• Überraschend konnte sich Niklaus Zenger aus Habkern als Festsieger feiern lassen. · Bild: Yanick Kurth

15.05.2017
Sport

Wetter und Schlussgang eher überraschend

Emmentalisches Schwingfest in Heimenschwand – Der Berner Oberländer Niklaus Zenger aus Habkern siegt am Emmentalischen Schwingfest in Heimenschwand eher überraschend. Schlussgangverlierer Adrian Schenk aus Eggiwil sicherte sich seinen ersten Kranz. Der Topathlet Matthias «Disu» Aeschbacher hatte als bester Regionaler einzig mit den «Eidgenossen» zu kämpfen (Rang 4b).

Schwingen · Das Wetter in Heimenschwand am Muttertag war sonnig, windig und regnerisch – und damit immer wieder für eine Überraschung gut. Genau gleich verlief das Schwinggeschehen auf den fünf Sägemehlplätzen am Emmentalischen Schwingfest. Drei Schwingerkönige und 16 «Eidgenossen» waren unter den 197 Teilnehmern, das jenseits der politischen Grenze des Emmentals im Verwaltungskreis Thun im Berner Oberland stattfand. Doch letztendlich stand keiner der Könige Matthias Glarner, Matthias Sempach oder Kilian Wenger am ersten Berner Gauverbandsfest im Schlussgang. Mit dem 28-jährigen Niklaus Zenger aus Habkern schaffte es ein zweifacher «Eidgenosse» in den finalen Gang. Gegenüber schaffte mit dem erst 21-jährigen Adrian Schenk aus Siehen ein ganz junger, noch unbekannter Schwinger den Schlussgang-Einzug, der gleichzeitig seinen ersten Kranzgewinn bedeutete. Zenger machte mit Schenk kurzen Prozess und legte ihn bereits nach 53 Sekunden ins Sägemehl. In der Schlussrangliste lag dann Sieger Zenger vor Bernhard Kämpf aus Sigriswil auf dem zweiten und Matthias Sempach aus Alchenstorf auf dem dritten Rang. Schlussgangverlierer Adrian Schenk rutschte auf den 6. Rang zurück. Zenger erhielt den Siegermuni namens «Sieger».

Viele gestellte Gänge
Obschon es im ersten Gang zu acht «Eidgenossen»-Duellen kam und sich die Schwinger untereinander sehr gut kannten, wurde zumeist offensiver geschwungen als erwartet. Vorjahressieger Remo Käser stellte bereits im Anschwingen mit dem «Eidgenossen» Bernhard Kämpf. Auch der amtierende Schwingerkönig Matthias Glarner und «Eidgenosse» Thomas Sempach sowie Schwingerkönig Kilian Wenger und Christian Stucki stellten am frühen Sonntagmorgen. Die Einteilungen am Muttertag sorgten bei vielen Schwingfans – aber auch bei den Schwingern selbst – für Kopfzerbrechen. Daher wohl auch der überraschende Schlussgang. Neben dem hochkarätigen Teilnehmerfeld sowie den vielen und spannenden Wettkämpfen gehörte  auch ein beeindruckender Zuschaueraufmarsch von 6300 Schwingbegeisterten zum Muttertags-Event in Heimenschwand.

Aeschbacher und Steffen an vorderster Front
Natürlich waren die Schwingsportfans gespannt, wie die starken regionalen «Bösen» am «Emmentalischen» abschliessen. Aushängeschild Matthias Aeschbacher aus Rüegsauschachen katapultierte in Heimenschwand vier Gegner mit dem Rücken ins Sägemehl (Rang 4b). Mit dem Schwingerkönig Matthias Sempach und dem «Eidgenossen» Hansruedi Lauper stellte «Disu». Der Gang zwischen Aeschbacher und Sempach entpuppte sich als ausdruckslos. Keiner der beiden Topathleten wagte das absolute Risiko. Den Zuschauern blieb beinahe Zeit für eine Kaffeerunde. Zu überzeugen vermochte Gustav Steffen aus Koppigen. Das Mitglied vom Schwingklub Sumiswald mischte mit seinen vier Maximalnoten-Siegen an der Spitze mit (Rang 4c). Patrick Schenk aus Wasen verlor am Sonntagmorgen den Gang mit dem «Eidgenossen» Willy Graber ziemlich chancenlos. Am Nachmittag stellte er nach einem harten Kampf mit Stephan von Büren. Die restlichen Gänge entschied der Sieger vom Oberbühl-Schwinget allesamt für sich. Den «Eidgenossen» Philipp Roth setzte er bereits im ersten Zug zu Boden. Weitere regionale Kranzgewinner waren Marcel Bremgartner aus Thörigen, Florian Weyermann aus Lotzwil, Roman Sommer aus Wasen und Philipp Gehrig (SK Sumiswald).  

Kein Eichenlaub
Die beiden angetretenen Huttwiler Brüder Marcel und Patrick Walther kamen auf je drei Siege. Patrick Walther wies ein schwieriges Notenblatt auf. Er musste sich von gleich zwei «Eidgenossen» das Sägemehl vom Rücken putzen lassen. Martin Sommer aus Wasen und sein Sumiswalder Klubkollege Valentin Steffen verpassten das Eichenlaub nur um den im Schwingen verflixten Viertelpunkt.

Auszug aus der Rangliste: 1. Niklaus Zenger, Habkern, 58,25; 2. Bernhard Kämpf, Sigriswil, 57,75; 3. Matthias Sempach, Alchenstorf, 57,50; 4b. Matthias Aeschbacher, Rüegsauschachen, 57,25; 4c. Gustav Steffen, SK Sumiswald, 57,25; 5a. Kilian Wenger, Horboden, 57,00; 5b. Christian Stucki, Lyss, 57,00; 5d. Patrick Schenk, Wasen, 57,00; 7f. Marcel Bremgartner, Thörigen, 56,50; 8b. Florian Weyermann, Lotzwil, 56,25; 8f. Roman Sommer, Wasen, 56,25; 8h. Philipp Gehrig, SK Sumiswald, 56,25; 9a. Martin Sommer, Wasen, 56,00; 9b. Valentin Steffen, SK Sumiswald, 56,00; 10e. Konrad Steffen, SK Sumiswald, 55,75; 11h. Renato Wüthrich, Wasen, 55,50; 11i. Michael Weyermann, Lotzwil, 55,50; 11j. Marcel Walther, Huttwil, 55,50; 10o. René Berger, Rüegsauschachen, 55,50; 12f. Kilian Gehrig, Sumiswald, 55,25; 12h. Dominik Zangger, SK Langenthal, 55,25; 12i. Simon Röthlisberger, Hasle-Rüegsau, 55,25; 13d. Patrick Walther, Huttwil, 55,00; 14c. Damian Gehrig, Wasen, 54,75; 15i. Lukas Jäggi, Gutenburg, 54,50; 15p. Roger Aebi, Rohrbach, 54,50; 16e. Michael Bachmann, Wynigen, 54,25; 17c. Loris Steffen, Grünenmatt, 54,00; 17n. Fabian Aeschlimann, Wasen, 54,00.

Von Yanick Kurth

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