• Zahlreiche Guggenmusiken sorgten für fasnächtliche Stimmung.

  • An Verkaufsständen gab es ganz viel Handwerkskunst zu bestaunen.

  • Dass man die Waren vor Ort anprobieren kann, gilt als grösster Vorteil vom Fasnachtsmarkt.

  • Neben den Verkaufsständen sorgten zahlreiche Musikformationen für Unterhaltung.

  • Der Langenthaler Fasnachtsmarkt lockte trotz Regen zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. · Bilder: Leroy Ryser

  • Der Hut half gegen den Regen.

  • Neben den vielen unterschiedlichen Fasnachtsutensilien wurde auch einiges an Esswaren und Getränken verkauft.

27.10.2026
Langenthal

Fasnachtsmarkt ist weiterhin beliebt

Auch der Regen kann die Fasnachtslust in Langenthal nicht stoppen: Am Fasnachtsmarkt nahmen zahlreiche «Fasnächtler» teil und liessen sich von Kälte und Nässe nicht vom Feiern abhalten. Das begeisterte vor allem auch die Standbetreiber, die trotz des Internets als hartnäckiger Konkurrent dem Fasnachtsmarkt die Treue halten.

Auf den ersten Blick scheint die Situation wenig erhellend: Es regnet und in Langenthal versucht der Fasnachtsmarkt, der im heutigen Umfeld wohl oder übel mit Online-Angeboten konkurriert, potenzielle Käufer von der warmen Stube und dem kuscheligen Sofa wegzulocken. Spätestens auf den zweiten Blick wird aber klar: Der Anblick täuscht. Auf Nachfrage betonen gleich mehrere Inhaber von Verkaufsständen, dass sie auch heute noch froh sind, dass es den Langenthaler Fasnachtsmarkt gibt. Einzelne bieten ihre Ware online gar nicht erst an, andere sind überzeugt davon, dass die Möglichkeit, Masken und Kostüme anzuprobieren, auch weiterhin den Unterschied macht. Und Markus Huber, OK-Chef des Fasnachtsmarktes, weiss sogar von einem Instrumentenverkäufer, der schon morgens um 9 Uhr zur Eröffnung sämtliche mitgebrachte Instrumente verkauft hatte. «Der Fasnachtsmarkt ist weiterhin sehr beliebt – und wenn wir uns umsehen, sehen wir wirklich viele Menschen, die trotz schlechtem Wetter hier sind. Das motiviert uns und zeigt, dass wir uns richtig entschieden haben.» Zu entscheiden gab es derweil seit der Durchführung der 30. Ausgabe im letzten Jahr einiges. Nachdem Rolf Uhlmann klarmachte, dass er den Event nicht mehr als OK-Chef begleiten wird, musste ein Nachfolger gesucht werden und da stand der Event zeitweise tatsächlich am Abgrund. Letztlich rang sich Markus Huber durch, diesen Posten zu übernehmen, strebte aber sogleich eine Neuorganisation an. «Früher war absolut alles auf Rolf zentriert, obwohl das alleine kaum stemmbar ist. All die Aufgaben mussten wir deshalb verteilen und ein Vorstand gründen, auch damit die Aufgaben künftig einfacher weitergegeben werden können, wenn jemand nicht mehr weitermachen möchte», erklärt er, der selbst ebenfalls schon seit 26 Jahren in unterschiedlichen Funktionen mithilft. Das sei gelungen – habe aber gerade in diesem ersten Jahr viel Aufwand benötigt. Noch sei es nötig, einzelne Feinkorrekturen für die nächsten Jahre vorzunehmen, mittlerweile sei der Fasnachtsmarkt aber neu aufgestellt und die Durchführung gesichert. «Der Langenthaler Fasnachtsmarkt bedeutet sehr vielen Menschen sehr viel», sagt er selbst und begründet damit seinen Einsatz. Immerhin ist der Langenthaler Event weiterhin in seiner Sparte der grösste und lockt bis über die Landesgrenzen hinaus «Fasnächtler» an. 

Neue Verkäufer akquiriert
Dabei müsse man gar nicht leugnen, dass sich die Zeiten verändert hätten, gibt der neue OK-Chef zu. Das Online-Geschäft gilt zweifellos als starke Konkurrenz, die dazu führt, dass nicht mehr über 100 Stände wie früher, sondern «nur» noch 60 Verkäufer vor Ort sind. Tatsächlich habe man auf dieses Jahr hin aber fünf, sechs neue Betriebe akquirieren können, was das Interesse auf Verkäufer-Seite durchaus beweise. «Und potenzielle Käufer hat es wie eh und je viele», sagt Markus Huber und blickt um sich. Das Ambiente werde weiterhin sehr geschätzt, das Rahmenprogramm mit Musik und Bars sei ohne Zweifel verkaufsfördernd. «Corona hat uns wahrscheinlich am meisten geschadet, weil damals viele Verkäufer Insolvenz anmelden mussten. Aber dennoch ist der Fasnachtsmarkt in Langenthal bei Käufern und Verkäufern eine Tradition, an der man sich erfreut. Und das zeigen die zahlreichen Feedbacks, die wir von beiden Seiten erhalten.» Schon jetzt sei deshalb klar, dass auch im nächsten Jahr wieder ein Fasnachtsmarkt stattfinden wird. Die Tradition werde man so lange weiterführen, versprach Markus Huber, wie es gelingt, diesen ohne Verlust zu betreiben.

Zufrieden mit der Besucheranzahl
Und dafür seien die Zeichen vorerst positiv, verrät er weiter, auch die Ausgabe 2026 sei ein voller Erfolg gewesen. «Natürlich war das Wetter schon auch ein bisschen ein Wermutstropfen, aber letztlich findet Fasnacht immer bei jedem Wetter statt», erklärt der OK-Chef. Mit den Besucherzahlen sei man deshalb allgemein sehr zufrieden, selbst der Stimmung habe das Wetter nicht geschadet. Und damit ist bestätigt: Manchmal täuscht der Eindruck. Der Langenthaler Fasnachtsmarkt kann sich also zweifellos gegen Wetterkapriolen und auch gegen Internet-Konkurrenten erfolgreich zur Wehr setzen.

Von Leroy Ryser