• Lesly Helbling (links) und Revierförster Hans Gfeller (rechts) gaben Auskunft zum geplanten Waldreservat. Bild: Elisabeth Uecker

26.08.2018
Emmental

Waldbegehung der Burgergemeinde

Die Burgergemeinde Sumiswald organisiert jedes zweite Jahr einen Rundgang durch ihre Waldungen. Dabei wird jeweils ein bestimmtes, gerade aktuelles Thema angesprochen und an ausgesuchten Beispielen vor Ort gezeigt und erklärt

SUMISWALD · Seit rund einem Jahr liegt der Burgergemeinde von Pro Natura Schweiz eine Anfrage vor, ein Waldreservat auszuscheiden, in welchem der Wald während 50 Jahren sich selbst überlassen werden soll. Nun hat sich die Burgergemeinde für eine Zone im Gebiet Arnitiefe-Bisegg entschieden. An der Waldbegehung wurde gezeigt, wo dieses Reservat genau geplant ist und erläutert, was dies für den einzelnen Waldbesitzer für Folgen und Auswirkungen geben könnte. Da vom geplanten Reservat sechs Waldbesitzer betroffen sind, wurden auch diese zu der Begehung eingeladen. So hatten alle Beteiligten die Möglichkeit, sich zu ihrem in diesem Perimeter befindlichen Stück Wald, oder teils auch Weidegrundstück zu äussern. Die Waldbesitzer, oder deren Vertreter, hatten so auch die Möglichkeit, den Verantwortlichen Fragen zu stellen.

Grosser Nutzen für die Natur

Von der Organisation Pro Natura Schweiz nahm Lesly Helbling am Rundgang teil. Sie betreut und bearbeitet dieses Geschäft auch. Helbling hat während dem Rundgang immer wieder Erklärungen abgegeben, welcher Nutzen das Reservat der Natur bringen könne. Kein Reservat sei mit einem anderen zu vergleichen. Jedes könne mit einzigartigen Besonderheiten einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. Sie erklärt auch, dass der Mensch durch solche Waldflächen viel lernen könne.

Der für dieses Gebiet zuständige Revierförster Hans Gfeller hat seinerseits zum Wald und dessen Nutzung in den vergangenen Jahren, aber auch in der näheren Zukunft Auskunft gegeben. Ebenso zeigte der Förster die Schwierigkeiten der Holzerei im teils sehr schwer zugänglichen Gelände auf und wies auf einige spezielle Begebenheiten in dem vorgesehenen Reservats-gebiet hin. 

So machte er auf Waldstücke aufmerksam, in welchen der Wald bereits ohne das Vorhandensein eines Reservates seit rund 60 Jahren nicht mehr genutzt worden sei. Die betreffenden Waldbesitzer hätten anderswo einfacher zu bewirtschaftende Waldflächen. Der Aufwand in jenem Gebiet zu holzen würde sich für sie nicht lohnen. Dort konnte man bereits einen Einblick erhalten, wie der Wald ohne den Eingriff durch Menschenhand später aussehen könnte. 

Borkenkäfer ist kein Problem

Die Angst, dass sich dort der Borkenkäfer entwickeln und für die umliegenden Waldgebiete zu einem Problem werden könnte, wurde entkräftet. Auch der durch das geplante Reservat führende Wanderweg würde nicht betroffen sein. Wie Lesly Helbling erklärte, ist es Pro Natura wichtig, dass man sieht was mit dem Wald passiert. So dürften etwa umgefallene, über dem Weg liegende Bäume durchgesägt, bloss nicht abtransportiert werden.

Es zeigte sich bei diesem Rundgang, dass noch viele Fragen zu klären sind. Lesly Helbling erklärte, sie sei gerne bereit auch über Kompromisse zu diskutieren. Für sie wäre es schön eine möglichst grosse, zusammenhängende Fläche ausscheiden zu können, doch sei man auch gerne bereit über ein verkleinertes Reservat oder über Altholzinsen zu diskutieren.

Bei einem gemeinsamen, durch die Burgergemeinde offerierten Mittagessen im Kuttelbad, wurden die angeregten Diskussionen noch weiter geführt.

Von Elisabeth Uecker

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