• «reformiert»-Geschäftsleiter Manfred Baumann stellt «seine» Zeitung vor. · Bild: H. Mathys

05.05.2017
Langenthal

Ursenbacher kommt, Melchnauerin geht

Der Ursenbacher Pfarrer Durs Locher nimmt neu Einsitz im Vorstand des Kirchlichen Bezirks Oberaargau, dem 21 Kirchgemeinden angeschlossen sind. Drei Kommissionsmitglieder verabschieden sich – auch Verena Meier aus Melchnau.

Die seit Januar dieses Jahres in Aarwangen tätige Pfarrerin Tatjana Cárpino Satz sorgte im Zwinglihaus in Langenthal für eine gelungene Einleitung. Sie lobte positive Ansätze der «Vision Kirche 21» der reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn sowie die «klaren, transparenten» Strukturen der Landeskirche.

Vakanz im Vorstand
Christoph Kipfer (Herzogenbuchsee) erläuterte die aktuelle Situation im Vorstand des Kirchlichen Bezirks Oberaargau (KBO). Anlässlich der Herbstbezirkssynode 2016 hatten die Stimmberechtigten  beschlossen, den bisher 9-köpfigen auf einen 7-köpfigen Vorstand zu reduzieren.
Mit Durs Locher stellte sich der Ursenbacher Pfarrer zur Verfügung, der mit Applaus in den KBO-Vorstand gewählt wurde. «Wir suchen noch eine siebte Person», verwies Präsident Kipfer darauf, dass der Vorstand selbst nach Lochers Wahl noch nicht die erforderlichen sieben Mitglieder umfasst. Eine Vakanz bleibt im Moment bestehen.  
Zwei bisherige, verdienstvolle Mitglieder haben sich aus der  Kommission Ökumene, Mission, Entwicklung verabschiedet – die ehemalige Langenthaler Kirchgemeindratspräsidentin Verena Kunz-Grädel und die Melchnauerin Verena Meier. Sie werden durch Sophia Schmocker (Sozialdiakonie Langenthal) und Martin Walser (Oberbipp, früher  Koppigen) ersetzt. Auch bei der Begleitkommission Spitalpfarramt gab es eine mit Applaus quittierte Neuwahl: Pamela Wyss, Pfarrerin in Wangen an der Aare, ersetzt Pfarrerin Sibylle Erhardt, die jetzt nicht mehr am Jurasüdfuss, sondern in der Stadt Basel wohnt.    
Mit einem Defizit von 10 800 Franken – budgetiert war ein solches von 22 300 Franken – schliesst die von Kassierin Sandra Grütter aus Seeberg vorgestellte Jahresrechnung 2016. Dies bei Gesamterträgen von 355 100 Franken.
Durch eine Neuregelung des Kantons wird der KBO bei der Spitalseelsorge finanziell entlastet. Weil Ende Dezember 2015 die Spitalversorgungsverordnung geändert hat und die Spitäler nun grundsätzlich für die Finanzierung einer Spitalseelsorge verantwortlich sind, muss der Vertrag mit dem Spital Region Oberaargau, also der SRO AG, neu ausgehandelt werden. Als Übergangslösung – bis der Vertrag neu geregelt ist – wurde fürs Jahr 2016 eine Reduktion des Beitrages von 90 000 auf neu 60 000 Franken vereinbart. Fürs Jahr 2017 sind es noch 45 000 Franken.
Per 31. Dezember 2016 beträgt das Eigenkapital 106 500 Franken. Dies bei einem Finanzvermögen von 135 500 und einem Fremdkapital von 29 000 Franken.
Als Gäste der KBO-Frühlingsbezirkssynode stellten sich drei Referenten vor, die über die Zeitung «reformiert» informierten, welche früher «Saemann» hiess. «reformiert» ist eine Kooperation von vier reformierten Mitgliederzeitungen und erscheint in einer Gesamtauflage von 708 000 Exemplaren in den Kantonen Aargau, Graubünden und Zürich sowie – mit einer Auflage von 338 500 Exemplaren – Bern-Jura-Solothurn. Im Bezirk Bern-Jura-Solothurn ist Pfarrer Lorenz Wacker (Kirchberg) Präsident des Vereins «reformiert».
Er stellte die Kirchenzeitung als «unabhängig und kirchenorientiert» vor. Die reformierte Kirche Langenthal habe mit dem «Profil» ein eigenes Blatt, bemerkte Wacker, was ohne weiteres als kleiner Seitenhieb zu verstehen war.

Weiterhin «eigenes Züglein» fahren
Es ist kein Geheimnis, dass die «reformiert»-Verantwortlichen die Auflage  erhöhen, dazu die reformierte Kirche Langenthal ins Boot holen und «reformiert» in der Stadt unter die Kirchenmitglieder bringen möchten. «reformiert-Geschäftsleiter Manfred Baumann wies darauf hin, dass das «Profil» der reformierten Kirche Langenthal ebenso bei der Langenthaler Merkur Druck AG gedruckt werde wie seit 16 Monaten «reformiert».
Baumann schwärmte von dieser neuen Zusammenarbeit. Die Werbetrommel rührte auch «reformiert»-Vorstandsmitglied Pius Bichsel, Pfarrer von Seeberg.
Beim «kleinen Imbiss» nach der Frühlingsbezirkssynode begründete der Langenthaler Kirchgemeinderat Richard Bobst, weshalb die reformierte Kirche Langenthal mit ihrem «Chileblettli» ein eigenes Züglein fährt und ihre Leserschaft direkt, also nicht via «reformiert» erreichen will. Bobst anerkannte die Qualität der ebenfalls monatlich erscheinenden Zeitung «reformiert», nannte aber einige Argumente, die klar fürs Beibehalten des «Profil» sprechen. Hauptgrund sei der hier mit acht Seiten ausreichend vorhandene, der Grösse der Kirchgemeinde angemessene Platz für Infos, Texte und Fotos.

Von Hans Mathys

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