Ist bereit für weitere Beratungsgespräche: Der neue Energieberater der Region Oberaargau, Andreas Diemling. · Bild: Walter Ryser
Andreas Diemling tritt in grosse Fussstapfen
Er war fast schon eine kleine Institution, Rolf Leuenberger, der Energieberater der Region Oberaargau. Letzten Sommer trat Andreas Diemling seine Nachfolge an. Nach dem ersten halben Jahr zieht der 48-jährige Murgenthaler eine positive Bilanz und zeigt sich motiviert, das Angebot der Energieberatung noch bekannter zu machen.
Oberaargau · Er sei sich bewusst, dass er in grosse Fussstapfen getreten sei, sagt Andreas Diemling gleich zu Beginn des Gesprächs. Der 48-jährige, dreifache Familienvater aus Murgenthal trat letzten Sommer die Nachfolge von Rolf Leuenberger als Energieberater der Region Oberaargau an. Leuenberger versah die Stelle viele Jahre und war dadurch in der Region ein bekanntes Gesicht, eine kleine Institution auf diesem Gebiet. Andreas Diemling versieht die Stelle in einem 50-Prozent-Pensum. Daneben arbeitet der gelernte Bauschreiner noch als Projektleiter in einer Holzbaufirma in Bützberg. Unterstützt wird Andreas Diemling bei seiner Aufgabe als Energieberater der Region Oberaargau von Urs Bänziger, der ebenfalls in einem 50-Prozent-Pensum für die Kontrolle der Energienachweise zuständig ist.
Energie bleibt dominierendes Thema
Die Energieberatungsstelle (EBS) der Region Oberaargau ist Anlaufstelle für Privatpersonen, Firmen, Gewerbetreibende, Institutionen der öffentlichen Hand, Gemeindebehörden und politische Entscheidgremien für alle Energiefragen, mit Schwerpunkt auf dem Gebäudebereich. Beratungen im Büro der Energieberatungsstelle im Jurapark in Langenthal sowie Auskünfte am Telefon oder per E-Mail sind in der Regel kostenlos. Für Beratungen vor Ort wird je nach Gebäude und Beratungsumfang eine Pauschale erhoben. Ein Freund habe ihn auf das Stelleninserat aufmerksam gemacht und ihn ermuntert, sich als Energieberater zu bewerben, erzählt Andreas Diemling die Entstehungsgeschichte zu seinem neuen Job. «Die Energie-Thematik hat mich schon immer interessiert. Als Holzfachmann habe ich mich zudem auch immer mit bau-physikalischen Themen beschäftigt», erwähnt er. Bereits vor der Corona-Pandemie habe er damit geliebäugelt, beruflich im Energiesektor tätig zu werden, ergänzt der neue Energieberater der Region Oberaargau, der die Ausbildung zum Energieberater Gebäude noch vor seinem Amtsantritt im Sommer 2024 absolvierte. Nach seinem Stellenantritt habe er während der Einarbeitungszeit noch einen Monat lang vom grossen Wissen und der immensen Erfahrung von Rolf Leuenberger profitieren können, sagt Andreas Diemling. Nach einem halben Jahr zieht er ein erstes positives Fazit. Der neue Job begeistert ihn und er sieht darin grosses Entwicklungspotenzial, werde doch die Energie-Thematik in naher Zukunft unsere Gesellschaft weiter stark beschäftigen und in fast allen Lebensbereichen tangieren. Gleichzeitig hat Andreas Diemling aber auch festgestellt, dass die Energieberatungsstelle der Region Oberaargau und deren Dienstleistungen sowohl bei Privatpersonen wie auch Firmen und Gemeinden noch zu wenig bekannt ist. Natürlich gebe es im Markt viele Angebote und Firmen, die sich mit der Thematik befassen und dementsprechend auch über Beratungs-Angebote verfügen würden, ist sich Diemling bewusst. Dennoch sagt er: «Bei uns erhält man eine umfassende Beratung, kostenlos oder zu einem geringen Preis, aber vor allem neutral und wertungsfrei, weil wir dem Kunden kein spezielles Produkt verkaufen wollen.» Für Andreas Diemling ist dies ein Pluspunkt der Energieberatungsstelle. Den direkten Kontakt mit den Leuten schätze er an seiner neuen Arbeit, am liebsten vor Ort beim Kunden, «weil ich mir, nicht zuletzt aufgrund meiner handwerklichen Ausbildung, einen guten Einblick über die Situation verschaffen und anschliessend eine optimale Beratung anbieten kann», erwähnt der Energieberater.
Energieberatung ist gefragt
Angesichts der Tatsache, dass Energie-Themen in unserem privaten und beruflichen Leben auch künftig einen hohen Stellenwert einnehmen dürften, gehe er davon aus, dass das Angebot der Energieberatungsstelle zunehmend gefragt sein werde, nicht zuletzt, weil die Komplexität bei diesem Thema hoch sei und damit zu Fragen und Beratungsbedarf führe. Zudem halte der Solar-Boom an und in vielen älteren Gebäuden müssten Heizungen ersetzt werden. Genau hier entstünden dann Fragen und bestehe Informationsbedarf. «Aber», bemerkt Andreas Diemling, «wir müssen uns Gedanken machen, wie wir unser Angebot noch bekannter machen können.» Dabei denkt der Energieberater an vermehrte Auftritte und Aktionen über Online- und Social-Media-Kanäle, die man bislang kaum genutzt habe. Andreas Diemling ermuntert die Oberaargauerinnen und Oberaargauer, aber auch Firmen und Gemeinden, auf ihn zuzukommen und betont, dass er nicht bloss fachlich gut ausgebildet sei, sondern auch seine persönliche Lebenserfahrung bei seiner Beratung einfliessen lassen könne. «Ich weiss ganz genau, was es für einen Haus- oder Wohnungsbesitzer bedeutet, wenn er sich plötzlich mit einem Thema befassen muss, das ihm fremd ist und vor allem weiss ich aus eigener Erfahrung, über welche finanziellen Möglichkeiten ein Grossteil der Eigenheimbesitzer in etwa verfügt und kann hier entsprechende Inputs liefern.» Wichtig sei ihm bei seiner Arbeit einfach, dass er mit seiner Beratung dem Kunden eine gute Entscheidungs-Grundlage liefern könne. «Den Entscheid kann ich ihm aber nicht abnehmen, den muss der Kunde letztendlich selber treffen», gibt Andreas Diemling lachend zu verstehen und ermuntert Privatpersonen, Firmen und Behördenvertreter, sich bei Beratungsbedarf bei ihm zu melden ([email protected] oder telefonisch unter 062 923 22 21.
Von Walter Ryser