• La Compagnia Rossini am Silvesterkonzert im Barocksaal des Hotels Bären in Langenthal. · Bild: Marcel Bieri

03.01.2017
Langenthal

Stimmenzauber aus der Surselva

Als musikalischer Botschafter Graubündens gastierte La Compagnia Rossini im Barocksaal des Hotel Bären. Seit mehr als 35 Jahren feiert das Solistenensemble im In- und Ausland grosse Erfolge und wurde auch vom Langenthaler Publikum mit einer stehenden Ovation gefeiert. Traditionsreich liess das Stadttheater das alte Jahr ausklingen und widmete das Silvesterkonzert Stadtpräsident Thomas Rufener, der sich mit einem herzlichen Grusswort verabschiedet.

In rätoromanischer Sprache begrüsste Maestro Armin Caduff die zahlreichen Gäste und gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass La Compagnia Rossini in diesem festlichen Barocksaal auftreten darf.
Unter seiner Leitung offenbaren die sechs Sängerinnen und vier Sänger ihr professionelles Können auf hohem Niveau mit absoluter Sicherheit und Freude an der Musik. Das professionelle Ensemble überzeugt mit homogenem Chorklang ebenso wie mit ausdrucksstarken Solostimmen, in Duetten und Terzetten. Erstklassig, mit welcher Brillanz die Vokalgrössen auftreten und dies ohne je in eine Partitur zu blicken.
Am Flügel begleitet wird das mehrsprachige Programm mit Melodien aus italienischen Opern und anderen klassischen Glanzlichtern von Eric Christen. Der Pianist überzeugt mit seiner einfühlsamen und differenzierten Spielweise.
Besonders gefreut haben dürften sich viele Besucher der Langenthaler Gartenoper, als die beliebten Melodien aus «L’elisir d’amore» und «L’italiana in Algeri» erklangen. Viel Beifall erhielt die Ouvertüre aus Rossinis berühmtester Oper «Der Barbier von Sevilla». Zarten Glanz und Poesie verliehen die Sängerinnen einer Chopin-Etüde, bevor die schnelle Tritsch-Tratsch-Polka von Johann Strauss zum Mitklatschen animierte.

Eine singfreudige Familie
La Compagnia Rossini konzertiert jährlich an rund 100 diversen Anlässen und Konzertlokalen in unterschiedlicher Besetzung. Stets mit dabei der Opernbass von Leiter Armin Caduff und seine Frau Lisabet, Mezzosopran. Vater Caduff brilliert denn auch im Duett mit seiner Tochter Maria Catrina und Sohn Flurin Caduff, der mit seiner Interpretation von Waltzing Matilda, Australiens bekanntestem Volkslied, gefällt.

Glanzvolle Sopranistin
Mit ihrer natürlichen und klaren Stimme bezaubert Anica Defuns jedes Publikum. Die Sopranistin verbindet Klangschönheit mit Ausdruckskraft und Höhensicherheit. Bereits als 17-Jährige zeigte sich ihr Ausnahmetalent, das von Armin Caduff gefördert wurde. Sie tritt regelmässig als Konzert- und Oratoriensängerin auf. Im KKL Luzern und in der Tonhalle Zürich stand sie als Solistin mit Orchestern wie Philharmonie Baden-Baden, Orchestra Filarmonica Italiana Piacenza und Stuttgarter Symphoniker sowie verschiedenen Chören auf der Bühne.

Abschiedskonzert für Rufener
An seinem letzten Amtstag blickte Stadtpräsident Thomas Rufener auf seine langjährige Tätigkeit zurück und meinte schmunzelnd, dass ein Wechsel nun tatsächlich von Nöten sei. Während seiner Amtszeit kam auch der Kultur stets eine wichtige Rolle zu. Zu den Höhepunkten, die weit über die Region hinausstrahlten, gehören insbesondere die Renovation des Stadttheaters, aber auch die drei erfolgreichen Gartenopern oder der in Langenthal gedrehte Film «Der Goalie bin ig» nach dem Bestseller von Pedro Lenz. Neben dem gesanglichen Leckerbissen genoss Thomas Rufener zusammen mit den zahlreichen Konzertbesuchern das Apéro riche im renovierten Traffeletsaal des Hotel Bären, welches eigens zu diesem Anlass geöffnet hatte.

Fest der Stimmen
Nach der glanzvollen Darbietung bedankte sich das Publikum mit einer stehenden Ovation. Einen stimmungsvollen Schlusspunkt setzte das Ensemble mit Verdis Arie «La donna mobile», und eben diese Damen wurden zum neuen Jahr von charmanten Rosenkavalieren des Theaterteams mit einer roten Rose beschenkt.

Von Brigitte Meier

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