• In der Schlosserei Greub entstanden die Chromstahltöpfe für die neuen Pflanzmodule: Lars Rathgeb (links, 19, 3. Lehrjahr, Greub Schlosserei) und Christian Schär (17, 2. Lehrjahr, Anytech Metallbau).

  • Konzentriert verschweisst Lars Rathgeb einen der Chromstahltöpfe mit dem Laserschweissgerät.

  • Neben den grossen Elementen werden auch kleinere Module gefertigt.

  • So könnte eines der zusammengebauten Elemente schliesslich aussehen.

  • Die Projektverantwortlichen Lukas Müller (links) und Urs Enz mit einem der neuen Pflanzmodule.

  • Rugarshan Murugathas (links) und Alex Eymann umschalen die Fichtenholzummantelungen mit Douglasie.

  • Yannik Sollberger (16, 1. Lehrjahr, Trüssel) schleift die Abdeckungen für die neuen Elemente. · Bilder: Gabriela Graber

  • Alessia Ryser bestreicht das Fichtenholz des Tragelementes mit einem deckenden schwarzen Anstrich.

30.04.2026
Huttwil

28 Lernende verschönern das Städtli

Was heute noch gesägt, geschweisst und geschnitten wird, steht in wenigen Tagen im Städtli und lädt zum Verweilen ein.

28 Lernende aus 16 Betrieben arbeiten derzeit an Sitzbänken und Pflanzmodulen – ein Gemeinschaftsprojekt, das Huttwil

künftig verschönern soll. Der «UE» hat in den Werkstätten einen Augenschein genommen.

Was in diesen Tagen in Werkstätten in Huttwil und Umgebung entsteht, ist mehr als neue Dekoration fürs Städtli. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt für Huttwil – und eines, an dem bewusst junge Berufsleute mitarbeiten. 28 Lernende aus insgesamt 16 Lehrbetrieben sind dabei beteiligt und mehrere Tage bis zu zwei Wochen dafür im Einsatz. Hinter dem Projekt «Lernendi zäme für Huttu» steht Lukas Müller, Projektverantwortlicher und Geschäftsleiter der Firma Holzx. Als der Huttu-Macher im Namen der Gemeinde im Januar Betriebe für neue Sitz- und Pflanzmodule anfragte, schlug Müller vor, daraus ein Lernendenprojekt mit mehreren Betrieben zu machen – und stiess damit sogleich auf Anklang. Gemeinsam mit Urs Enz von Enz Holzbau machte er die Projekteingabe. «Ich fand, es wäre schöner, wenn verschiedene Firmen gemeinsam etwas realisieren», sagt Müller. Je mehr Menschen beteiligt seien, desto grösser werde die Identifikation mit dem Projekt. Das könne auch dazu beitragen, dass den Elementen später mehr Sorge getragen werde. Für die Lernenden sei es zudem eine Gelegenheit, andere Betriebe und Berufsgattungen kennenzulernen, sich zu vernetzen und gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten, so Müller. Nun entstehen insgesamt 50 Elemente: sechseckige Holzmodule mit runden Blumentöpfen aus Chromstahl und dazu passende Sitzbänke, die an verschiedenen Standorten in der 30er-Zone im Städtli verteilt werden sollen. Gearbeitet wird derzeit in mehreren Betrieben gleichzeitig. 

«Gefällt mir, ein Resultat zu sehen»
In der Schlosserei Greub etwa entstehen die Chromstahlschalen, die später als Blumentöpfe dienen. Die Bleche dazu werden bei der Firma Lanz Metallbau per Plasmaverfahren zugeschnitten: Dabei wird das Metall mit einem sehr heissen Gasstrahl getrennt. Danach werden die Teile zusammengeheftet und mit einem präzisen Laserverfahren verschweisst. Die Holzummantelung der Blumentöpfe wird währenddessen bei Enz Holzbau gezimmert. Die Innenschicht der Ummantelung besteht aus Fichtenholz, die Aussenschicht aus einheimischer Douglasie. Die dafür nötigen Holzplatten schneiden die Lernenden zu, bearbeiten sie und fertigen sie zu Sechsecken. Auch die Sitzbänke, die an die Blumentöpfe angehängt werden sollen, fertigen die Lernenden dort an. «Es hat sehr viel Spass gemacht», sagt Alex Eymann (17, im 2. Lehrjahr, Enz Holzbau), der zusammen mit Rugarshan Murugathas (16, 1. Lehrjahr, Trüssel) an den Elementen arbeitet. Insbesondere die Bänke herzustellen, fand er toll – «weil es eine schöne, nicht zu schwierige Arbeit war». Alessia Ryser (18, 3. Lehrjahr, Burkhaltermalerei) in der anderen Ecke des Raumes ist bereits einen Arbeitsschritt weiter. Sie bestreicht die Fichtenelemente mit schwarzer, schützender Farbe. «Es gefällt mir, ein Resultat zu sehen. Das ist das Schöne an unserem Beruf: Man sieht, was man gemacht hat, wenn man durchfährt.» Bei der Firma Holzx entstehen die Abdeckungen für die Elemente. Zudem ist dort derzeit ein Spezialelement in Arbeit, das später auf dem Brunnenplatz stehen soll. «Unten hindurch soll Strom geführt werden; in den Blumen werden Lichter integriert», erklärt Lukas Müller.

Besichtigung an der Gwärbwanderig 
Das Projekt ist Teil von «Huttwil blüht und grünt» – einer Initiative der Präsidialkommission, die Huttwil als Blumenstädtli neu aufleben lassen will. Die neuen Module sollen die bis­herigen Palettenkästen, die jeweils im Frühling platziert werden, durch hochwertigere Elemente ersetzen. Auch die neuen Elemente sind für den saisonalen Einsatz gedacht und werden im Winter wieder eingelagert. Während in den Werkstätten Hand angelegt wurde, haben Lernende auch am Computer für das Projekt gearbeitet: Das Kommunikationskonzept – Logo, Social-Media-Auftritte und Sponsorenbriefe – haben sie selbst erarbeitet. Umgesetzt wird das Projekt mit einem Kostendach von rund 50 000 Franken. Wenn die Module nächste Woche fertig sind, werden Lernende der Blumeninsel die Töpfe bepflanzen, bevor sie dann an sieben Standorten platziert werden – unter anderem am Brunnenplatz, beim Coop, vor dem Stadthaus oder beim Restaurant Sonne. Am Freitag, 1., und Samstag, 5. Mai, können die Arbeiten der Lernenden im Rahmen der Gwärbwanderig Rohrbach bei Holzx besichtigt werden. Die Einweihung des Projektes findet im Rahmen des Fürobe-Events am 8. Mai um 16.30 Uhr an der Luzernstrasse 15 statt. 

Von Gabriela Graber