• Arthur Moser wechselt vom Bürosessel auf das «Bike», um die Mongolei zu durchqueren.

  • Martin Locher, Lützelflüh (links), und Hans Küenzi, Zäziwil, konnten als Delegiertenchampions geehrt werden. · Bilder: Ernst Marti

29.03.2017
Emmental

Weiterhin positive Entwicklung der Emmental-Versicherung

Sie wächst kontinuierlich, pflegt ein solides Versicherungshandwerk und ist vor allem in den ländlichen Gebieten unseres Landes gut verankert. Gemeint ist die Emmental-Versicherung, welche erneut auf ein gutes Geschäftsjahr zurückblicken kann, aber auch mit neuen Angeboten positiv in die Zukunft blickt.

Langnau · Obschon die genossenschaftlich organisierte Emmental-Versicherung zu den kleinen Playern in der schweizerischen Versicherungsbranche gehört, kann sie doch jedes Jahr von einem erfreulichen Zuwachs berichten. Das war auch dieses Jahr anlässlich der ordentlichen Delegiertenversammlung der über 140 Jahre alten Emmental-Versicherung im Langnauer Ilfisstadion nicht anders.
Die Zahlen, die Verwaltungsratspräsident Christoph Fankhauser und Geschäftsleiter Christian Rychen präsentierten, sprachen für sich. Erneut wurden gegenüber dem Vorjahr 609 Kunden gewonnen und auch die Prämiensumme stieg um 3,5 Millionen Franken auf 74,6 Millionen Franken. Positiv wirkte sich aus, dass der Schadenaufwand gegenüber dem Vorjahr mit rund 39,4 Millionen Franken um eine Million geringer war. «Gerade der Schadenaufwand ist schwer abzuschätzen, denn das kann sich rasch ändern. Dafür sind wir jedoch da, wenn die bei uns Versicherten durch ein Ereignis Hilfe benötigen und wir unser Versicherungsversprechen rasch und kundenorientiert einlösen können», betonte Verwaltungsratspräsident Christian Rychen. Erfreulich für die Versicherten, dass das gute Ergebnis eine erneute Äufnung des Gewinnfonds ermöglichte und so im nächsten Jahr wieder eine Gewinnausschüttung an den in der ganzen Schweiz stattfindenden äusserst beliebten Kundenanlässen erlaubt. Angesichts des guten Ergebnisses war es kein Wunder, dass abgesehen von einer Proteststimme die übrigen Delegierten Rechnung und Geschäftsbericht genehmigten.

Positiver Blick in die Zukunft
Geschäftsleiter Christian Rychen blickt trotz hart umkämpftem Versicherungsmarkt durchaus positiv in die Zukunft der «emmental». Für ihn hat die überschaubare Grösse der Gesellschaft viele Vorteile: «Wir haben Prämieneinnahmen von 75 Millionen Franken, was für uns viel Geld ist, der nächste Mitbewerber auf dem Markt bewegt sich bereits in den Milliardenzahlen. Wir haben 300 Mitarbeitende, der Nächste hat bereits mehrere Tausend. Wir kennen einander, wir kennen unsere Versicherten, die sich mehrheitlich in der ländlichen Schweiz befinden persönlich, und das ist unsere Stärke.» Mit neuen Produkten, wie zum Beispiel demnächst einer Wertsachenversicherung, will die «emmental» weiterhin innovativ sein.

Im Zeichen von Wahlen und Ehrungen
Die Amtszeit der 150 Delegierten aus allen Teilen des Landes ist beschränkt, so galt es, nach der Bestätigung der bisherigen Delegierten deren 58, die bis auf einige wenige Ausnahmen ebenfalls alle anwesend waren, neu zu wählen. «Unseren Delegierten kommt eine grosse und wichtige Aufgabe als Bindeglied zwischen den Kunden und unserer Gesellschaft zu», hielt Verwaltungsratspräsident Christoph Fankhauser fest. In ihrem Amt als Verwaltungsrat bestätigt wurden ebenfalls Hans Ulrich Vollenweider (Buchs) für eine zweite Amtsperiode und Martin Wyss (Schüpbach) für eine dritte und damit gemäss Statuten auch letzte Amtsperiode.
Nicht nur die Kunden, sondern auch die Mitarbeitenden halten der «emmental» die Treue, erklärte Christian Fankhauser, denn diese bilden die solide Basis für den Erfolg. So konnten Christian Dubach, Ernst Schneider, Ueli Stettler, Konrad Trittibach und Andreas Wüthrich für 25 Jahre; Stefan Barbey, Peter Brunner, Kurt Lüthi, Arthur Moser, Thomas Schenk sowie Heidi Segessenmann für 30 Jahre und Beat Egli sogar für 35 Jahre geehrt werden. Wobei die beiden Letztgenannten gleichzeitig den Ruhestand antreten werden.

Mister «emmental» Arthur Moser nimmt Abschied
Während 30 Jahren war Arthur Moser massgebend an der Entwicklung der Emmental-Versicherung beteiligt. Auf eigenen Wunsch trat er bereits auf den 31. Dezember 2016 aus der Geschäftsleitung und übergab die Leitung der Bereiche Verkauf und Marketing auf den letzten Jahresbeginn an Ronaldo Schiavoni. Neuer Stv.-Geschäftsleiter ist seitdem Andreas Stucki. «Arthur Moser war ein harter Schaffer, forderte von seinen Mitarbeitenden viel und hinterfragte vieles kritisch, was sich positiv auf die Entwicklung der ‹emmental› auswirkte», sagte der Verwaltungsratspräsident. So stiegen die Prämieneinnahmen von 14 Millionen Franken im Jahr 1987 auf rund 75 Millionen Franken im Jahr 2016. Die Hauptagenturen stiegen von zehn auf 24 und die Zahl der Ortsagenturen von 83 auf 211. Nun will es Arthur Moser etwas ruhiger nehmen, wenn man dem ruhiger sagen kann, denn nachdem er vor Jahren die Freude am «Biken» entdeckt hat, will er schon bald eine Tour mit dem «Bike» quer durch die Mongolei machen. 

Von Ernst Marti

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