• Wechsel im Vorstand der Spitex Oberes Langetental (von links): Karin Köchli, Johann Steinmann, Christine Bärtschi, Brigitte Jordi, Franziska Ryser, Simon Ingold. · Bild: Marion Heiniger

06.06.2018
Huttwil

Zwei langjährige Vorstandsmitglieder der Spitex Oberes Langetental verabschiedet

Nach 22 Jahren verlassen Christine Bärtschi und Johann Steinmann den Vorstand der Spitex. An der Mitgliederversammlung wurden sie gebührend verabschiedet. Geschäftsführerin Franziska Ryser informierte über teils einschneidende Änderungen im Jahr 2018.

Seit 1996 waren Christine Bärtschi und Johann Steinmann im Vorstand tätig – damals hiess es noch Spitex Huttwil. Christine Bärtschi als Vorstandssekretärin zuerst ohne Stimmrecht, seit der Gründung der Aktiengesellschaft im Jahre 2014 auch als stimmberechtigtes Mitglied. Johann Steinmann, Vizepräsident, stand von 1997 bis 2009 selber als Präsident dem Verein vor und hat ihn 22 Jahre lang massgebend mitgeprägt. In seinem Rückblick erinnerte er sich an den ersten Computer, der 1999 gekauft wurde, kurz darauf folgten Handys.
Heute ist der Spitex-Betrieb ohne diese elektronischen Hilfsmittel nicht mehr vorstellbar. Aus wirtschaftlichen Gründen und als Antwort auf die Sparmassnahmen des Kantons Bern wurde 2014 eine gemeinnützige Aktiengesellschaft gegründet.
Dann folgte Ende 2016 der Bezug des kurz davor erworbenen und umgebauten ehemaligen Personalhauses des Spitals Huttwil. Damit konnte auch der «Treffpunkt Etage 2», ein lang gehegter Wunsch, realisiert werden. Der Treffpunkt unter dem Motto «Begegnung, Freizeit, Obhut und Entlastung» ist ein Gästehaus, welches unter anderem Ferien- und Tagesaufenthalte anbietet und Angehörige damit kurzzeitig entlasten kann.
Mit liebevollen Worten wurden beide von Vereinspräsidentin Brigitte Jordi verabschiedet. Gleichzeitig wurden die neuen Vorstandsmitglieder begrüsst und vorgestellt. Karin Köchli aus Huttwil wird das Amt von Christine Bärtschi übernehmen und Simon Ingold, Besitzer der Blumeninsel Huttwil, wird Nachfolger von Johann Steinmann.

Positives Vereins- und Betriebsergebnis
Der Verein Spitex Oberes Langetental schliesst das Jahr 2017 mit einem positiven Ergebnis von 58 200 Franken ab. Nach Abzug einmaliger Abschreibungen auf der Liegenschaft und der Fotovoltaikanlage resultiert jedoch ein Jahresverlust von 276 000 Franken.
Trotzdem steht der Verein mit einem ausgewiesenen Eigenkapital von 778 000 Franken finanziell immer noch sehr gut da. Der Bestand des Spendenfonds beläuft sich auf 340 680 Franken und hat gegenüber dem Vorjahr um knapp 12 000 Franken zugenommen.
Der Betrieb Spitex Oberes Langetental kann ebenfalls auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Mit einem ausgewiesenen Eigenkapital von 541 930 Franken (entspricht 57 Prozent der Bilanzsumme) steht die AG ausgezeichnet da. Bei einem betrieblichen Ertrag von 3,3878 Millionen Franken, Personal- und Betriebsaufwendungen von 3,311 Millionen sowie nach Abzug des Finanzaufwandes und diverser Abschreibungen schliesst der Spitexbetrieb mit einem Jahresgewinn von rund 67 000 Franken ab.
Dank dem zweiten Standbein «Treffpunkt Etage 2», welches ebenfalls mit einem positiven Ergebnis von 24 600 Franken abschliesst, konnte der Jahresgewinn gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden.

Praxisfremde Vorgaben
Geschäftsführerin Franziska Ryser informierte über Neuerungen im laufenden Jahr. Jährlich werden die Leistungsverträge zur Versorgungspflicht mit dem Kanton Bern erneuert. Gemeinnützige Spitex-Organisationen wie die Spitex des Oberen Langetental sind zur Versorgung verpflichtet, im Gegensatz zu privat organisierten Spitexdiensten.
Auch wenn die Klienten weit weg wohnen oder die Fahrt dorthin länger als die Behandlung dauert, wird durch den Stützpunkt Huttwil jederzeit eine Versorgung gewährleistet. Diese Einsätze sind meist nicht kostendeckend.
Neu gilt seit 1. April 2018 eine Patientenbeteiligung für ambulante Pflegeleistungen für alle Personen über 65 Jahre. Sie beträgt maximal 15.95 Franken pro Pflegestunde, unabhängig von Einkommen und Vermögen der Klienten. Ebenfalls neu ist, dass Verbrauchs- und Pflegematerial nicht mehr durch die Krankenkassen vergütet werden. Das stellt die Spitex vor eine Herausforderung.
Wie dieser Umstand in Zukunft umgesetzt wird und wer schlussendlich das Material zahlt, ist noch nicht klar, erklärte Franziska Ryser den anwesenden Mitgliedern. Zudem sieht der Kanton Bern im Jahr 2019 wiederum ein Entlastungspaket vor, bei dem sechs Millionen bei der Spitex eingespart werden müssen. Eine Änderung beim Abgeltungssystem ist im Jahr 2020 vorgesehen. Damit sollen unterschiedlich lange Fahrten zu den Klienten auch unterschiedlich bewertet und vergütet werden können.
Im Anschluss an die Mitgliederversammlung erzählte Vorstandsmitglied Fritz Steiner von seiner zweiwöchigen Reise nach Tansania und untermalte dies mit wunderschönen und eindrücklichen Bildern.

Von Marion Heiniger


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