• Die Club 88 Sportpreis-Champions 2025 sind die Ringerriege TV Ufhusen (Mannschaften), Unihockey-Weltmeisterin Naja Ritter (Einzelsport) und Tennisspieler Alessandro Hunziker (Nachwuchs). · Bild: Marcel Bieri

  • Wunderbarer Moment: Der bei Langnau Eishockey spielende Tim Mathys überreicht dem grossen SCL Tigers-Fan Steve Burkhalter (Schwingklub Sumiswald) einen signierten Stock.

  • Voll besetzter Hirten-Saal an der Club 88-Sportpreisverleihung in Huttwil.

  • Martin Burkhardt (Präsident Club 88) bei der Begrüssung und Jury-Präsident und Moderator Stefan Leuenberger im Gespräch mit Sportpreis-Siegerin Naja Ritter.

  • Die Nominierten in der Sportpreis-Kategorie «Mannschaft/Verein/Team/Club».

  • Die anwesenden Nominierten in der Sportpreis-Kategorie «Einzelsportler/in».

  • In der Nachwuchskategorie siegt Tennisspieler Alessandro Hunziker (Sumiswald) vor der Stabhochspringerin Amelie Rölli (Altbüron) und den Junioren C (Youth League) der Fussballvereine SC Huttwil/SV Sumiswald (als Vertreter ist Trainer Rolf Bichsel auf dem Bild).

  • Bei den Mannschaften siegt die Ringerriege des Turnvereins Ufhusen vor dem Schwingklub Sumiswald und der Hornussergesellschaft Wasen-Lugenbach A. · Bilder: Marcel Bieri

  • In der Einzelsport-Kategorie holen sich die Sumiswalder Unihockey-Weltmeisterin Naja Ritter, der Huttwiler Eishockeyspieler Tim Mathys und der Huttwiler Schiesssportler Marcel Sommer die Podestplätze.

  • Die anwesenden Nominierten in der Sportpreis-Kategorie «Nachwuchs».

  • Club 88 Sportpreis 2025, am Donnerstag, 29. Januar 2026, inHuttwil . Foto: Marcel Bieri

03.02.2026
Sport

Club 88 ehrte die Besten auf Eis, Sägemehl und Sand

Huttwil hat seine sportlichen Aushängeschilder gefeiert. Der Club 88 ehrte an seinem Sportpreisabend im vollbesetzten Hirten-Saal (300 Personen) die besten Einzelsportlerinnen und Einzelsportler, Teams und Nachwuchstalente, von Unihockey über Ringen bis Tennis. Für viele Lacher sorgte Moderator Stefan Leuenberger, der die Ehrung locker, pointiert und gleichzeitig sehr

präzise leitete.

Huttwil · Wenn der Club 88 zur Sportlerehrung lädt, geht es nicht nur um Medaillen und Rangpunkte. Es geht um das, was in der Region Huttwil oft still und konstant passiert: Trainings im Regen, Fahrten an Wettkämpfe, Vereinsarbeit im Hintergrund und dieser spezielle Moment, wenn sich Einsatz in Resultate verwandelt. Genau dieses breite Spektrum machte auch die diesjährige Ehrung aus, bei der in drei Kategorien ausgezeichnet wurde: Einzelsport, Mannschaften/Teams und Nachwuchs. Prägend für den Abend im Huttwiler Hirten-Saal am vergangenen Donnerstag war die Moderation von Stefan Leuenberger. Er führte sehr unterhaltsam und lustig durch die Ehrung. Er kommentierte pointiert, stellte die richtigen Fragen und brachte dabei das Publikum immer wieder zum Lachen. Das gelang ihm nicht nur mit Sprüchen, sondern vor allem mit gutem Timing und ehrlichem Interesse an den Geschichten hinter den Erfolgen. Gerade bei lokalen Sportanlässen kann eine Moderation schnell steif wirken. Hier war das Gegenteil der Fall: locker, lebendig und trotzdem respektvoll gegenüber den Geehrten.

Klares Punktesystem, klare Jury
Die Schlussrangliste basiert auf einem einfachen Punktesystem. Ein erster Rang bringt 5 Punkte, der zweite 3 Punkte und der dritte 1 Punkt. Damit wird die Jury gezwungen, tatsächlich zu priorisieren und nicht einfach alle gleich hoch zu gewichten. Für die Vergabe der «Club 88-Sportpreise 2025 Region Huttwil» bildeten Stefan Leuenberger, Rolf Bichsel und Barbara Vetter die Jury. Dass eine Jury Sportarten vergleichen muss, die kaum vergleichbar sind, bleibt eine Herausforderung. Wie stellt man Unihockey gegen Eishockey, wie Tennis gegen Fussball oder Ringen gegen Schwingen? Auch Sportlerinnen und Sportler aus spezielleren Sportarten wie Parkour oder Schwarzpulverschiessen waren nominiert. Genau da zeigt sich aber auch der Anspruch des Club 88 Sportpreises: nicht nur das Spektakuläre, sondern auch das Konsequente und Regionale soll sichtbar werden. Wer nominiert wurde, es aber nicht unter die Top-3 schaffte, wurde am Abend trotzdem kurz vorgestellt und so wertgeschätzt und mit einem kleinen Geldbetrag belohnt. 

Einzel: Unihockey versus Eishockey
In der Kategorie Einzelsportlerinnen und Einzelsportler setzte sich die Sumiswalderin Naja Ritter durch. Sie gewann als Unihockeyspielerin die Wertung und holte in der Schlussabrechnung 15 Punkte. Im Dezember gewann die 22-jährige Studentin mit dem Schweizer A-Nationalteam sensationell den Weltmeistertitel in Tschechien. Auf Rang zwei folgte der 21-jährige Huttwiler Tim Mathys, der als Stammspieler beim NLA-Eishockeyverein SCL Tigers auf sich aufmerksam machte. Rang drei ging an den 40-jährigen Huttwiler Marcel Sommer aus dem Schiessen, Schweizer Meister mit dem Sturmgewehr 57. Auffällig dabei ist die Mischung: Teamorientiertes Unihockey an der Spitze, ein schneller, harter Mannschaftssport wie Eishockey direkt dahinter, und dann eine Disziplin, in der Ruhe und Präzision alles sind. Das Podest zeigt, wie vielfältig sportliche Spitzenleistung in der Region aussieht. Und es zeigt auch, dass es nicht nur die grossen Sensationen braucht, um Grosses zu leisten. Oft reichen ein Verein, ein Trainingsraum, eine gute Betreuung und eine Person, die dranbleibt.

Teams: Ringen versus Schwingen
In der Kategorie Mannschaften/Teams gewann die Ringerriege TV Ufhusen mit dem Punktemaximum. Der Verein gewann im vergangenen Jahr nicht nur den Meistertitel in der Challenge League und den Aufstieg in die höchste Liga, sondern zwei Mitglieder holten sich auch mittels Doppellizenz den Meistertitel in der Nationalliga A mit Willisau. Auf dem zweiten Rang klassierte sich der Schwingklub Sumiswald mit vielen Erfolgen bei den Aktiven und dem Nachwuchs sowie dem überragenden Matthias Aeschbacher. Dritte wurde die Hornussergesellschaft Wasen Lugenbach A dank einer gigantischen Festsaison 2025. Gerade in dieser Kategorie wird sichtbar, wie stark Sport in der Region über Gemeinschaft funktioniert. Bei den Ringern und Schwingern ist es die harte, regelmässige Arbeit im Training, oft generationenübergreifend. Beim Hornussen kommt dazu die Pflege einer Tradition, die ebenfalls Nachwuchs braucht, damit sie weiterlebt. Solche Erfolge sind selten Zufall. Meist stecken viele Personen dahinter, die sich um Training, Nachwuchs, Organisation und Material kümmern, oft ehrenamtlich.

Nachwuchs: Ballsport versus Leichtathletik
Auch der Nachwuchs wurde ausgezeichnet. Sieger wurde Alessandro Hunziker (Tennis). Der Sumiswalder siegte im vergangenen Jahr an der U16-Schweizer Meisterschaft sowohl im Einzel als auch im Doppel. Hunziker befindet sich mit seinen 16 Jahren auf der U18-Weltrangliste bereits auf Rang 104. Auf dem zweiten Platz folgte die 17-jährige Altbürerin Amelie Rölli aus der Leichtathletik (Stabhochsprung). Den dritten Rang holten die Junioren C U16 der Spielgemeinschaft SC Huttwil und SV Sumiswald im Fussball für die beste Saison einer Nachwuchsformation der beiden Vereine ever. Dass in der Nachwuchskategorie sowohl Einzelsportarten wie Tennis und Leichtathletik als auch ein Team wie die Fussball-Junioren auf dem Podest stehen, ist ein starkes Zeichen. Es zeigt, dass Talentförderung in der Region nicht eindimensional ist. Sie findet in verschiedenen Vereinen statt, in unterschiedlichen Strukturen, mit ganz unterschiedlichen Anforderungen an Trainerinnen, Trainer, Familien und Jugendliche. Und es wirft auch Fragen auf, die man an so einem Abend nicht verschweigen sollte. Wie halten Vereine junge Leute im Sport, wenn Schule, Lehre und Freizeit konkurrieren? Wer findet noch genug Leitende und Trainer, die Woche für Woche Zeit investieren? Und wie sorgt man dafür, dass nicht nur die Spitzentalente, sondern auch die breite Basis Freude am Sport behält? Der Club 88 Sportpreis kann diese Probleme nicht lösen. Aber er kann sichtbar machen, was funktioniert, und wo es eng wird.

Mehr als eine Rangliste
Am Ende bleibt der Eindruck eines Abends, der Anerkennung schenkt und gleichzeitig den Blick auf die Vielfalt der Region lenkt. Wer nur auf das Podest schaut, verpasst das Entscheidende: Hinter jedem Namen stehen Trainingsstunden, Rückschläge, Unterstützung durch Vereine und Familien und oft auch ein langer Atem. Und weil Stefan Leuenberger so unterhaltsam und lustig moderierte, wurde daraus keine pflichtbewusste Preisvergabe, sondern ein Abend mit Atmosphäre. Einer, an dem man spürt, warum der lokale Sport lebt: weil Menschen ihn mit Leidenschaft betreiben, und weil eine Region hinschaut, wenn es etwas zu feiern gibt.

Die Preisgewinner
Kat. Einzelsportler/in
1. Ritter Naja (Sumiswald), Unihockey
2. Mathys Tim (Huttwil), Eishockey
3. Sommer Marcel (Huttwil), Schiessen

Von der Jury nominiert, aber nicht unter den Podestklassierten:
Aeschbacher Matthias (SK Sumis.), Schwingen
Christen Lara (Huttwil), Eishockey
Christen Luca (Huttwil), Eishockey 
Disilvestro Lorenzo (Huttwil), Leichtathletik
Eichelberger Adrian (Madiswil), Schiessen
Flückiger Mathias (Leimiswil), Radsport Grossenbacher Ann (Huttwil), Triathlon
Janssen Christoph (Dürrenroth), Radsport
Kaderli Andro (Häusernmoos), Eishockey 
Marti Joel (Ufhusen), Ringen
Schär Alicia (Reisiswil), Leichtathletik
Zehnder Shaienne (SC Ahorn-Eriswil), Ski Alpin

Kat. Mannschaft/Verein/Team/Club
1. Ringerriege TV Ufhusen
2. Schwingklub Sumiswald  
3. Hornussergesellschaft Wasen-Lugenbach A

Von der Jury nominiert, aber nicht unter den Podestklassierten:
Hockey Huttwil (MyHockey League)
LB Dance Company (Sumiswald), Tanzen
TV Ursenbach, Volleyball (3. Liga Damen)
UHC Wygorazzi Wyssachen (2. Liga Herren)

Kat. Nachwuchs
1. Hunziker Alessandro (Sumiswald), Tennis
2. Rölli Amelie (Altbüron), Leichtathletik  
3. Junioren C SC Huttwil/SV Sumis., Fussball

Von der Jury nominiert, aber nicht unter den Preisgewinnern:
Flückiger Elena (Huttwil), Fussball
Gerber Angelina (TV Melchnau), Geräteturnen
Hockey Huttwil Academy 
Leuenberger Jannik (Dürrenroth), Hornussen
Schlüchter Jan (Dürrenroth), Schwimmen
Zimmermann Sara (Sumiswald), Parkour

Von Felix Ott