• Horst Egger und Hans Bernasconi vor dessen Werken. · Bild: Felix Deprez

05.12.2016
Oberaargau

Transferdrucke im Eggenschwiler-Haus

Dank des anlässlich der letztjährigen ArtVent gewonnenen Publikumspreises erhielt Hans Bernasconi die Möglichkeit, im Stiftungshaus von Franz und Rosemarie Eggenschwiler-Wiggli eine Einzelausstellung einzurichten. Eine seltene Gelegenheit, eine einmalige Chance, sich dem Kunstpublikum zu präsentieren – Hans Bernasconi nutzt die Chance.

Eriswil · Die Ausstellung von Hans Bernasconi wurde wie gewohnt vom Eriswiler Kunstschaffenden Heinz Allemann eingerichtet. Aus dem sehr kunstinteressierten Umfeld des Preisträgers nahmen zahlreiche Kunstinteressierte die Gelegenheit wahr, sich die umfassende Werkschau des eine «moderne» Technik anwendenden Künstlers anzuschauen. Des Künstlers Schwager, Alois Müller-Allemann, führte die aufmerksamen Vernissage-Besucher mit sehr aufschlussreichen Erläuterungen in die Werke von Hans Bernasconi ein.

… kreativ werden musst du!
Pensioniert? – kreativ werden musst du! Dies wurde ihm, dem nach Zeichnerlehre und Tiefbaustudium erfolgreichen Ingenieur, aus engstem Familienkreis aufgetragen; dabei sei er doch schon immer – mit der Fotokamera – kreativ tätig gewesen. Nun, so vertiefte er sich in die Transfertechnik und erhob sie zu seinem Steckenpferd – einem erfolgreichen, wie die Geschichte zeigt. Dabei stand für ihn die Frage im Zentrum, wie bringt man ein Foto in ein Bild hinein; mit dem Transferdruck gelang es ihm, wie nun auch seine Einzelausstellung deutlich aufzeigte, vortrefflich.
Im Transferdruck würden, so erläuterte Alois Müller-Allemann, vereinfacht ausgedrückt, Klebstoff aufs spiegelverkehrte Bild aufgetragen und das noch feuchte Foto auf einen ebenfalls noch feuchten, lackierten Bildträger geklebt. In seiner sehr sehenswerten Ausstellung verwendet der Künstler vor allem solche aus Holz, vielfach auch aus Acrylpapier sowie Acrylglas und Leinwand; für ein Ausstellungsobjekt benützt er Stahlblech.

Laudatio von Alois Müller-Allemann
In seiner Laudatio hob Alois Müller-Allemann hervor, dass Hans Bernasconi die Ausstellung nach Themen geordnet hat. Über allem stehe die Liebe zur Fotografie, Bezug zur Natur, im speziellen die Nähe zum Saanenland. Weitere Aspekte stellen die Beziehung zu Italien, zur Architektur, (Städte)-Bau und Geometrie sowie diejenige zu seiner Familie dar; ein letztes Tätigkeitsfeld bildet die Eisenbahn. Ein    aussergewöhnliches Familienprojekt, eine spezielle Komposition, wurde im Verlauf des Abends besonders hervorgehoben.

Familientrio
In einem Trio hatte der Künstler eine Fotografie seines Sohnes Mario, einen davon ausgehenden Transferdruck, sowie einen dreidimensionalen Würfel vereint. Schliesslich wählte er die von ihm sehr geschätzten drei X, verschlossene Türen repräsentierend, aus, um sich, zusammen mit Horst Egger, vor einigen seiner Werke ablichten zu lassen. Eine sehr gewinnende, sympathische Ausstellung und Werkschau des Balsthaler Gestalters, welcher mit moderaten Preisen, welche ihn mindestens für die Kosten für die diversen Materialen entschädigten, aufwartet. Der attraktive Besuch der Einzelausstellung wurde mit einem feinen Apéro mit leckerem Olivenbrot, Käse und Kürbissuppe abgerundet. Die Ausstellung bleibt bis am 11. Dezember bestehen.

Gut zu wissen
Die Ausstellung bis zum 11. Dezember ist jeweils geöffnet an Samstagen und Sonntagen von 13 bis 17 Uhr. Finissage am 11. Dezember, 13 Uhr.

Von Felix Deprez

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