• Shaienne Zehnder (Skiclub Ahorn-Eriswil) nimmt nach einer turbulenten Vorbereitung mit Sportler-RS, Verletzung und Operation in Sölden ihr fünftes Weltcuprennen in Angriff. · Bilder: zvg

  • Shaienne Zehnder.

22.10.2026
Sport

Beim Weltcup-Auftakt erneut dabei

Die 20-jährige Skirennfahrerin Shaienne Zehnder vom Skiclub Ahorn-Eriswil ist beim Weltcup-Auftakt in Sölden im Riesenslalom am Start. Die Vorbereitung verlief wegen einer Verletzung nicht ideal.

Ski Alpin · Vor genau einem Jahr ging für die Skirennfahrerin Shaienne Zehnder vom Skiclub Ahorn-Eriswil ein Traum in Erfüllung. Sie erhielt von Swiss-Ski ihr erstes Aufgebot für ein Weltcuprennen. In Sölden belegte sie beim von der Österreicherin Julia Scheib gewonnenen Rennen den 54. Rang. Nun darf sie erneut zum Weltcup-Auftakt in Sölden antreten. «Ich freue mich natürlich sehr über dieses Aufgebot», sagt die 20-Jährige. Auch wenn die Aufgabe happig ist. «Sölden ist die klar schwierigste Riesenslalom-Strecke im Weltcup. Mit einer hohen Startnummer erschwert sich die Aufgabe zusätzlich», weiss Zehnder aus Erfahrung. 

Europacuprennen wichtig
Die Athletin des Skiclubs Ahorn-Eriswil gehört im Riesenslalom dem Schweizer Weltcupkader an. Ob und wie Zehnder an den verschiedenen Weltcupstationen Einsätze erhält, wird sich zeigen. Nach Sölden finden Ende November in Killington in den USA Rennen statt. Gleichzeitig finden Europacuprennen statt. Diese haben für Zehnder in der aktuellen Situation fast schon Priorität. «An den Europacuprennen kann ich mit guten Leistungen FIS-Punkte senken und so eine tiefere Startnummer im Weltcup erreichen.» Mit ihrer aktuellen Startposition sei es für Zehnder äusserst schwierig, sich bei einem Weltcuprennen für den zweiten Lauf zu qualifizieren. Shaienne Zehnder, die bislang vier Weltcuprennen bestritt, konzentriert sich auf die Disziplin Riesenslalom. «Es ist aber auch wichtig, dass ich Slalom und Super-G trainiere. Wenn es in den Kalender passt, fahre ich in diesen Disziplinen auch FIS- oder Europacuprennen.» 

Operation in der Vorbereitung
Die Vorbereitung auf den Winter 2026/27 verlief für Shaienne Zehnder besonders. Sie hat in Magglingen die 18-wöchige Spitzensport-Rekrutenschule absolviert. Das Ziel dieser militärischen Ausbildung für Leistungssportlerinnen und Leistungssportler ist es, den Spitzensport optimal mit der militärischen Dienstpflicht zu vereinbaren. Mithilfe der Spitzensport-RS sollen der sportliche Aufbau, der Schritt auf internationales Eliteniveau und der Start einer Profikarriere unterstützt werden. «Die Trainingsvoraussetzungen waren ideal. Die ersten drei Wochen galten ausschliesslich der militärischen Ausbildung. Dann konnte ich jeweils halbtags trainieren. Ab der siebten Woche bestand die RS nur noch aus Trainings», informiert Zehnder. Gleich sieben Talente aus der Sparte Ski Alpin schwitzten während der RS gemeinsam im Kraftraum. Für die gebürtige Walterswilerin, die jetzt aufgrund ihrer sportlichen Laufbahn im Elternhaus in Faulensee und damit näher an den Skigebieten des Berner Oberlands lebt, verlief die RS aber nicht nach Wunsch. Sie konnte am Training zwar teilnehmen, musste sich aber auf die Bereiche Oberkörper und Rumpf beschränken. «Ich habe nach vier Wochen bei einem Misstritt beim Treppenlaufen im rechten Fuss ein Band gerissen. Dies zwang mich zu einer Pause.» Die Verletzung musste nicht operativ behandelt werden. «Da ich aber seit längerer Zeit Schmerzen im Knie hatte, nutzte ich die Zwangspause, um mich wegen dieses Plica-Syndroms, das mich beim Training im Kraftraum behinderte, operieren zu lassen.» Die restliche Zeit der Rekrutenschule nutzte Zehnder vor allem zur Rehabilitation. «Wegen diesem Zwischenfall habe ich auch die ersten Skitrainings verpasst», so das Mitglied des B-Kaders von Swiss-Ski. Drei Tage Skifahren in Saas-Fee sowie der 18-tägige Aufenthalt in Ushuaia in Argentinien bildeten schliesslich Zehnders Vorbereitung auf das Auftaktrennen. «Im Vergleich zur Konkurrenz habe ich natürlich Rückstand, was die Anzahl Skitage betrifft. Ich habe den Anschluss aber schnell gefunden», freut sich die Rossignol-Fahrerin. «Ich fühle mich fit und bin schmerzfrei.» Auch neben der Skipiste läuft bei Shaienne Zehnder einiges. Nach abgeschlossener KV-Ausbildung hat sie erst kürzlich die Berufsmaturität mit der Ausrichtung Gesundheit und Soziales begonnen. Shaienne Zehnders Zwillingsschwester Leandra Zehnder konzentriert sich auf die Disziplinen Riesenslalom und Super-G. Sie versucht, sich in FIS- und Europacuprennen nach vorne zu tasten.

Von Stefan Leuenberger