• Jonas Leuenberger lief bei seinem Marathondebüt in Frankfurt eine Traumzeit von 2:23 Stunden.  · Bild: zvg

29.10.2026
Sport

2:23 Stunden beim Marathondebüt

Der 30-jährige gebürtige Madiswiler Jonas Leuenberger läuft bei seiner Marathonpremiere in Frankfurt in 2:23 Stunden eine absolute Traumzeit.

Laufsport · Der Frankfurt-Marathon besitzt sowohl national als auch international einen sehr hohen Stellenwert und gilt als eine der prestigeträchtigsten Laufveranstaltungen Europas. Direkt hinter dem Berlin-Marathon hat er sich fest als die Nummer 2 in Deutschland etabliert. Der gebürtige Madiswiler Jonas Leuenberger hat sich diesen Traditionslauf für sein Marathondebüt ausgewählt. Wie die übrigen mehr als 13 000 Finisher liess er sich vom herbstlichen Wettermix aus Regen und Sonnenschein nicht aufhalten.  

Minutiöse Vorbereitung
Der 30-jährige Familienvater hatte sich minutiös auf seinen allerersten Wettkampfeinsatz auf den magischen 42,195 Kilometern vorbereitet. «Nach einer so langen Trainingsphase hatte ich grossen Respekt vor der Distanz, verspürte aber auch eine grosse Vorfreude», sagt Leuenberger. «Ich bin so dankbar, dass sich meine zeitliche Investition ins Training ausgezahlt hat und ich mein Potenzial auf die Strasse bringen konnte.» Allerdings war das Ganze mit einigen Hürden verbunden. Der für den Stadturnverein Bern laufende Athlet bekundete Mühe mit dem Regen. Viel schlimmer waren aber die Missgeschicke bei der Verpflegung. «Ich habe jede meiner vorbereiteten Flaschen verpasst. Dadurch musste ich auf die offiziellen Verpflegungsstellen ausweichen, was natürlich suboptimal ist», erklärt Leuenberger. Immerhin vertrug der mit seiner Familie in Herzogenbuchsee wohnhafte Ausdauersportler die Verpflegung problemlos. «Nach schnellen 1:10 Stunden bei der Halbmarathon-Marke dachte ich, dass der Hammermann kommen wird.» Er kam nicht. «Zwar wurden meine Beine gegen Rennende immer schwerer, was aber völlig normal war. Darauf war ich mental gut vorbereitet. Der Zieleinlauf in der Frankfurter Festhalle war sehr emotional. Die Dankbarkeit darüber, dass sich alle Mühen ausgezahlt haben, sorgte für Tränen und Schüttelfrost.» 

Die Schallmauer klar durchbrochen
Und dann war da ja noch Leuenbergers gelaufene Zeit. Im Marathon gilt die Marke von 2:30 Stunden als Schallmauer für sehr gute Amateure. Jonas Leuenberger unterbot diese Zeit bei seinem Debüt massiv und sorgte damit für eine absolute Ausnahmeleistung. Mit einem Kilometerschnitt von 3:24 Minuten lief er die Strecke in 2:23 Stunden. Damit bewegt er sich in Ländern wie Deutschland, Österreich oder der Schweiz im Bereich der erweiterten nationalen Spitze. Bei kleineren bis mittleren City-Marathons könnte er mit dieser Zeit um den Gesamtsieg mitlaufen – oder sicher auf dem Podest landen. Beim mit Weltklasseathleten besetzten Frankfurt-Marathon reichte seine Zeit von 2:23:12 Stunden als schnellster Schweizer zum 36. Rang unter 10 306 klassierten Männern. Den Tagessieg holte sich der Äthiopier Jirata Lelisa Dinki in 2:05:26 Stunden (Kilometerschnitt: 2:58 Minuten). «Mein Marathondebüt wird ein Tag sein, den ich für immer in Erinnerung behalten werde», bilanziert Jonas Leuenberger sein Erfolgserlebnis. Und das schönste Geburtstagsgeschenk – Leuenberger wurde elf Tage vor dem Frankfurt-Marathon 30 Jahre alt – machte sich der disziplinierte Ausdauersportler damit gleich selber. 

Starke Leistung von Martina Strähl
Bei den Frauen glänzte die 1987 geborene Martina Strähl von der LV Langenthal. Sie lief im über 3000-köpfigen Feld auf den 18. Rang, was in ihrer Alterskategorie W35 die Silbermedaille bedeutete. Mit ihrer Zeit von 2:43:21 Stunden unterbot sie die Siegerzeit von Rahel Meili an der gleichzeitig ausgetragenen Marathon-SM in Luzern um 2:15 Minuten.

Auszug aus der Rangliste: Männer (10 306 Klassierte): 1. Jirata Lelisa Dinki, Äthiopien, 2:05:26; 2. Amanal Petros, Deutschland, 2:05:46; 3. Benard Kipkurui Biwott, Kenia, 2:06:23; 36. Jonas Leuenberger, Madiswil/Herzogenbuchsee, 2:23:12; 37. Urs Schönenberger, Schweiz/ST Bern, 2:23:57. – Frauen (3025): 1. Zeineba Yimer Worku, Äthiopien, 2:19:45; 2. Blanka Dörfel, Deutschland, 2:20:46; 3. Beriha Gebreyohanes Gebreslasie, Äthiopien, 2:22:46; 18. Martina Strähl, LV Langenthal, 2:43:21; 20. Tanja Eilinger, Cham, 2:46:05.

Von Stefan Leuenberger