• Probe in der Kirche Ursenbach (hint. Reihe, v. l.): Elena Konstantinidis, Durs Locher, Marina Tanner, Kevin Seewer, Felix Belz, Karen van Rekum, vord. Reihe, v. l.: Annalis Müller, Nina Mani, Barbara Brawand. Es fehlen Christophe Zürcher und Bruno Seewer. · Bild: eag

07.02.2018
Oberaargau

Wenn die Orgel auf nie gehörte Weise erklingt

Das CHOP-Ensemble lädt mit seinem neuen, berührenden Programm «Voices of the Islands» in die Kirchen Huttwil und Ursenbach. Eine einzigartige Kombination von Musikinstrumenten, Gesang und Orgelklängen versprechen ein genussvolles Konzerterlebnis. Ein Probenbesuch in der Kirche Ursenbach.

 

Huttwil / Ursenbach · Wenn keltische Harfe, fünfsaitige Geige, Nyckelharpa (Tasten-Geige), Uilleann Pipes (irischer Dudelsack); Tin Whistle (irische Flöte), Bodhrán (irische Rahmentrommel), Irish Flute (historische Querflöte) und Perkussion gemeinsam mit bezaubernden Stimmen und der «Königin aller Instrumente», der Kirchenorgel, erklingen, dann konzertiert das CHOP-Ensemble. Der Name CHOP steht für «Church Organ Project». «Es basiert auf der Idee, der Orgel nie gehörte Klänge zu entlocken», erklärt Organist Felix Belz aus Leissigen, der es 2011 gegründet hat. Von Anfang an dabei ist auch der Ursenbacher Pfarrer Durs Locher.

Die Musik geht ins Herz
Am Probensamstag erklingt in der Kirche Ursenbach die Musik einer keltischen Harfe – ein verträumt sanfter, unverwechselbarer Klang; untermalt wird die Melodie von einer irischen Rahmentrommel. Warm und ausdrucksstark sind die Stimmen der drei Sängerinnen. Dann erklingen auch alle anderen Instrumente – die Orgel mit fremden, nie gehörten Klängen. Das Ensemble probt einfühlsam das irische Stück «Half-hanged McNaughton», welches von einer grossen, unglücklichen Liebe mit tragischem Ende erzählt – die Musik dazu geht direkt ins Herz.
Das CHOP-Ensemble war 2013/2014 mit «Celtic Moments» auf Tour und begeisterte viel Publikum in Kirchen vom Berner Oberland bis zum Bodensee. Jetzt ist es zurück mit seinem neuen, berührenden Programm «Voices of the Islands» und präsentiert mitreis-sende Tanzmelodien aus dem Irish-Folk, gefühlvolle Balladen und fröhliche Volkslieder, die einen mitnehmen in die zauberhaften Inselwelten des Atlantiks – zu Geschichten von tragischer Liebe, geheimnisvollen Fabelwesen, frechen Banditen und Piraten. «Es ist musikalisch ein sehr reizvolles Programm und nimmt die ganz gros-sen menschlichen Tiefen auf», sagt der musikbegeisterte Pfarrer Durs Locher. Ihn kennen wohl fast alle in Ursenbach als den Pfarrer mit dem Schwyzerörgeli. Im CHOP-Ensemble tritt er als Flötist auf und hat zusammen mit Felix Belz die Leitung.
Die elf leidenschaftlichen Ensemble-Künstler kommen aus verschiedenen Regionen der Schweiz und treffen sich einmal im Monat zum Proben. «Ein Probentag am Austragungsort ist unabdinglich», erklärt der Lehrer und brillante Organist Felix Belz. Die keltische Musik ist schnell und rhythmisch, «dass diese mit der Kirchenorgel harmoniert, ist für uns alle eine richtige Herausforderung.» Vor allem auch deshalb, weil jede Orgel ihre eigenen Eigenschaften hat und jede Kirche ihre eigene Akustik. Gesang und Musik müssten mit der Orgel in Einklang gebracht werden.

Sich freuen aufs Konzert
«Wir sind die einzige Band im Land, die in dieser Zusammensetzung und mit einer Pfeifen-Orgel musiziert – darauf bin ich mächtig stolz», sagt die in Hombrechtikon lebende Marina Tanner. Die junge Frau spielt Uilleann Pipes. Das sei der Ellbogen-Dudelsack, der sich nuancierter spielen lasse als der klassische Highland-Dudelsack, erklärt sie. «Unsere Musik malt Bilder und berührt den Zuhörer», begeistert sich die Leadsängerin Barbara Brawand aus Zürich. Durs Locher drückt es so aus: «Freude an guter Musik verbindet Menschen.» Man darf sich auf ein nicht alltägliches Konzert freuen.

Gut zu wissen
Konzerte CHOP-Emsemble: Samstag, 17. Februar, in der Kirche Huttwil um 20 Uhr; Sonntag, 18. Februar, in der Kirche Ursenbach um 17 Uhr. Eintritt frei, Kollekte. www.chop-ensemble.ch

Von Elsbeth Anliker

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