Die bfsl-Aula war während der Prämierungen gut besetzt.
Autismus und Uhrmacherkunst im Fokus
Die Berufsfachschule Langenthal und der Lions Club Langenthal hatten die Wahl: Aus 22 klassenbesten Vertiefungsarbeiten
kürte die Jury die besten Dokumentationen der drei- und vierjährigen Grundbildung. Die Vertiefungsarbeit «Autismus-Spektrum-Störung» von Alena Burkhalter und Nadine Meister sowie jene über die «Uhrmacherkunst» von Nicola Rätz und Patrick Zürcher wurden als beste Arbeiten ausgezeichnet.
Die Vertiefungsarbeit ist neben der Schlussprüfung, die Mitte Juni 2025 stattfinden wird, ein Teil des Qualifikationsverfahrens für den Allgemeinbildenden Unterricht (ABU). Insgesamt formulierten die Lernenden im letzten Lehrjahr über 160 Dokumentationen zum Oberthema «Tradition und/oder Innovation» – die erfolgreichsten Autorinnen und Autoren erhielten an der Feier «Beste Vertiefungsarbeit» für ihre Werke eine Auszeichnung. «Die 80. Lauberhornabfahrt mit Sieger Carlo Janka, die Fukushima-Katastrophe und die Olympischen Spiele in London trugen sich 2010, 2011 und 2012 zu. Dies waren die Jahre der zweiten, dritten und vierten Durchführung des Vergabeanlasses Beste Vertiefungsarbeit», begrüsste Matthias Jost die Anwesenden. Der Abteilungsleiter der gesundheitlich-sozialen, gewerblichen und technischen Grundbildung (GGT) blickte damit in die Geschichte der Veranstaltung zurück. Die beste Vertiefungsarbeit, als Herzstück des Allgemeinbildenden Unterrichts, wird seit 17 Jahren am Prämierungsanlass gefeiert. Seit Anbeginn dabei, nahm Matthias Jost zum letzten Mal als zuständiger Abteilungsleiter an der Veranstaltung teil. Der Lions Club Langenthal würdigte ihn deshalb für die langjährige, erfolgreiche Zusammenarbeit.
Die 22 besten Arbeiten präsentiert
Vor der Preisverleihung fassten die jungen Berufsleute, welche die 22 besten Vertiefungsarbeiten in ihrer Klasse erarbeitet hatten, ihre Ergebnisse in 20-minütigen Präsentationen zusammen. Ein breites Publikum aus Angehörigen, Freunden und Vertreterinnen der Lehrbetriebe füllten die Schulzimmer teilweise bis auf den letzten Platz. Danach übergab der Präsident des Lions Club Langenthal, Simon Jost, die Hauptpreise und würdigte die Arbeit der Gruppen in seiner Rede. «Das Schweizer Bildungssystem verbindet Tradition und Innovation – ein Erfolgsmodell, das Talente fördert, Perspektiven schafft und unsere Zukunft sichert. Bleibt neugierig, bleibt mutig und glaubt an euch – so werdet ihr eure Ziele erreichen», sagte Simon Jost. Der Langenthaler Ableger des weltweit aktiven Serviceklubs sponserte die Hauptpreise bereits zum 17. Mal. Die Jury bestand aus zwei Vertretern des Lions Club und sechs Berufsfachschullehrpersonen.
Autismus und Uhrmacherkunst
Die Emmenmatterin Alena Burkhalter und die Grünenmatterin Nadine Meister gewannen mit «Autismus-Spektrum-Störung – Innovationen für eine inklusive Zukunft» den mit 600 Franken und einer Urkunde dotierten Preis für die beste Vertiefungsarbeit der dreijährigen Grundbildung. Die angehenden Fachfrauen Gesundheit beleuchteten die Autismus-Spektrum-Störung (ASS) etwa in Bezug auf die Diagnose, die Behandlungsmöglichkeiten, das Leben mit der Diagnose, Unterstützungsangebote sowie das Ansehen und die Inklusion in der Gesellschaft. «Ich hoffe sehr, dass mein Wunsch, dass unsere Vertiefungsarbeit Augen öffnen kann, in Erfüllung geht. Jeder sollte davon profitieren, einen Blick in die Welt des Autismus-Spektrums zu werfen. Es gibt so viel zu entdecken und zu lernen», bilanzierte Alena Burkhalter, die selbst mit ASS lebt. Nicola Rätz aus Aefligen und Patrick Zürcher aus Wasen erhielten für «Uhrmacherkunst: Zwischen Tradition und Innovation» den mit 600 Franken und einer Urkunde einhergehenden Preis für die beste Vertiefungsarbeit der vierjährigen Grundbildung. Die künftigen Polymechaniker beschäftigten sich mit der Schweizer Uhrenindustrie, der Geschichte der Turmuhr, der Entwicklung von Uhren, dem Zusammenbau eines Uhrenbausatzes, dem Beruf Uhrenmacher und einer Uhrenfirma. Die beiden Autoren kamen zum Schluss: «Die Uhrmacherei erfordert viel Geduld, Konzentration und Präzision. Sie bleibt ein Handwerk, das Tradition und Innovation vereint, da die menschliche Hand bei der Fertigung und Montage von komplexen Uhren weiterhin unverzichtbar ist.» Eine Formation der Jugendmusik Aarwangen unter der Leitung von Kevin Kläntschi untermalte den Anlass musikalisch. Die SV Group Schweiz in der Mensa der Berufsfachschule Langenthal sorgte fürs Apéro, bei dem sich das Publikum mit den Lernenden austauschte – eine Gelegenheit, den jungen Berufsleuten Fragen zu stellen und Rückmeldungen zu den Vertiefungsarbeiten zu geben. Eing.