• Peter Gerber aus Affoltern wenige Tage vor seinem WM-Start in Kapalula auf der hawaiianischen Insel Maui. · Bild: Dominic Scheidegger

26.10.2018
Sport

Unverhofft an die WM nach Hawaii

Peter Gerber, Ausdauersportler aus Affoltern – Peter Gerber aus Affoltern tritt morgen Sonntag in Kapalua auf der Insel Maui in Hawaii zur WM im Crosstriathlon an. Der zweifache Familienvater erhofft sich einen Top-10-Platz in der Alterskategorie.

Triathlon · Erst seit 2016 betreibt der am Dienstag 35 Jahre alt werdende Peter Gerber den Ausdauersport ambitioniert. «Ich habe vorher vor allem Eishockey gespielt», sagt der Affolterer. Via dem Mountainbiken fand er den Zugang zu allen anderen Ausdauersportarten. «Ich habe daran einfach unglaublich grossen Spass.» Und die unzähligen Trainingsstunden, bei welchen Gerber immer darauf achtet, dass er sie vielseitig und effektiv bestreitet, haben ihn flink vorwärts gebracht.

Plötzlich ein neues Ziel
Die Erfolge blieben nicht aus. In diesem Jahr wurde Peter Gerber mitunter Zweiter in der Gigathlon-Singlekategorie. Er gewann die Einzelkategorien am «Run & Bike» in Gondiswil sowie am Biennathlon. Und er siegte im Juni am Xterra Switzerland in Vallée de Joux in seiner Altersklasse. Dieser Sieg hatte ungeahnte Folgen. «Ich erhielt einen Infozettel, dass ich mich damit für die Xterra-Weltmeisterschaft auf Hawaii qualifiziert habe», erzählt Gerber. «Erst war ich überrascht, weil ich nicht damit gerechnet habe. Anschliessend begann es mich zu reizen.» Schon länger liebäugelte Peter Gerber mit einem solchen Wettkampf. «Viele Kollegen haben mich längst zu einem solchen Start ermuntert. So habe ich mich nach Rücksprache mit meiner Familie entschlossen, dieses Abenteuer zu wagen», erklärt Gerber. «Meine Frau zeigt grosses Verständnis und viel Begeisterung für meine sportliche Betätigung, was ich enorm schätze.» Statt der geplanten Pause hatte Gerber damit unverhofft ein neues sportliches Ziel, welches viel Trainingsfleiss verlangte.

Mitfinanzierung durch Sponsoren
Der zeitliche sowie der finanzielle Aufwand für die Reise auf die 12 000 km entfernte Insel ist nicht ganz ohne. «Ich bin meinen Sponsoren sehr dankbar. Sie helfen mit, Flug, Unterkunft und Startgeld zu tragen.» Peter Gerber reiste zusammen mit seinem Staff bestehend aus Dominic Scheidegger, Stefan Purtschert sowie Martin und Stefan Gerber eine Woche vor dem Wettkampf auf die Insel im Zentralpazifik. «Um mich perfekt akklimatisieren zu können», erklärt der zweifache Familienvater. Mit seinem Team bewohnt er in der Nähe der Wettkampfstrecke einen Bungalow.
Die Xterra ist ein Cross-Triathlon-Ausdauerwettkampf. Im Jahr 2000 wurde die Rennserie mit Rennen in Canada, England und Japan auch ausserhalb der USA ausgeweitet. Heute gibt es 43 Rennen in 33 Ländern. 14 davon finden in Europa statt. Im Xterra-Cross-Triathlon werden seit 1996 Weltmeisterschaften ausgetragen. Und dieser WM-Wettkampf auf Maui bildet das Saisonhighlight der Xterra-Rennserie.

Spezielle Schwimmstrecke
Morgen Sonntag steht der Wettkampf auf dem Programm. «Nervös bin ich nicht. Ich konnte mich vor Ort gut auf das Schwimmen im Meer vorbereiten», meint Gerber. Die 1,5 km in seiner Sorgendisziplin kommen dem Affolterer sowieso entgegen. Es wird nicht die ganze Strecke am Stück geschwommen. Die Athleten schwimmen ins Meer hinaus um eine Boje und retour. Anschliessend gibt es eine zuschauerattraktive kurze Lauf-Strandpassage, ehe noch einmal eine identische Schwimmschlaufe zurückgelegt werden muss. «Dieser kurze Break an Land kommt mir sicher entgegen.»
Keine Sorgen muss sich Peter Gerber in seiner Paradedisziplin Mountainbiken machen. Auf den 32 Kilometern und 1000 Höhenmeter durch unwegsames Küstengelände wird er zu den Besten gehören. Abgeschlossen wird der Triathlon mit einem 10,5 km langen Traillauf. Die Xterra-WM unterscheidet sich vom zwei Wochen zuvor auf Hawaii ausgetragenen Ironman darin, dass die Distanzen viel kürzer sind, die mittlere Strecke statt auf dem Rad auf dem Bike absolviert wird und dass die Bike- und Laufstrecken nicht über Asphalt führen. «Ausserdem ist der Stellenwert und das Zuschauerinteresse natürlich viel weniger hoch», ergänzt Gerber.

Top-10-Platz als Zielsetzung
Der Entwicklungsingenieur in der Afag Automation AG in Huttwil freut sich auf das spezielle sportliche Abenteuer. Wie immer tritt er ambitioniert an die Startlinie. «Ich möchte es in meiner Alterklasse 35 bis 39 Jahre unter die Top-10 schaffen», nennt Gerber seine Zielsetzung. 68 Athleten aus verschiedensten Ländern stehen auf der Startliste. Darunter ist auch der Name Stefan Kumli zu finden. Der ehemalige Eishockeyspieler wohnt in Nidau und ist in Huttwil aufgewachsen. Gesamthaft treten ungefähr 700 Triathletinnen und Triathleten zur Xterra-WM in der Ortschaft Kapalua an. «Overall erhoffe ich mir eine Top-50-Klassierung», sagt Gerber.  

Von Stefan Leuenberger

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