• Sie waren am Samstagmorgen in der Badi Huttwil die ersten im Wasser (von links): Jana, Aischa, Nadja und Julia. · Bilder: Yanick Kurth

  • Das neue Betriebsleiterpaar Roland und Sandra Stettler, zusammen mit dem Badi-Präsidenten Thomas Nyffeler (rechts).

  • Das Schwimmbad Lützelflüh erstrahlt nach der Sanierung in neuem Glanz. · Bild: zvg

27.05.2025
Huttwil

Badesachen raus und rein ins Wasser

Am vergangenen Samstagmorgen haben in der Region etliche Freibäder ihre Türen geöffnet. Während man in Langenthal, Huttwil, Lützelflüh und Melchnau bereits ins kühle Nass springen konnte, müssen sich die Wasserratten in Ursenbach (Saisoneröffnung 24. Mai) noch etwas gedulden.

Zum Start der Freibadsaison wurden die Freibäder in den vergangenen Wochen rundum auf Vordermann gebracht: Die Kabinen und Sanitärbereiche, die Eingangsbereiche und Kassenräume sowie die Vor- und Spielplätze wurden gereinigt. Zudem wurden die Aussenanlagen von Ästen, Blättern und Unrat befreit und die Liegewiesen gemäht. Die Schwimmbecken gesäubert und mit Wasser befüllt. Und schon bald sieht man wieder viele planschende Kinder im Schwimmbecken, die von ihren Eltern mit Argusaugen beobachtet werden, während die Bademeister prüfen, ob alle Regeln eingehalten werden. 

Die Wassertemperaturen steigen mit dem wärmeren Wetter
Das Handtuch ab auf die Wiese und rein ins Wasser – viele freuten sich in den Oberaargauer Gemeinden auf die Eröffnung der Freibad-Saison. Die Temperaturen sind zwar noch nicht hochsommerlich, trotzdem strömten am Samstagmorgen die ersten Schwimmerinnen und Schwimmer in die Freibäder. Es war die Ruhe vor dem Ansturm. Spiegelglatt glitzerte die Wasseroberfläche in der Sonne. Bis die vier Mädchen, Jana, Aischa, Nadja und Julia ins kühle Nass sprangen und in Huttwil die Wasseroberfläche in Bewegung brachten. «Das Wasser und die Temperaturen sind zwar noch etwas kühl, aber sobald man sich im Wasser befindet, gewöhnt man sich schnell daran», meinen die vier Mädchen. Auf Anfrage teilt der Chef-Bademeister von Huttwil, Martin Stuker, mit: «Bei der Eröffnung lag die Wassertemperatur bei rund 21 Grad. Die Heizung läuft die gesamte Zeit über, aber in den Nächten ist es noch relativ kalt.» Sobald die Temperaturen weiter ansteigen, erhöht sich dann auch die Wassertemperatur.

Neues Betriebsleiterpaar teilt sich 20%-Stelle in Huttwil 
Das Jahr 2024 war für die Badi Huttwil personaltechnisch ein wechselhaftes Jahr. Der Betriebsleiter Marco Strate hat sein Engagement in der Badi beendet, um seinem Studium nachgehen zu können, und andererseits hat die Leiterin der Badi-Kasse, Claudia Reuteler, eine Festanstellung gefunden. Den Lead an der Kasse wird neu Andrea Schär übernehmen. Als neue Betriebsleiter konnten Roland und Sandra Stettler engagiert werden, während in der letzten Saison Sabine Baumberger (Vorstandsmitglied) die Arbeiten ad interim übernommen hat. «Wir teilen uns die 20%-Stelle, ich werde eher für das operative Geschäft und meine Frau Sandra eher für das administrative Geschäft zuständig sein», sagt Roland Stettler zum «UE». Der 50-jährige Betriebsleiter ist im Aussendienst der Gastronomie tätig, während die 51-jährige Sandra Stettler im Kanton Solothurn als Gemeindeschreiberin arbeitet. «Für uns ist es eine Premiere, die Betriebsleitung eines Freibads zu übernehmen – wir freuen uns aber auf die neuen Herausforderungen und hoffen auf sommerliches Wetter», sagen die beiden. Martin Stuker leitet weiterhin das Bademeister-Team, ihm stehen mit Petro­nella Fuhrer, Jürg Niklaus und Jolanda Räz ein Bademeister und zwei Bademeisterin zur Seite. «Aktuell ist noch eine 50-80% Stelle als Bademeister ausgeschrieben», fügt Badi-Präsident Thomas Nyffeler hinzu. Im Jahr 2023 musste die Badi Huttwil aufgrund eines Ausfalls eines Bademeisters die Betriebszeiten verkürzen. Solche Szenarien möchte man vermeiden und daher hoffen die Verantwortlichen, den Job zeitnah noch vergeben zu können. Alle restlichen Stellen konnte man vor der Saison besetzen. Auch immer wieder für Diskussion sorgen die Parkplätze vor der Badi, die an Spitzentagen in zu geringer Anzahl vorhanden und zudem kostenpflichtig sind. Die Verantwortlichen der Badi haben jedoch keinen Einfluss auf deren Bewirtschaftung.

2024 trotz schlechtem Wetter einen «Minigewinn» erwirtschaftet 
Einen Tag vor der Eröffnung der Badi führte der Schwimmbadverein seine zügige Hauptversammlung durch. Der Präsident Thomas Nyffeler begrüsste die 22 Anwesenden. Die vergangene Saison war für die Freibäder nicht eine Traumsaison. Das Wetter war zu wechselhaft und durchzogen. Die Badi Huttwil zählte im vergangenen Jahr 30 042 Eintritte, das waren rund 10% weniger als noch im Jahr 2023. Trotzdem konnte die Badi im vergangenen Jahr einen minimalen Gewinn von 1646 Franken ausweisen, auch aufgrund geringerem Betriebs- und Personalaufwand. Aus dem Badi-Vorstand trat zudem Stefanie Hug-Kauz aus. Neu übernimmt Sabine Baumberger die Öffentlichkeitsarbeit. Ebenfalls ist der zurückgetretene Huttwiler Gemeinderat Sandro Schafroth nicht mehr im Vorstand vertreten und wurde durch die neue Gemeinderätin Sybille Richiger ersetzt. Sybille Richiger (Vertreterin Gemeinde), wie auch die bisherigen Vorstandsmitglieder Thomas Nyffeler (Präsident), René Jaussi (Vize-Präsident), Sabine Baumberger (Öffentlichkeitsarbeit) und Sandra Lambroia Groux (Sekretärin) wurden von der Versammlung mit grossem Applaus gewählt.  Der Schwimmbadverein Huttwil führt das Freibad im Auftrag der Einwohnergemeinde Huttwil. 

Die Badi bleibt heuer eine Woche länger offen
«In diesem Jahr haben wir erstmals einen Vorverkauf von Saison-Abis angeboten», erzählt Thomas Nyffeler. Während zwei Samstagen konnten an der Badi-Kasse die Abis gelöst werden. «Die Neuerung stiess auf grosses Interesse und verkürzte an der Saison-Eröffnung die Wartezeiten an der Badi-Kasse deutlich.» Auch heuer lockt die Badi Huttwil mit Events: Das Mondschein-Schwimmen (konnte im letzten Jahr aufgrund des Wetters nie durchgeführt werden) wird am 14. Juni, 12. Juli und 9. August stattfinden. Die beliebte Zeltnacht ist für den 2. August geplant. Am 16. August erhalten alle kostenlosen Zugang zur Badi (Jubiläum 100 Jahre Migros). Das Badifest geht dann am 23. August über die Bühne. Eine weitere gute Nachricht: Das Schwimmbad im Krummacker bleibt heuer eine Woche länger offen als üblich. Nämlich bis am 21. September. 

Frei- und Hallenbäder sind praktisch nie rentabel 
Schwimmbäder vereinen die Generationen. Da sind zum einen etliche ältere Menschen, die sich beim Schwimmen fit halten und sich zum Plaudern treffen. Genauso die Jugendlichen, die direkt nach der Schule herkommen. Doch fast überall werden mit dem blauen Wasser rote Zahlen geschrieben. Sie werden meist nur durch Beiträge von Gemeinden über Wasser gehalten. Die Auflagen, und die hohen Betriebs-, Personal-, und Unterhaltskosten verursachen höhere Summen, als eine Badi selber erwirtschaften kann. Gerade auch teure Sanierungen die hohen Kosten verursachen, können nicht wettgemacht werden. Der Betrieb funktioniert in den meisten Freibädern einwandfrei, aber kann fast nie selbstfinanziert sein. Freibäder und auch Hallenbäder zu betreiben, gehört zu den freiwilligen Aufgaben einer Kommune. Gerade in ländlichen Regionen macht sich das bemerkbar, wenn dort ein Schwimmbad schliesst, gibt es für die Bevölkerung häufig weniger Ausweichmöglichkeiten als in der Stadt. Dennoch, die Badi verbindet Generationen und bietet einen Treffpunkt der besonderen Art. 

Lützelflüh: Leicht erhöhte Badi-Preise nach Sanierung 
Nach der zweijährigen Sanierungszeit wurde am vergangenen Samstag die Badi Lützelflüh mit einer kleinen Eröffnungszeremonie, offiziell eröffnet. «Das Schwimmbad wurde in den letzten zwei Jahren komplett saniert und präsentiert sich auf diese Saison nun im neusten Kleid», sagt Ruedi Berger, Gemeindeverwalter von Lützelflüh, gegenüber dem «UE». Die wichtigsten Erneuerungen fanden beim Eingangsbereich statt, dem neuen Eintrittssystem, bei der Komplettsanierung des Garderobengebäudes, dem neuen Spielplatz, dem neu ausgelegten «Badi-Beizli» und den Umgebungsarbeiten. «Die Eintrittspreise wurden nach einigen Jahren, in welchen sie unverändert waren, auf die neue Saison hin geringfügig erhöht», sagt Ruedi Berger weiter. Im Schwimmbad wird eine 80%-Stelle vom Hauptbadmeister Roland Baumgartner besetzt und eine 40%-Stelle von dessen Stellvertreterin Diana Walther. Während der Saison unterstützen sie einige teilzeitangestellte Personen im Stundenlohn. «Es war in der Vergangenheit immer gut möglich, diese Aushilfspersonen zu finden, auch für diese Saison», sagt Ruedi Berger abschliessend. Am 21. Juni findet in der Badi Lützelflüh das nachträgliche Jubiläumsfest statt (50-jähriges Schwimmbad-Jubiläum). Dabei wird neben einem reichhaltigen Brunch auch für Spiele im und ums Wasser gesorgt, während es am Abend mit musikalischen Leckerbissen weitergeht. Das Jubiläum hat im Jahr 2024 stattgefunden. Die Feierlichkeiten dazu wurden aber wegen der Sanierung auf heuer verschoben. 

Langenthal: Frühschwimmen sowie Kunst- und Fotoausstellung
Die mit Abstand grösste Badi im Verbreitungsgebiet des «UE» lockt mit vielen Aktivitäten. Die «Holiday Trophy», ein internationaler Schwimm­wettkampf, geht am 21. Juni über die Bühne. Weiter folgt das grosse Sommerfest am 27. Juli, Schnuppertauchen, Puppentheater und viele weitere Attraktionen. Ein stimmungsvolles Schwimmvergnügen zu später Stunde bietet am 16. August das Lichter­-schwimmen. Das Wasserballturnier, ein sportlicher Wettkampf im 50-Meter-Becken, findet am 23. August statt. Das beliebte Hundeschwimmen – im letzten Jahr zählte der Anlass 241 Hunde und 600 Gäste – ist für den 21. September geplant. Weitere Veranstaltungen – etwa musikalische Auftritte beim Restaurantbereich – werden laufend auf der Website der Stadt Langenthal bekanntgegeben. Das Frühschwimmen für Frühaufstehende findet jeden Donnerstag, (5. Juni bis 31. Juli), ab 6 Uhr statt. Das beliebte Frühschwimmen richtet sich an Berufstätige und Frühaufstehende, die den Tag mit einem erfrischenden Bad zum Sonnenaufgang beginnen möchten. Am Zaun der Liegewiese lädt die «Artwall» erneut zur Mitgestaltung ein. Die Initiative – ursprünglich ins Leben gerufen von der Künstlerin Franziska Nyfeler – bietet Raum für Werke von Kunstschaffenden aus der Region. Auch Schulklassen sind daran beteiligt. In der Nähe des 50-Meter-Beckens sowie am Eingang zeigt der Künstler Willy Jost seine handgefertigten Glasobjekte. Die bis zu zwei Meter hohen Stelen spielen eindrucksvoll mit Licht und Transparenz. Auch neu ist die Fotoausstellung von Markus Jegerlehner. Im Bereich der Saisonkabinen zeigt der Fotograf eine Auswahl seiner Arbeiten, ein stiller Einblick, mitten im lebendigen Badebetrieb. «Derzeit befinden wir uns für die Bereiche Kasse und Reinigung im Endspurt mit der Stellenbesetzung. Für die Wasseraufsicht konnten wir alle ausgeschriebenen Stellen besetzen», sagt der Betriebsleiter René Schmidt zum «Unter-Emmentaler». Das Schwimmbad Langenthal bleibt bis zum 14. September offen. Bei einer allfälligen Schönwet­terlage könnte die Saison um maximal vier Tage verlängert werden. 

Melchnau: Romantisches Schwimmvergnügen
Die Badi Melchnau bietet nicht viel Action, ist dafür für Familien und Kinder ein übersichtliches Schwimmbad.  Das Schwimmbecken ist gerade mal 20 Meter lang, 10 Meter breit und bis zu 1,86 Meter tief. Ein Sprungbrett und eine Wasserrutsche sucht man in Melch­nau vergebens. Sprungfeeling bieten einzig zwei Springblöcke. Das Schwimmbad hat seinen Betrieb am letzten Samstag um 13 Uhr aufgenommen. Am 2. Juli findet das romantische Abendschwimmen (ab 18 Jahren) statt. Das Schwimmen bei Kerzenlicht geht am 11. Juli, 18. Juli und 26. Juli über die Bühne. Am 8. August heisst es dann: Ab in die Schule – mit Bar und Livemusik. Die Badi bleibt bis zum 14. September geöffnet. 

Ursenbach: Neu hat die Badi vor dem Mittag geöffnet 
Die Badi Ursenbach hat ihre Türen noch nicht geöffnet und wird erst am 24. Mai in die Saison starten. Das 25 Meter lange und 12 Meter breite Schwimmbecken lädt während den Sommermonaten zur Abkühlung ein. Für die Kinder steht eine Rutschbahn bereit. Als eine der ersten Gemeinden im Kanton Bern, ja sogar gesamtschweizerisch, besass Ursenbach ein eigenes Schwimmbad. Vor mehr als 100 Jahren waren die Schwimmbadbesuche für die Männer und Frauen streng getrennt. Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei. Heute hat Ursenbach ein sehr familienfreundliches, kleines Schwimmbad, welches weit über die Gemeindegrenzen hinweg bekannt ist. Am 8. und 9. August findet das Badifest mit Festwirtschaft und musikalischer Unterhaltung sowie das Beachvolleyturnier statt. Weitere Anlässe während der Saison sind noch in Planung. Die Öffnungszeiten wurden leicht angepasst. «Die Badi öffnet bereits vor dem Mittag, so kann man sich an heissen Tagen auch in der Mittagspause eine Abkühlung gönnen und sich im Kiosk mit einer kleinen Zwischenverpflegung stärken», sagt Marlen Widmer von der Schwimmbadkommission. «Glücklicherweise konnten wir alle Stellen besetzen und sind für die Saison gut aufgestellt.» Die familiäre Badi bleibt bis zum 14. September offen.