• Andreas Kohli referierte eindrücklich zum brisanten Thema «Mobbing in der Schule». · Bild: Barbara Heiniger

22.10.2018
Oberaargau

Vom Plagen und geplagt werden – Mobbing in der Schule

In einem spannenden Kurzreferat gab Andreas Kohli, Fachmitarbeiter der Stiftung Berner Gesundheit, Prävention, wichtiges Grundwissen über Mobbing an das interessierte Publikum weiter. Eingeladen zu der sehr lehrreichen Informationsveranstaltung hatten die Schule Gondiswil-Reisiswil und der Frauenverein Gondiswil.

Gondiswil · Herzlich begrüsste Käthi Moser, Schulleitung, die Eltern, Lehrpersonen, sowie weitere Gäste zum Vortrag. Ein Dank ging an die Vertreterinnen vom Frauenverein Gondiswil, welche die Veranstaltung ebenfalls in ihrem Winterprogramm publik gemacht hatten. Das stets aktuelle Thema «Mobbing in der Schule» oder «Vom Plagen und geplagt werden» wurde durch den ausgewiesenen Fachmann Andreas Kohli eindrücklich vorgestellt.

Ungleichgewicht der Kräfte
Andreas Kohli erläuterte zuerst die Definition von Mobbing. Dies ist, wenn eine Person geplagt oder ausgegrenzt wird, wenn sie systematisch und wiederholt über längere Zeit den negativen Handlungen einer oder mehrerer Personen ausgesetzt ist.
Der Referent erklärte auch die notwendigen Bedingungen, damit Mobbing entstehen kann. So sind dies zum Beispiel eine Situation, der man nicht entfliehen kann, oder aggressionsbereite Kinder, aber auch Kinder die irgendwie mitmachen oder die wegschauen und nichts machen. Ebenso Erwachsene, die nichts sehen, nichts hören wollen, selber unsicher sind und alles glauben, was die Kinder erzählen, oder sogar Angst haben und wegschauen, tragen zum Entstehen von Mobbing bei.
Andreas Kohli erläuterte auch den Unterschied zwischen einem normalen Konflikt und Mobbing. «Konflikte auf eine gute Art auszutragen muss man lernen. Dabei sollen auch gleiche Machtverhältnisse herrschen» sagte der Referent. Beim Konflikt steht im Mittelpunkt die Auseinandersetzung um die Sache. Das erklärte Ziel ist die Durchsetzung von Interessen. Beim Mobbing steht im Mittelpunkt die Auseinandersetzung mit der Person und das Ziel ist die Ausgrenzung, oder Vernichtung von dieser. Dabei herrscht auch immer ein Ungleichgewicht der Kräfte.

Wenn Menschen zusammen leben braucht es Regeln
Mit kurzen Filmausschnitten zu den Themen «Ausgespielt» und «Ausgegrenzt» wurde den Anwesenden deutlich, wie schnell gemobbt werden kann. Andreas Kohli machte auch deutlich auf die Folgen von Mobbing für die Opfer, aber auch speziell für die Täter oder Täterinnen aufmerksam. Mit dem Erkennen, Verhindern und richtigen Verhalten bei Mobbing soll das erklärte Ziel sein, dass jedes Kind ohne Angst die Schule besuchen kann.
«Wenn Menschen zusammen leben, braucht es Regeln. Dabei gibt es auch nicht verhandelbare Aspekte, wie beispielsweise Verbote und Gebote» hielt Andreas Kohli fest. Das Ziel sei aber immer: Das Wohl aller in der Klasse. Dazu gab der Referent fünf hilfreiche Regeln mit auf den Weg:
– Wir reden miteinander nicht übereinander.
– Wir verzichten auf kränkende Spitznamen und Schimpfworte.
– Wir lachen andere nicht aus, wenn sie einen Fehler machen oder etwas noch nicht können.
– Wir sehen hin und helfen, wenn jemandem Unrecht geschieht.
– Wir bilden keine Gruppe gegen Einzelne.
Was Kinder gegen Plagen und auch Mobbing tun können, gab der Referent bekannt, ebenso wie sich die Lehrpersonen richtig verhalten können. Vor allem aber hatte der Informationsabend das Ziel, Eltern zu sensibilisieren, wie sie Plagen erkennen können und welche Handlungsmöglichkeiten bestehen, um das Mobbing oder Plagen unter den Kindern zu stoppen.
Andreas Kohli zeigte deutlich auf, was für richtige Massnahmen es gibt, wenn ein Kind gemobbt wird, aber auch, wenn das Kind selber mobbt.
Er gab auch Tipps für Adressen, wo Hilfe geholt werden kann. Alle Anwesenden konnten das Infoblatt für Eltern und andere Bezugspersonen zum Titel «Gemeinsam gegen Mobbing in der Schule – Ausgespielt» mitnehmen.
Rege wurde die Fragerunde genutzt. Trotz dem ersten Thema gab es beim Zuhören ab und zu einige Lacher im Publikum, denn Andreas Kohli verstand es auf eine sehr gute, verständliche Art, die Problematik rund um Mobbing und Plagen zu erläutern.

Von Barbara Heiniger

AUF facebook kommentieren