• Nicht ganz so einfach: Luzia Lötscher aus Hofstatt und Fabienne Wechsler aus Luthern versuchen vom Pferderücken aus einen schwingenden Korb zu treffen. · Bild: Karin Rohrer

03.11.2017
Sport

Über 90 Patrouillen am Jubiläum

25. Patrouillenritt des Pferdezucht- & Pferdesportvereins Willisau – Traditionell treffen sich Ende Oktober die Rösseler aus Nah und Fern am Patrouillenritt in Willisau. Sie wissen, dass sie ein mit Liebe zum Detail organisierter Anlass erwartet. So war auch die 25. Jubiläums-Ausgabe des Rittes von einfallsreichen Posten, netten Helfern und einem speziellen Gabentisch geprägt.

Reitsport · Dass sich die Patrouillen-Reiter nicht von garstigem Wetter abhalten lassen, ist hinlänglich bekannt. So erstaunte es auch nicht, dass sich nur gerade zwei der total 94 angemeldeten Patrouillen abgemeldet hatten, obwohl die Wettervorhersage nicht all zu optimistisch war. Kräftige Winde sorgten für wehende Mähnen. Klamme Finger taten der guten Stimmung der Reiter aber keinen Abbruch.

Die Ruhe selbst
Bereits beim ersten Posten war eine ruhige Hand gefragt, wenn mit einer Greifzange Minigolfbälle auf Pylonen platziert werden sollten. «Das ist sein erster Patrouillenritt überhaupt. Ich staune, wie gelassen er diesen ersten Posten bewältigt hat», freute sich eine Reiterin über ihren jungen Freiberger, der ruhig neben dem Fass stand und interessiert zuschaute, wie seine Besitzerin mit den Minigolfbällen hantierte. Mit viel Streicheleinheiten für das Pferd und einem Lächeln auf dem Gesicht nahm die Reiterin mit ihrer Kollegin die Strecke zum nächsten Posten in Angriff.

Angepasste Strecke
Auf den ersten Blick sah eine Aufgabe im Wald, nämlich mehrere kleine Plüschtiere in einen Korb zu werfen, ziemlich trivial aus. Grosse Augen machten die Reiter, wenn der Postenhelfer dann dem Korb einen Schubs gab und die Treffsicherheit nun auf ein schwingendes Objekt hinauslief. Infolge der vielen Anmeldungen hatte sich das OK entschlossen, einen Posten wegzulassen und die Reitstrecke etwas zu verlängern, damit es zu weniger Wartezeiten kommt und auch die letzten Reiter vor Einbruch der Dunkelheit wieder beim Ziel im Werkhof Willisau waren. So konnten die Teilnehmer auf der etwas mehr als 15 Kilometer langen Strecke rund um Willisau und Alberswil die Gegend geniessen. Vreni Stöckli vom OK ist seit 24 Jahren für das reibungslose Gelingen des Patrouillenrittes verantwortlich. «Die erste Austragung habe ich noch selber im Sattel absolviert», schmunzelte Vreni Stöckli, deren Ehemann Beat für die Ideen und Verwirklichung der Posten zuständig war.

Teamwork gefragt
Nicht nur die fantasievolle Eingebung, was man von den Reitern verlangen könnte, sondern auch die mit viel handwerklichem Geschick umgesetzten Bauten der Postenhindernisse beeindruckten. So durften die Reiter eine Art Air-Hockey auf dem Tisch spielen, aber die Bälle mussten mit Wasser aus Sprühflaschen angetrieben werden. Oder es mussten möglichst viele Holzklötze aufgebaut werden für ein etwas spezielles Domino. Das Aneinanderhängen von Hufeisen erforderte Geschick und Feingefühl der Reiter und zugleich etwas Glück, dass nicht eine Windböe das Kunstwerk zerstörte. Ein Engnis mit Styropor-Nudeln und weitere Aufgaben galt es unterwegs noch zu bewältigen und auch hier stand das Zusammenspiel von Reiter und Pferd wie ein gut aufeinander abgestimmtes Angehen der Hindernisse im Vordergrund.  Die Fleischpreise und berühmten Willisauer Ringli waren begehrt auf dem Gabentisch. Zur 25-Jahr-Feier gab es anstelle von Stallplaketten und Flots ein Badetuch des Pferdezucht- & Pferdesportvereins Willisau, eine schöne wie praktische Erinnerung an den Jubiläumsritt.

Von Karin Rohrer


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