• Auf dem Fussballplatz Dornacker wird in der nächsten Saison weiterhin 4.-Liga-Fussball gespielt. · Bild: Leroy Ryser

13.07.2018
Sport

Zuversichtlich, dass der zweite Anlauf klappt

4. Liga: SC Huttwil – Der SC Huttwil hat sein Ziel in der letzten Saison verpasst. Der nicht erreichte Wiederaufstieg in die dritte Liga hinterliess ein bisschen Enttäuschung und Ratlosigkeit. Mittlerweile hat sich der Verein und die Mannschaft aber wieder gefangen und will mit einem Gruppenwechsel erneut angreifen. Das Ziel ist und bleibt die Rückkehr in die Drittliga.

Fussball · Nach dem Saisonende war im Sportclub Huttwil die Enttäuschung gross. Das grosse Ziel, der Wiederaufstieg in die dritte Liga, wurde nicht erreicht. «Der SCH gehört einfach in die Drittliga», sagt Präsidentin Erika Kunz noch heute. Dass das eine weitere Saison nur zum Wunschdenken gehört und nicht etwa eine Tatsache ist, hat im ganzen Verein zu einer gewissen Leere geführt. Prompt kamen die Fragen nach den Gründen für dieses nach dem Abstieg bereits zweite Scheitern in Folge, aber noch bis heute sind die Antworten nicht restlos gefunden. «Die Ruhe hat vielleicht ein bisschen gefehlt», sagt Erika Kunz und spricht aufwühlende Zeiten an. Der Abstieg, nun steht zudem der zweite Präsidentenwechsel innerhalb von zwei Jahren an, die Abspaltung eines Teils des Vereins zum Verein YF United Huttwil – all das habe die ganze Situation in der letzten Saison nicht vereinfacht. Sie selbst habe zwar versucht, Ruhe in den Verein zu bringen. Makellos ist ihr das aber nicht gelungen. «Vielleicht ist es aber auch ein gesellschaftliches Problem», sagt sie und drückt ihre Gedanken wie folgt aus: «Ein solches Projekt braucht den bedingungslosen Einsatz von jedem Vereinsmitglied. Heutzutage hat aber jeder nicht nur ein solches Projekt, sondern mehrere. Vielleicht hat deshalb in den entscheidenden Momenten die Kraft gefehlt.» Zwar sei der Wille für eine Rückkehr in die nächsthöhere Liga durchaus vorhanden. Ob dieser aber auf jeder Stufe bedingungslos ist? «Es gibt an jeder Ecke Herausforderungen. Mitglieder zu rekrutieren für Freiwilligenarbeit, beispielsweise in Form eines Vorstandsmandates, ist schwierig.
Manchmal lässt auch die Trainingsbeteiligung – in allen Altersklassen – zu wünschen übrig, weil an einzelnen Tagen die Badeanstalt mehr reizt als der Fussballplatz. Heutzutage ist die Vereinsarbeit und der Zusammenhalt im Verein eben ganz anders.» Erika Kunz sucht, so scheint es, noch heute nach dem Hauptgrund für den Nicht-Aufstieg, vielleicht auch, weil es mehrere kleine Gründe sind und nicht nur einer.

Ein Ruck ging durch den Verein
Und trotzdem: Das Ende der Fahnenstange ist keineswegs erreicht. Es schmerze zwar, dass das vereinseigene Flaggschiff weiterhin «nur» in der Viertliga kickt, ein Untergang ist dies aber nicht. Und ausserdem, so Erika Kunz, «bin ich sehr zuversichtlich, dass wir es diese Saison nun schaffen werden.» Wahrlich sei nach der letzten Saison ein Ruck durch den Verein gegangen, entsprechend wisse nun jeder, dass es für das Erreichen des gros-sen Ziels noch etwas mehr Leistung braucht. «Natürlich ist es letztlich eine sportliche Momentaufnahme, dass wir nicht aufgestiegen sind. Aber wir haben uns vorgenommen, einander wieder mehr zu unterstützen. Alle im Verein können etwas dafür tun, damit der Wiederaufstieg klappt.» Sie selbst wird ihr Engagement aus privaten und gesundheitlichen Gründen zwar dennoch aufgeben müssen – «das schmerzt mich und tut mir leid» – sie hofft aber, dass der Erfolg des Vereins auch ohne besetzten Präsidentenposten möglich wird. Einen Nachfolger zu finden hat sich zuletzt als äusserst schwierig herausgestellt.

Nicht zu viel Druck aufsetzen
Zuversichtlich, dass die Rückkehr in die dritte Liga klappt, ist auch Sportchef Philip Marti. Dass der Aufstieg aber schon in der kommenden Saison realisiert werden kann, ist alles andere als selbstverständlich. «Natürlich wollen wir wieder aufsteigen. Aber zu viel Druck aufsetzen und davon sprechen, dass wir sofort aufsteigen müssen, dürfte das Ganze nicht einfacher machen», sagt der Sportchef. Und trotzdem: Die erste Saison sei eine gute Erfahrung gewesen, die Mannschaft sei mittlerweile älter und reifer, und nicht zuletzt hat der Verein aus dem Scheitern in der letzten Spielzeit seine Lehren gezogen. «Uns haben Führungsspieler gefehlt, die vorangehen und Verantwortung übernehmen. Einerseits war die Mannschaft jung, andererseits waren die erfahreneren Spieler für diese Rolle noch nicht bereit.» Dieser Herausforderung wolle man nun mehr Beachtung schenken, damit man in der entscheidenden Phase das Glück vielleicht einfacher erzwingen kann.
Die Zuversicht, dass der Wiederaufstieg realisiert werden kann, ist im Vorstand und dem ganzen Verein also gross, nachdem einzelne Korrekturen angebracht werden konnten. Das Kader wurde mit zwei Spielern vom Partner Wyssachen zusätzlich verstärkt, daneben sei eine gute Mischung in Punkto Erfahrung und Alter vorhanden. «Ich denke schon, dass wir zu den Top-Drei, vielleicht sogar zu den Top-Zwei Teams dieser Liga gehören», sagt Philip Marti und warnt zugleich: «Die Gruppe wird interessant und ist ausgeglichen. Daher wird es nicht einfach, aufzusteigen.» Die Möglichkeiten aber seien wahrlich vorhanden, was es jetzt noch braucht, ist Wettkampfglück und Führungsspieler, die im entscheidenden Moment vorangehen.

Von Leroy Ryser

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