlass in der Aula des Oberstufenschulhauses Hofmatt.

Huttwil · Begleitet wurde die Arbeitsgruppe Standortmarketaing von Urs Blaser (Blaser & Partner, Rickenbach, Olten) und Eva Gerber (Kontextplan), welche zu Beginn des Informationsabends auch Hintergründe zur Arbeit, der Vorgehensweise sowie den Resultaten (es wurden 20 Massnahmenblätter erarbeitet) präsentierte. Die Standortanalyse wie das daraus abgeleitete Standortmarketingkonzept habe ergeben, dass Huttwil vorteilhafterweise seine ländlichen Qualitäten («Land-Städtli») sichern, zugleich jedoch seine kleinstädtischen Infrastrukturen ausbauen müsste.

Attraktivitätssteigerung des Städtchens
Gemeindepräsident Walter Rohrbach hielt in seinen einleitenden Worten fest, dass die Übernahme der Massnahmen des Standortmarketings kongruent sei mit dem Legislaturplan des Gemeinderates. Und er zeigte sich dankbar, dass Herd- und Burgergemeinde jährliche Beiträge an das pro Jahr mit 90 000 Franken dotierte jährliche Budget beisteuern. Von der Arbeitsgruppe wurden die folgenden Schwerpunkte hervorgehoben.
– Für die jährlich um zirka 1,8 Prozent wachsende Bevölkerung müsse bevorzugt für mittelständische Familien – doch auch für den überdurchschnittlichen grossen Anteil von älteren Bewohnern – ein «proaktiver» Umgang mit den Auswirkungen des demografischen Wandels gesucht werden.
– Ein wichtiger Aspekt sei auch die Entwicklung der neuen Schlüsselzone um den Bahnhof. Migros und Coop würden hier (mit grosser Wahrscheinlichkeit) neue Akzente setzen und neue Entwicklungen bewirken. Wichtig sei gerade in diesem Zusammenhang aber auch, dass der Erhalt oder die Aufwertung der bestehenden grössseren und kleineren Detailhandelsgeschäfte  ein zentrales Anliegen bleiben müsse und eine mögliche Umnutzung von Liegenschaften oder neue Mischformen von Smartworking (Wohnen, Kultur und Begegnung) geprüft werden müsse.
– Hoch zu gewichten seien auch die Sicherung von bestehenden Arbeitsplätzen sowie die Förderung der Ansiedlung von neuen Industrie- und Dienstleistungsunternehmen.
Abschliessend wurde bezüglich Tourismus und Freizeit festgehalten, dass Entwicklungspotenzial und -perspektiven der Themenmärkte zu überprüfen sei, und das Projekt Mammutland soll ein Innovationstreiber werden. Auch gelte es, die Verankerung der Kulturförderung auf verschiedenen Ebenen zu überdenken. Ein erstes Projekt, die ungefähr 2½-monatige Versuchsphase am Brunnenplatz, wird in der zweiten Jahreshälfte durchgeführt.

Es geht nicht nur um Parkplätze
In der anschliessenden Frage- und Diskussionsrunde wurde eine Stimme laut, die sich über diese ihres Erachtens unsinnige Massnahme beschwerte und die Taktik der Arbeitsgruppe und der Gemeinden als masslose Bevorzugung der Grossverteiler sowie als Abschaffung der Kleindetaillisten anprangerte. Dem widersprachen Gemeindepräsident Walter Rohrbach wie auch Marcel Sommer mit differenzierten Aussagen vehement. Es gelte, das in Aussicht stehende neue Zentrum beim Bahnhof mit den Detaillisten im Städtli zu vernetzen, diesen in bestmöglicher Art zu grösserer Attraktivität und Effizienz zu verhelfen, um dem möglicherweise entstehenden Sog des grossen Um- und Neubaus entgegenzuwirken. Aus diesen Gründen würde auch die zeitlich nur kurze Versuchsphase am Brunnenplatz durchgeführt. Jacqueline Flückiger (Vizepräsidentin der Burgergemeinde) ergänzte, dass sie ebenfalls – am Beispiel des Städtchens Willisau orientiert – einen gelungenen Kompromiss anstrebe. Man müsse die Chancen nutzen, Neues auszutesten, andernfalls müsse man sich den Vorwurf gefallen lassen, keine Alternativen geprüft zu haben.
Die Vertreter der Einwohnergemeinde erklärten zum Abschluss des Informationsanlasses, dass der Investor des möglichen neuen Coop-Zentrums die Baubewilligung (seitens des Regierungsstatthalters) um zwei Jahre verlängern lassen könnte – die Gemeinde selbst diese aber nur für ein Jahr ausstellen würde und sie an einen angepassten Geländerückbau kopple.
Schliesslich werde – wohl im kommenden Jahr –  das Pilotprojekt der Umnutzung einer grossen Liegenschaft im Städtli aufgegleist. Zudem werde, sobald der Kanton die Gelder gesprochen habe, das Thema Ortsverkehr, mit Tempo 30, angegangen, auch um das Städtli attraktiver zu machen, und um Parkplätze beizubehalten.

Gut zu wissen
Das Konzept Standortmarketing ist auf der Homepage der Einwohnergemeinde aufgeschaltet: www.huttwil.ch

Von Felix Deprez

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