Dino Stecher, (links) Geschäftsführer Campus Perspektiven, und Lukas Zürcher, Co-Leiter Campus Perspektiven AG, stellten das Parking-Pay beim Campus vor. · Archivbilder: Thomas Peter
Ab 1. Mai kostet das Parkieren beim Campus
Nun ist es Tatsache: Der Campus Perspektiven wird ab dem 1. Mai auf seinen insgesamt 317 Parkplätzen Gebühren erheben. Kostenpunkt: 1 Franken für die erste Stunde, 50 Rappen für jede weiter Stunde bis maximal 5 Franken (ab 9 Stunden) für eine Tagespauschale. Für Mitglieder von Vereinen, die den Campus regelmässig nutzen, gibt es für 10 Franken Monatsparkkarten, die auf bis zu vier Autonummern übertragbar sind.
«Parkgebühren sind etwas Unpopuläres und wir werden das zu spüren bekommen», ist sich Dino Stecher, Geschäftsführer Campus Perspektiven AG Huttwil bewusst. «Für uns ist es aber wirtschaftlich ein sehr wichtiger Faktor, den wir einführen müssen.» Denn nach der denkwürdigen Gemeindeversammlung im Juni 2024 sei auch der Campus in die Pflicht genommen worden. «Trotz der beschlossenen Erhöhung des jährlichen Gemeindebeitrages auf 295 000 Franken haben wir immer noch ein Defizit von 150 000 bis 200 000 Franken pro Jahr», erklärte Dino Stecher an einem Infoabend, an dem sechs Vertretende von eingeladenen Vereinen anwesend waren.
Sparen und Einnahmen generieren
«Wir sind intensiv daran, jeden Stein umzukehren, um das Defizit zu decken», gibt Lukas Zürcher, Co-Leiter Campus Perspektiven AG, zu verstehen. Auf personeller Seite werde beispielsweise eine vakante Stelle noch nicht wieder besetzt. «Doch wir müssen auch auf der Einnahmenseite etwas unternehmen. Diesen Auftrag haben wir an der Gemeindeversammlung erhalten und den nehmen wir auch an.» Deshalb müsse der Campus Anstrengungen unternehmen, um Kosten zu minimieren und mehr Einnahmen zu generieren. Und auf Einnahmenseite gehöre eben das neue «Parking-Pay» dazu, das ab dem 1. Mai 2025 gelte.
Maximal 5 Franken pro Tag
«Wir wollen keine Kunden verlieren und auch nicht gierig sein, doch kommen wir nicht daran vorbei. Dies auch im Hinblick auf anstehende Investitionen, die ohne Parking-Pay nicht möglich wären,» verwies Dino Stecher unter anderem auf den Hallenboden, der in den nächsten 2 bis 3 Jahren saniert werden sollte. «Wir werden bei den Parkgebühren mit den gleichen Partnern (Digitalparking AG und Securitas) zusammenarbeiten wie die Gemeinde und wir haben die genau gleichen Tarife wie die Gemeinde», erklärte Lukas Zürcher. Konkret bedeutet dies: Die Gebühren werden rund um die Uhr, also von Montag bis Sonntag während 24 Stunden am Tag erhoben. Die erste Stunde kostet 1 Franken, jede weitere Stunde 50 Rappen. Ab 9 Stunden wird eine Tagespauschale von 5 Franken erhoben. Die maximale Parkzeit beträgt sieben Tage. Für Besitzende einer IV-Karte stehen Gratisparkplätze zur Verfügung. Der Besuch eines Eishockeyspieles würde so rund Fr. 2.50 kosten, ein Tagesanlass maximal 5 Franken, rechnete Lukas Zürcher vor. Die Stunden- und Tagesparkkarten müssen nicht im Auto hinterlegt werden, sind nicht übertragbar und können für jeweils ein Fahrzeug gelöst werden. Die Parkkarten sind nur in den beiden Parkzonen gültig, ein fixer Parkplatz wird nicht zugeteilt. Für Lastwagen und Anhänger gelten besondere Tarife. Bezahlen kann man mit Parkingpay, EasyPark, Twint und Münz. Geplant ist gegenwärtig das Aufstellen einer einzigen Parkuhr.
Monats- und Jahresparkkarten für registrierte Vereinsmitglieder
«Parkgebühren treffen natürlich vor allem jene Vereine, die den Campus regelmässig nutzen», ist sich Dino Stecher bewusst. «Es kann aber nicht sein, dass jemand ehrenamtlich in einem Verein tätig ist und dann noch Gebühren zahlen muss.» Für diese habe man aber Lösungen ausgearbeitet, um ihnen entgegenzukommen. So können beispielsweise Vereine Monats- oder Jahresparkkarten für 10 beziehungsweise 120 Franken lösen. Auf diesen Parkkarten können maximal vier Autonummern aufgeführt werden, wobei nicht zwei oder mehrere dieser Fahrzeuge gleichzeitig parkieren dürfen. Diese Monatskarten sind nicht kündbar und es wird auch kein Geld zurückerstattet, hingegen sind Änderungen des Kennzeichens bei Halterwechsel möglich. Die Monatskarten garantieren keinen freien oder festen Parkplatz und verlängern sich auch nicht automatisch, sondern müssen nach Ablauf erneuert werden. Interessierte Vereine können ihre Mitglieder mit Namen, Autokennzeichen und Anzahl Monate beim Campus Perspektiven melden, der die Eingabe prüft und die Monatskarten dementsprechend freigibt. Für die definitive Registrierung gibt es zwei Varianten. Entweder das selbstzahlende Vereinsmitglied schliesst die Registrierung an der Parkuhr oder im App ab und bezahlt den entsprechenden Betrag. Oder das Vereinsmitglied meldet sich an der Parkuhr oder in der App. Die Registrierung wird vom Campus geprüft. Das Vereinsmitglied wird per SMS oder E-Mail über die Freigabe benachrichtigt. Das Monatskartenangebot steht laut Lukas Zürcher allen Vereinen offen, die den Campus Perspektiven regelmässig nutzen.
Keine tägliche Kontrolle
Wer ohne Gebührenzahlung parkiert, werde mit 40 Franken gebüsst, auf Antrag seien Bussen bis 2000 Franken möglich. «Wir sind aber nicht an Bussen interessiert», betont Dino Stecher. «Wir werden denn auch nicht täglich Kontrollen machen, sondern die Einsätze der Securitas mit der Gemeinde Huttwil koordinieren.» Für das Einrichten des Parking-Pays rechnet Dino Stecher mit Kosten von rund 20 000 Franken. Und mit welchen Einnahmen? «Das ist schwer einzuschätzen, es können 40 000 Franken, aber auch mehr oder weniger sein.»
Kein Sturm der Entrüstung
Seit bekannt ist, dass der Campus Perspektiven Parkgebühren einführen wird, blieben die Reaktionen in ruhigem Rahmen. Einen Sturm der Entrüstung habe dies nicht ausgelöst, bestätigt Lukas Zürcher. «Das Eis hat die Gemeinde gebrochen», erlaubte sich Lukas Zürcher eine umgedrehte Wortspielerei bezugnehmend auf die Gemeindeversammlung im Juni 2024. «Dass man fürs Parkieren zahlen muss, ist inzwischen mit einer gewissen Selbstverständlichkeit verbunden.» Und auch am Infoabend blieben kritische Stimmen der Vereinsvertretenden weitestgehend aus. «Vielen Vereinsmitgliedern ist vielleicht noch nicht so bekannt, dass Parkgebühren kommen werden», sagte Remo Niederhauser von den Huttu High Flyers auf die Stimmung in seinem Club angesprochen. «Wer über den eigenen Tellerrand hinausschaut, kann diese Massnahme aber durchaus nachvollziehen. Es dauert vielleicht ein Jahr, aber bis dann hat man sich daran gewöhnt», ergänzte Benno Eiholzer, Präsident vom UHC Black Creek.
Ausweichgefahr auf Landiparkplatz
Die Fragen am Infoabend waren denn auch in erster Linie pragmatischer Art. So wollte Benno Eiholzer wissen, ob ein Gratiskurzzeitparking zum Beispiel für Eltern, die ihre Kinder bringen oder abholen, möglich sei. «Das haben wir so vorgesehen. 15 Minuten Parken sind gratis», bestätigte Lukas Zürcher. Auch für Anlieferer etwa bei Anlässen bestehe weiter die Möglichkeit, dass sie bis zu den Hallen fahren und dort aus- und einladen können. Wer hier arbeite, müsse nicht auch noch dafür bezahlen. Pascale Pfister vom Skating Club Huttwil wies schliesslich auf die Gefahr hin, dass man allenfalls auf den benachbarten Landiparkplatz ausweichen könnte und dann zu Fuss zum Campus gehen würde. «Sollten wirklich Leute bei der Landi parkieren, um 1,50 oder 2 Franken zu sparen, dann wird wohl irgendwann einmal die Landi reagieren, wenn es sich häuft», vermutet Dino Stecher.
Von Thomas Peter