• Die Schmittenbrücke in Lotzwil muss ersetzt werden. Aus diesem Gund ist die Ortsdurchfahrt Richtung Huttwil und Langenthal während 14 Wochen komplett gesperrt. · Bild: Walter Ryser

03.06.2025

Brückensanierung als Herausforderung

Das Jahresergebnis 2024 der Gemeinde Lotzwil sorgte an der Gemeindeversammlung für Freude und Erleichterung, denn dieses weist im Gesamthaushalt einen Gewinn von 523 312 Franken auf. Dafür erweist sich die Sanierung der Schmittenbrücke als nervenaufreibende Herausforderung, weil während 14 Wochen die Strasse Richtung Huttwil komplett gesperrt ist.

 

Lotzwil · Seit Wochen weisen Plakate an den Strassenrändern, Flyer, die in alle Haushalte von Lotzwil versendet wurden, sowie Publikationen im Anzeiger Oberaargau darauf hin, dass die Ortsdurchfahrt von Lotzwil vom 26. Mai an während 14 Wochen komplett gesperrt sein wird, weil die Schmittenbrücke über die Langete ersetzt werden muss. Doch alles half nichts, wie Gemeindepräsidentin Elsbeth Steiner an der Gemeindeversammlung vor 29 anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern (1,6 Prozent der 1813 Stimmberechtigten in der Gemeinde) erwähnte. Denn bereits am ersten Tag sorgte das neue Verkehrsregime Richtung Huttwil und Langenthal (grossräumige Umfahrung via Steckholz, Melchnau, Gondiswil nach Huttwil oder umgekehrt) für Verwirrung. So stauten sich beispielsweise in Rütschelen die Autos und vor allem Lastwagen, die versuchten, über eine alternative, schnellere Route nach Huttwil oder Langenthal zu gelangen. Dies führte in Rütschelen nicht nur zu Stau, sondern zu sehr skurrilen Situationen, weil die Hauptstrasse durch die Gemeinde nicht darauf ausgerichtet ist, dass sich grössere Fahrzeuge, insbesondere schwere Lastwagen, kreuzen können. Dies hatte wiederum zur Folge, dass auf der Gemeindeverwaltung in Lotz­wil zahlreiche Telefonanrufe von Verkehrsteilnehmenden eingingen, die sich über das Verkehrsregime und die ihrer Meinung nach mangelhafte Kommunikation zur Sperrung der Ortsdurchfahrt beschwerten. «Ja, die Sperrung der Ortsdurchfahrt gestaltet sich für uns zu einer Knacknuss», sagte die Gemeindepräsidentin dazu. Man habe gewusst, dass die Ersetzung der Schmittenbrücke für die Verkehrsteilnehmer ein schwieriges Unterfangen darstellen werde, führte Elsbeth Steiner weiter aus. «Da müssen wir nun durch und während den nächsten 14 Wochen Durchhaltewillen beweisen», ermunterte sie die Anwesenden, den Umständen mit einer gewissen Gelassenheit zu begegnen.

Viel besseres Ergebnis als erwartet
Mehr Freude hatten die Teilnehmenden der Gemeindeversammlung an den Zahlen der Gemeinderechnung 2024. Denn die Jahresrechnung schliesst im Gesamthaushalt (ganze Einwohnergemeinde) mit einem Gewinn von 523 312 Franken ab. Budgetiert worden war ein Aufwandüberschuss von 151 491 Franken. Die Jahresrechnung schliesst somit um satte 667 772 Franken besser ab. Das unerwartete Ergebnis ist in erster Linie auf einen wesentlich geringeren Transferaufwand (Entschädigungen an Kanton, Beiträge an Haushalte und private Organisationen, Vereine) zurückzuführen. Die wesentlichste Veränderung betrifft hier vor allem die Beiträge an private Haushalte (Unterstützungen wirtschaftliche Hilfe), die mit 375 699 Franken tiefer ausfielen als angenommen. Das Eigenkapital der Gemeinde Lotzwil beträgt Ende letzten Jahres 21,735 Millionen Franken.

Jugendfeuerwehr geplant
Daniel Carissimi, Kommandant der Feuerwehr Lotzwil-Rütschelen, informierte abschliessend, dass es immer schwieriger werde, Nachwuchs für die Feuerwehr zu rekrutieren. Aktuell beläuft sich der Bestand auf 47 Personen (davon vier Frauen). Aus diesem Grund sei die Idee aufgekommen, eine Jugendfeuerwehr ins Leben zu rufen. Seit 2004 gebe es im Kanton Bern die Möglichkeit, Jugendfeuerwehren für Kinder und Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren zu betreiben, informierte Carissimi, der darauf hinwies, dass es in unserer Region bereits einige davon gibt. Damit wolle man die Jugend für die Feuerwehr begeistern und gewinnen. Diese könnten dann im Alter von 18 Jahren in die Feuerwehr übertreten. Man sei nun daran, ein Konzept zu erstellen und im Herbst das Projekt Interessierten vorzustellen. Der Start der Jugendfeuerwehr Lotzwil-Rütschelen ist für Januar 2026 vorgesehen. Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr würden einen Basiskurs sowie jährliche Weiterbildungskurse absolvieren. Daneben würden spezielle Jugendfeuerwehr-Übungen durchgeführt und die Mitglieder der Jugendfeuerwehr würden auch bei Übungen in die Feuerwehr integriert, gab Daniel Carissimi Einblicke in das geplante Projekt. Weiter informierte er, dass ein Fahrzeugkonzept realisiert worden sei. Aktuell verfügt die Feuerwehr Lotzwil-­Rütschelen über fünf Fahrzeuge. Weil der Schlauchverleger sowie ein Pikett-fahrzeug bereits 26 beziehungsweise 24 Jahre alt sind, sollen die beiden Fahrzeuge bis 2027 ersetzt werden. Dabei fasse man ins Auge, den Fahrzeugpark breiter aufzustellen, damit man für diverse, mögliche Schadenereignisse (Starkregen, Gewitter, Sturm, Trockenperioden) besser ausgerüstet sei und bei Einsätzen über mehr Flexibilität verfüge.

Von Walter Ryser