• Thomas Rufener, Besitzer des Gasthauses Hirschenbad, erkundigt sich vor Ort über den Stand der Bauarbeiten. · Bild: Walter Ryser

12.10.2018
Langenthal

Verjüngungskur für das «Hirschenbad»

Das Gasthaus Hirschenbad in Langenthal wird einer Verjüngungskur unterzogen. Thomas Rufener, ehemaliger Langenthaler Stadtpräsident, hat die Liegenschaft erworben, die er aktuell einer Totalsanierung unterzieht. Rufener plant im nächsten Herbst ein neues Kapitel in der Geschichte des Traditionshauses aufzuschlagen.

Thomas Rufener ist momentan fast täglich auf der Baustelle beim Gasthaus Hirschenbad in Langenthal anzutreffen. Der ehemalige Stadtpräsident hat vor einigen Jahren die Liegenschaft käuflich erworben. «Das schützenswerte Gebäude, die tolle Lage und die traditionsreiche Gastro-Geschichte des Hauses haben es mir angetan», begründet er seinen Entscheid, das «Bedli» in den Besitz der Familie Rufener zu überführen. Es sei keine spontane, von den Emotionen getriebene Entscheidung gewesen, erwähnt der 64-jährige Landwirt und Unternehmer. «Im Gegenteil, wir haben uns eingehend mit der Frage auseinandergesetzt, was wir mit und aus dieser Liegenschaft machen wollen», gibt er zu verstehen.

Brücke zwischen Tradition und Moderne
Er sei überzeugt, dass der Gasthof mit einem guten Konzept über ein vielversprechendes Gastro-Potenzial verfüge, berichtet er weiter. Die Liegenschaft beinhaltet etliche, verschieden grosse Räume, die sich für diverse Verwendungszwecke eignen. Das angrenzende Land bietet Platz für eine grosszügige Gartenwirtschaft, wo auch ein gedeckter Bereich vorgesehen ist. Im ehemaligen Gewölbekeller entsteht ein Raum für kleinere und grössere Veranstaltungen. Mit seinen rund 100 Steh- respektive 60 Sitzplätzen biete der Raum genug Platz für Veranstaltungen aller Art, liest man auf der Webseite des Gasthauses, die erst seit ein paar Tagen online ist (www.hirschenbad.ch). Dazu verfügt man auf der gegenüberliegenden Strassenseite über ausreichend Parkmöglichkeiten. Im Frühjahr hat Thomas Rufener das Projekt in Angriff genommen. Das 1728 erbaute Gasthaus wird einer kompletten Verjüngungskur unterzogen. Nebst dem Architekturbüro Lüscher Egli AG  hat Rufener für die Umsetzung seines Vorhabens auch den Rat von Fachleuten und Spezialisten aus der Gastro-Branche eingeholt. Dazu sind auch noch denkmalpflegerische Aspekte zu berücksichtigen. Einerseits gehe es darum, eine Brücke zwischen Tradition und Moderne zu schlagen, auf der anderen Seite lege man den Fokus auf logische und effiziente Abläufe. Ein grosses Anliegen ist Thomas Rufener die Realisierung einer modernen, gut ausgestatteten Küche, in der die Gerätschaften ergonomisch angeordnet sind, was eine ökonomische und effiziente Arbeitsweise erlaubt. Ein gros-ses Augenmerk legt der Besitzer des Gasthauses auch auf ein gutes Energiemanagement. In diesem Bereich strebe man eine umweltfreundliche und moderne Energielösung für das gesamte Gebäude an, hielt er fest.
Man wolle aus dem Hirschenbad keinen Gault-Millau-Tempel machen, winkt er ab, aber ein Restaurant mit gehobener Gastronomie, die vorwiegend auf frische, regionale Produkte setze. Dafür suche man jetzt einen Geschäftsführer oder Pächter. Diesem möchte man die Gelegenheit geben, beim Innenausbau, der in den Wintermonaten geplant ist, seine Ideen und Vorstellungen einzubringen. Rufener ist überzeugt, dass sich für das «Hirschenbad» ein engagierter Betreiber finden lässt, der im total sanierten Objekt eine Chance erkennt, das Gasthaus zu einer angesehenen Gastro-Adresse zu entwickeln.

Ein Wagnis eingegangen
Der ehemalige «Stapi» ist sich durchaus bewusst, dass er mit diesem Projekt ein Wagnis eingegangen ist. «Zweifellos», bestätigt er gegenüber dem «UE», «aktuell ist es eigentlich nicht ratsam einen Kleiderladen zu eröffnen oder ein Restaurant zu übernehmen», gibt er lachend zu verstehen. Doch Rufener lässt sich vom tiefgreifenden Wandel in der Gastro-Szene nicht beirren. In den letzten Jahren seien nicht bloss viele kleinere Dorfbeizen von der Bildfläche verschwunden, sondern auch etliche Traditions-Gasthäuser, betont er. Rufener ist jedoch der Meinung, dass die Gastro-Branche nach wie vor über grosses Potenzial verfügt. «Ein gutes Konzept und eine gehörige Portion Herzblut bilden ein erfolgversprechendes Fundament», erwähnt er. Beides legt Rufener als Steilvorlage für den künftigen Betreiber des Gasthauses Hirschenbad vor. Man darf gespannt sein, was daraus weiter entstehen wird. Ab wann das «Bedli» die Gastro-Szene in der Region bereichern wird, steht noch nicht ganz fest. Geplant ist die Eröffnung gemäss Thomas Rufener Ende Sommer 2019 (August/September).

Von Walter Ryser

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