• Die Referenten der «Käser-Tagung» (von links): Bruno Käser, Benoît Sahli, Fritz Zürcher, Thomas Barmettler und Matteo Aepli. · Bild: Barbara Heiniger

15.02.2017
Oberaargau

Steigende Anforderungen im Schweinemarkt

Viele Informationen und Neuigkeiten rund um das Thema «Schweine» erfuhren die Teilnehmenden an der traditionellen «Käser-Tagung» in Walterswil. Als Referenten waren Matteo Aepli (Geschäftsführer SUISAG,) Thomas Barmettler (SUISAG Geschäftsbereich SGD) und Benoît Sahli (Melior) zu hören.

Walterswil · Herzlich begrüsste Bruno Käser die Tagungsteilnehmer in der Mehrzweckhalle Walterswil. «Es war ein durchschnittliches Schweinejahr», sagte er und streifte kurz die Marktlage. Weiter gab Käser zu bedenken, dass auch bei der aktuellen Preislage gelte, «wer nichts probiert, ändert auch nichts».Über Neuigkeiten der SUISAG (Dienstleistungszentrum für die Schweineproduktion) orientierte Dr. Matteo Aepli, Vorsitzender der Geschäftsleitung. Er stellte die drei Geschäftsbereiche vor und die neue Stabsstelle Export. Weiter erläuterte er die Kriterien Selektionsmerkmale und die neuen Qualitätsmerkmale. «Die Anforderungen steigen weiter», betonte Aepli. Den Schwerpunkt seines Referats legte er aber auf das neue Gesundheitsprogramm «SuisSano», welches von der SUISAG zur Optimierung des Antibiotika-Verbrauchs in der Schweizer Schweinhaltung lanciert wurde. «Der Antibiotikaeinsatz in der Schweinezucht und Schweinemast ist in der Öffentlichkeit ein vieldiskutiertes Thema, und es wurden bereits von verschiedenen Medien Artikel zum Thema publiziert. ‹SuisSano› ist unsere Antwort darauf», sagte der Referent. «SuisSano» ist ein Zusatzprogramm der SUISAG, das Betriebsdaten zugänglich und auswertbar macht, damit sie für die Betriebsberatung genutzt werden können. Als Datengrundlage werden Gesundheits- und Leistungsdaten sowie die Antibiotikaeinsätze auf dem Betrieb aufgezeichnet und ausgewertet. Das Programm wird von der gesamten Branche getragen. Mit der Zusage finanzieller Unterstützung des Bundesamtes für Landwirtschaft läuft es in die nächste Phase. Bereits sind rund 600 SGD-Betriebe im Programm dabei und weitere werden motiviert, mitzumachen. So kann erreicht werden, dass die Schweizer Fleischqualität sich deutlich gegen die Importware abhebt und der Konsument weiter bereit ist, einen Mehrpreis für Schweizer Schweinefleisch zu bezahlen.

«Gesundheit gibt es nicht umsonst»
Wie wichtig Gesundheit im Schwein-stall ist, zeigten Dr. Thomas Barmettler (stellvertretender Standortleiter SUISAG SGD Bern/Westschweiz) und Benoît Sahli (technischer Dienst Melior) unter dem Motto «Belastbare Gesundheit auf einem tragbaren Fundament» auf. «Die Gesundheit vom Schwein ist wichtig von der Gebärmutter bis ans Ziel», betonte Barmettler. Er zeigte auf, dass Abwehr von Krankheitserregern Energie und Leistung kosten, aber auch, was HPS (Glässer’sche Krankheit) für Symptome hat und wie die richtig Stalltemperatur sein sollte. Wichtige Punkte beim Stallbau und die Ursachen von Fundaments-Problemen bei Schweinen, wusste der Referent eindrücklich mit Beispielen zu dokumentieren. So wurde auch der Anatomie der Schweineklaue Beachtung geschenkt. «Die Belastung vom Ballenhorn ist grösser als beim Rind. Darum soll dem tragenden Teil des Tieres intensive Beachtung geschenkt werden. Dank Klauengesundheit ist es möglich, wirtschaftlicher zu produzieren», erklärte Benoît Sahli. Das Konzept der Melior «FeetFirst» (die Füsse zuerst) schenkt mit seiner Strategie diesen Merkmalen besondere Beachtung. Diverse gute, tier- und umweltverträgliche Produkte sind dafür im Handel erhältlich.

Die Jungsau ist das Kapital
Benoît Sahli verdeutlichte in seinen Ausführungen, was es heisst, gute Jungsaueneingliederung und ein gutes Jungsauenmangement zu haben. «Das Ziel einer guten Eingliederung ist eine hohe Lebensleistung. Muttersauen mit einem hohen Schnitt von verkauften Ferkeln sind rentable und wirtschaftliche Sauen. Dies ist noch wichtiger in den Zeiten mit wirtschaftlichem Druck. Langlebigkeit heisst auch tiefere Remontierungskosten. Eine Jungsau ist das Kapital des Betriebs, darum sollte sie gepflegt werden wie eine ‹Prinzessin›», meinte der Melior- Berater.
Über Nachrichten aus der Branche sowie über den «Mohrenbarometer» berichtete zum Abschluss Fritz Zürcher, Mitarbeiter Bruno Käser AG. «Wichtig ist es, die Fristen einzuhalten, aber die Anmeldung der Tiere bei uns klappt hervorragend», lobte er die anwesenden Landwirte und forderte sie weiter auf, mit Mut und Enthusiasmus nach vorne zu schauen.
Im zweiten Teil des interessanten Anlasses standen der Gedankenaustausch und das Zusammensein im Vordergrund, welche bei einem feinen Zvieri, offeriert durch die Bruno Käser AG, rege genutzt wurden. 

Von Barbara Heiniger

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