• Zu Gast bei der «Motorex» in Langenthal (von links): Walter Wirth, Niklaus Leuenberger, Thomas Rufener, Erich von Siebenthal und Reto Rettenmund. · Bild: Barbara Heiniger

29.11.2016
Region

Superrohstoff Holz im Fokus

An ihrer Generalversammlung tagten die Berner Waldbesitzer (BWB) unter Vorsitz von Erich von Siebenthal im Oberaargau. Die Organisation des Anlasses oblag dem Waldbesitzerverband Aarwangen. Vor der Behandlung der Verbandsgeschäfte stand der Besuch der Firma Motorex auf dem Programm. Zahlreiche Gäste überbrachten Grussworte und im Waldhaus Hochwacht konnte das Mittagessen sowie Zusammensein genossen werden.

Herzlich wurden die Waldbesitzer aus dem ganzen Kanton Bern in Langenthal bei der «Motorex» begrüsst. Das Unternehmen ist heute der grösste Schweizer Schmierstoffhersteller mit Vertrieb in 80 Ländern.
Begonnen hat die erfolgreiche Firmengeschichte 1917 als Arnold Bucher in Bützberg mit der Herstellung der Leder- und Bodenpflegemittel Rex begann. Mit der Motorisierung verlagerte sich die Geschäftstätigkeit zunehmend und 1947 wurde aus «Rex» die Firma Motorex.

«Der wahre Arbeitgeber ist der Kunde»
Auf dem informativen Rundgang  durch die verschiedenen Abteilungen, die von Reto Rettenmund (Verkaufsleiter Agrar, Bau, Transport) sowie weiteren Motorex-Mitarbeitenden geführt wurden, konnten die Berner Waldbesitzer feststellen, dass die Motorex-Unternehmenskultur von den Mitarbeitenden aktiv gelebt wird, getreu dem Motto «der wahre Arbeitgeber ist der Kunde». Ein herzliches Willkommen kam auch von Edi Fischer (CEO), welcher den Gästen verriet, dass er sein Studium zum Teil mit Akkordholzen verdient hätte. Das Familienunternehmen mit rund 250 Beschäftigten ist in der Stadt Langenthal ein wichtiger Arbeitgeber. Die Schweizer Firma mit den Wurzeln im Oberaargau ist weltweit durch die grünen Fässer bekannt. Dies bestätigte auch Thomas Rufener (Stadtpräsident Langenthal) in seiner Grussbotschaft an die Berner Waldbesitzer. Grüsse und die besten Wünsche von Regierungsrat Christoph Amman überbrachte Roger, Schmidt (Amtsvorsteher im Amt für Wald des Kanton Berns) an die Versammlungsteilnehmer. «Das Interesse von Regierungsrat Christoph Amman am Wald, speziell dem Schutzwald, ist gross. Es ist wichtig, neue Wege zu gehen und gut zusammen zu arbeiten», sagte Roger Schmidt. Das kantonale Amt für Wald (KAWA) setzt sich für einen nachhaltig bewirtschafteten Wald ein, der seine Funktionen auf lange Zeit erfüllen kann. Für Fragen rund um den Wald und die Naturgefahren sowie die Wahrung der öffentlichen Interessen am Wald und den Schutz vor den Naturgefahren Lawinen, Rutschungen, Eis- und Steinschlag, ist das KAWA da. Im Namen der Waldbesitzer Aarwangen hiess deren Präsident Walter Wirth (Ursenbach) die bernischen «Kollegen» willkommen. «Insgesamt 3100 ha Wald und 242 Mitglieder umfasst der Waldbesitzerverband Aarwangen, davon sind 16 Burgergemeinden» sagte Walter Wirth.
Gemeindepräsidentin Erika Meyer-Lanz stellte den Tagungsort Hochwacht vor und gab einige Facts aus der Gemeinde Reisiswil bekannt. Geschäftsführer Stefan Flückiger erinnerte die Berner Waldbesitzer daran, dass alle gefordert seien, um den Superrohstoff Holz zu vermarkten. «Es ist wichtig, das Beste aus dem edlen, nachwachsenden Produkt Holz zu holen, es braucht uns alle. Wir müssen uns am Markt gut positionieren» sagte Stefan Flückiger.

Hochleistung mit Buche
Die traktandierten Geschäfte wurden unter Präsident Erich von Siebenthal diskussionslos abgewickelt. Ohne Fragen wurden der Jahresbericht und die Jahresrechnung genehmigt. Die Mitgliederbeiträge wurden unverändert genehmigt. Zur Wahrung der Interessen der Berner Waldbesitzer an einer nachhaltigen Waldwirtschaft benötigt der BWB sowohl die Kompetenz auf politischer Ebene, als auch auf rechtlicher Ebene die Interessen anzumelden und durchsetzen zu können. Aus diesem Grunde wurde eine Revision der Statuten beschlossen. Damit soll die Wirkung des Verbandes verstärkt werden. Die Berner Waldbesitzer vertreten die Anliegen der rund 36 000 Waldeigentümer mit 176 000 Hektaren im Kanton Bern (www.bwb-pfb.ch). Auch nach der Revision des eidgenössischen Waldgesetzes, das die Erwartungen der Berner Waldbesitzer nur in geringen Teilen erfüllt hat, engagiert sich Präsident Erich von Siebenthal mit waldpolitischen Vorstössen auf nationaler Ebene.
In einem Referat stellte Stefan Vögtli FAGUS Jura vor. Seit einigen Jahren boomt in der Schweiz das Bauen mit Holz. Bislang konnte die Buche von diesem erfreulichen Trend wenig profitieren, obwohl sie bezüglich Festigkeit hervorragende Eigenschaften aufweist, denn die Aufbereitung von Buche als Baustoff galt lange als zu aufwändig und teuer. 2014 gründeten Waldbesitzerorganisationen zusammen mit Sägewerkbetreibern die Firma FAGUS Jura AG. Im Kanton Jura plante und baute die Firma ein bisher einzigartiges Produktionscenter zur Herstellung von Buchenleimholz. Maschinenbauspezialisten haben speziell für die Verarbeitung von Buchenholz Anlagen entwickelt. Diese können jährlich bis zu 20 000 m³ hochwertiges Buchenkonstruktionsholz herstellen. Entwicklungspartner von FAGUS Jura sind unter anderem die Berner Fachhochschule und die ETH Zürich. 

Von Barbara Heiniger

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