Die beiden Langenthaler DJs Philipp «Syno» Richner und Christian «Braensh» Brändli finden die Disco-Gass eine «mega coole Idee» · Bilder: Reto Pfister
Alt und Jung in der Disco-Gass
Bis im September legen DJs einmal pro Monat in der Langenthaler Marktgasse auf. Aber auch wer einfach mit Freunden zusammensein will, kommt unter freiem Himmel auf seine Kosten. Ein Augenschein am frühen Freitagabend in der Disco-Gass.
Philippe Giesser ist ein sehr initiativer Mann. Er führt unter anderem in Langenthal die beiden Restaurants A la Carte und Przi. Und ist er Mitglied des Teams Märitgass, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Langenthaler Marktgasse im Sommer mit Leben zu füllen. Eine der Ideen: von Juni bis September, an einem Freitagabend pro Monat, die Gasse soundmässig zu bespielen. Lokale DJs legen auf, Getränke werden ausgeschenkt, die Musik ist aber nicht so laut, dass man sich nicht unterhalten könnte. Vor Ort sind am Freitagabend auch Sabrina und Michelle. Sabrina ist für das Restaurant A la Carte tätig, Michelle für den Bären. «Die Marktgasse ist einfach ein sehr schöner Ort, wir wollen hier für Leben sorgen», sagt Sabrina. «Es läuft schon viel in Langenthal. Es ist unser Ziel, dass an jedem Wochenende etwas los ist», sagt Michelle. Kommerzielle Gedanken stehen nicht im Vordergrund. «Viel verdienen wir nicht damit», geben die beiden Frauen Auskunft. Denn für einen solchen Event müssen unter anderem eine Bühne für die DJs und eine Bar angeschafft werden – ein Teil wurde gekauft, der andere angemietet. Als DJs sind an diesem Abend die beiden Langenthaler Philipp «Syno» Richner und Christian «Braensch» Brändli im Einsatz. Etwas extrem Spezielles haben sie sich für diesen Abend nicht einfallen lassen. «Wir spielen etwas Disco, neu gemixt», sagen sie. «Später wird es dann technomässig». Philippe und Sabrina würden sie schon lange kennen. «Wir finden es eine mega coole Idee und sind gerne gekommen, als wir angefragt wurden».
Fünf Freunde, die weiterziehen
Alt und Jung sind an diesem frühen Freitagabend in der Gasse anzutreffen, Mütter mit kleinen Kindern kommen, sie grüssen die eine oder andere Bekannte und ziehen dann mit dem Nachwuchs wieder weiter. Platz genommen haben hingegen die fünf Freunde Marcel, Finn, Sandro, Joel und Dänu. Letzterer trägt ein Schweizer Fussball-Nationaltrikot. Ein Indiz, dass an diesem Abend noch ein Grossereignis bevorsteht. Die Schweizer Fussballerinnen stehen im Einsatz und bestreiten ihren EM-Viertelfinal gegen Spanien. Die Veranstalter der Disco-Gass haben reagiert und auf einer Seite der Gasse einen Bildschirm installiert, auf dem das Spiel ohne Ton gezeigt wird. Dänu bevorzugt es jedoch, das Spiel an einem Ort zu verfolgen, wo er die Stadionambiance wahrnehmen kann. Er wird daher irgendwann weiterziehen. Vorher geniessen die Freunde jedoch noch das Beisammensein bei einem kühlen Bier. «Wir finden die Disco-Gass eine Super-Idee», sagen sie. Nicht nur jüngere Leute sind an diesem frühen Abend in der Gasse anzutreffen. Adrian ist 68 Jahre alt und in Lotzwil wohnhaft. «Ich bin aus Gwunder gekommen», sagt er. Mit der Musik, die gespielt wird, kann er durchaus etwas anfangen: «Doch, die gefällt mir». Wenn es nach Philippe Giesser geht, soll es die Disco-Gass auch in den kommenden Jahren geben. Vielleicht in einem noch grösseren Rahmen als aktuell. «Vielleicht wird es einmal möglich, einen grösseren Teil der Marktgasse zu bespielen».
Von Reto Pfister