• Das geplante Freizeitkonzept Oberaargau soll nicht bloss durch schöne Fotos bestechen (im Bild der Äschisee), sondern auch durch eine einfache und verständliche Sprache und Nutzen für die Gemeinden aufzeigen. · Bild: Walter Ryser

22.11.2017
Oberaargau

Tourismus und Gesundheit fördern

Die Delegierten der Region Oberaargau stimmten an ihrer Versammlung der Revision des regionalen Sachplans Abbau, Deponie und Transporte zu und genehmigten dafür einen Kredit von 225 000 Franken. Tourismus- und Gesundheitsförderung waren ebenfalls Thema an der Delegiertenversammlung.

Oberaargau · Keine grossen Wellen warf die Delegiertenversammlung der Region Oberaargau, die lediglich einen Beschluss zu fassen hatte. Dieser betraf die Revision des regionalen Sachplans Abbau, Deponie und Transporte. Der Verein Region Oberaargau ist nämlich auf Stufe Richtplan für die langfristige Sicherstellung der regionalen Ver- und Entsorgung mit Steinen, Kies und Sand zuständig. Sie führt die regionale Richtplanung Abbau, Deponie, Transporte (ADT) bei Bedarf nach, in Form von Einzelanpassungen oder als Gesamtrevision. Eine Analyse der Firma Cycad hat zwar ergeben, dass momentan weder im Bereich Deponie noch Abbau ein Notstand herrscht. Gleichzeitig wird aber aufgezeigt, dass mehrere Gründe für die Überarbeitung des regionalen Richtplans sprechen. Insbesondere gelte es die unbefriedigende Entsorgungssituation bei Aushub und Inertstoffen im südlichen Regionsteil zu verbessern, den intakten Wettbewerb unter den Anbietern zu gewährleisten und allenfalls Korrekturen in den unterschiedlichen Reservesituationen bei verschiedenen Abbau- und Auffüllstellen aufzuzeigen.

Grosser Kiesreichtum
Der Vorstand der Region Oberaargau hat deshalb entschieden, die Gesamtrevision der regionalen Richtplanung ADT in Angriff zu nehmen. Die aktuelle Situation der Ver- und Entsorgung soll dabei flächendeckend den ganzen Perimeter der Region Oberaargau berücksichtigen. Die aktualisierte Richtplanung ADT soll die langfristige Ver- und Entsorgung der Region (Planungshorizont von 30 bis 45 Jahren) sicherstellen. Roland Grütter (Gemeindepräsident Seeberg, Präsident Kommission ADT) wies darauf hin, dass der Oberaargau ein Gebiet mit grossem Kiesreichtum sei, weshalb die Revision des Sachplanes Sinn mache. Zur Schliessung von allfälligen Deckungslücken sind im neuen Plan Erweiterungen von bestehenden Standorten oder neue Abbau- und Deponiestandorte zu bezeichnen und fest-
zusetzen. Vorgesehen ist, dass der neue Richtplan an der DV im November 2020 von der Region Oberaargau genehmigt wird. Der Bruttokredit beläuft sich auf 225 000 Franken, verteilt auf die Jahre 2018 bis 2021. Vom Kanton Bern werden dafür Subventionen in Höhe von 112 500 Franken in Aussicht gestellt. Diskussionslos stimmten die Delegierten der Region Oberaargau der Revision des regionalen Sachplans Abbau, Deponie und Transporte zu und genehmigten den dafür vorgesehenen Kredit.
Sybille Schönmann (Niederbipp, Präsidentin Arbeitsgruppe Tourismus) orientierte die anwesenden Gemeindevertreter, dass die Mitwirkung zum Freizeitkonzept Oberaargau abgeschlossen sei. Diese wurde nötig, nachdem Langenthal bei der letzten Delegiertenversammlung mit einem Rückweisungsantrag erfolgreich war und das Konzept in eine Zusatzschlaufe schickte. Zahlreiche Anregungen und Inputs seien während der Mitwirkung eingegangen, erwähnte Schönmann. Es gelte, den Nutzen für die einzelnen Gemeinden klar aufzuzeigen, wurde beispielsweise gefordert. Weiter müssten nutzbare Angebote definiert werden und ganz speziell müsse das Konzept in einer einfachen und gut verständlichen Sprache abgefasst werden. Auch die Kosten beschäftigen die Gemeinden, die bereit sind, maximal zwei Franken pro Einwohner, lieber aber etwas weniger, für das Freizeitkonzept aufzuwenden. Bevor das Konzept den Delegierten zur Abstimmung vorgelegt wird, sollen in den Subregionen zusätzliche Workshops stattfinden. Dabei soll das Konzept im Detail vorgestellt werden, auch biete sich an diesen Anlässen Gelegenheit, weitere Ideen einzubringen, betonte Stefan Costa, Geschäftsführer der Region Oberaargau.

«Zwäg ins Alter»
Beim Thema Gesundheitsförderung orientierten Vertreter der Pro Senectute über zwei spezielle Angebote der Dienstleistungsorganisation für ältere Menschen, die heuer ihren 100. Geburtstag feiert. «Zwäg ins Alter» ist ein Programm, das ältere Menschen darin unterstützt, ihre Gesundheit zu erhalten und zu fördern. In Veranstaltungen und Kursen vermitteln kompetente Fachpersonen Wissen und Anregungen für die Gestaltung des Alltags. Zudem ermöglichen sie Kontakte und Begegnungen und regen zum Austausch an. Ein zweites Projekt widmet sich der Gemeinwesenarbeit im Kanton Bern. «Wir bauen Brücken zwischen Einzelpersonen, Gruppen, Organisationen und Institutionen. Die Schnittstellen verbinden wir, um Prozesse und Angebote aufeinander abzustimmen», betonte Markus Schneeberger, Regionalleiter Pro Senectute Emmental-Oberaargau. Dadurch fördere und stärke man informelle und formelle Netzwerke in Quartieren, Gemeinden sowie Regionen und ebne älteren Menschen den Zugang zu sozialen und gesellschaftlichen Angeboten. Die intensiven Anstrengungen von Pro Senectute würden speziell im Kanton Bern erste Erfolge zeigen, stelle man doch fest, dass ältere Menschen hier später in Heime eintreten würden als in andern Kantonen, hielt Schneeberger abschliessend fest.
Zum Schluss der DV blickte Präsidentin Charlotte Ruf (Herzogenbuchsee) auf das 50-jährige Bestehen der Re-gion Oberaargau zurück, erwähnte einige Meilensteine und nahm mit grosser Freude die Grussworte von Regierungsrat Christoph Neuhaus entgegen, der die Stärken der kleinen Region hervorhob und den Oberaargau als wirtschaftlich wichtigen Standort im Kanton Bern lobte. 

Von Walter Ryser

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