Regula und Andreas Schüpbach betreiben seit 24 Jahren das «Burehofbeizli» auf dem Nyffenegg. Ende dieses Jahres schliesst es. · Bild: Yanick Kurth
Das «Burehofbeizli» schliesst nach 24 Jahren
Regula und Andreas Schüpbach betreiben auf dem Nyffenegg seit 24 Jahren «Schüpbachs-Burehofbeizli». Ende Jahr schliessen sie den Betrieb. Begonnen hatte alles mit der Verpflegung von Trottinett-Gruppen.
Seit 24 Jahren empfangen Regula und Andreas Schüpbach auf dem Nyffenegg Gruppen in ihrem «Burehofbeizli». Bewirtet wird im ausgebauten Wagenschopf und bei gutem Wetter draussen in der «Hostet». Ende Jahr ist damit Schluss. «Wir haben unseren Landwirtschaftsbetrieb 2019 unserem Sohn Matthias übergeben, das ‹Burehofbeizli› aber weitergeführt», sagt der 67-jährige Andreas Schüpbach. Nun hätten sie sich entschieden, auch diesen Teil ihrer bisherigen Tätigkeit aufzugeben. «Wir schätzen es, den Zeitpunkt der Schliessung selber bestimmen zu können», sagt die 60-jährige Regula Schüpbach. Rückblickend seien sie auch froh, dass sie den Betrieb über all die Jahre ohne längere Unterbrüche führen konnten. «Wir hatten nie einen Unfall und waren nie so krank, dass wir einer angemeldeten Gruppe absagen mussten», sagt das Ehepaar.
Die Anfrage kam von der Pro Regio
Begonnen hat die Geschichte des «Burehofbeizli» im Jahr 2002. Damals erhielten Regula und Andreas Schüpbach von der Huttwiler Pro Regio die Anfrage, ob sie Trottinett-Fahrerinnen und -Fahrer bei einem Zwischenstopp verpflegen könnten. Die Touren führten regelmässig an ihrem Hof vorbei. Die Schüpbachs boten den Teilnehmenden Getränke sowie ein «Znüni» oder «Zvieri» an. «Die Initiative kam von der Pro Regio, und wir sagten spontan zu», erinnert sich Regula Schüpbach. Zu Beginn fehlte bei schlechtem Wetter allerdings ein geeigneter Raum. Deshalb richtete das Ehepaar oberhalb des Wagenschopfs einen Raum für die Gruppen ein. Schon bald folgten erste Anfragen für private Feiern und Geschäftsessen. Der Raum wurde daraufhin nach und nach ausgebaut. «Wir haben isoliert, eine Heizung eingebaut und Mobiliar angeschafft», sagt Regula Schüpbach. So sei das Angebot schrittweise gewachsen.
Angebot wurde laufend erweitert
Mit der Zeit kamen Gruppen aus der näheren und weiteren Umgebung auf den Nyffenegg. Einen deutlichen Anstieg der Gästezahlen bemerkten die Schüpbachs 2009, als die damalige Biketec AG von Kirchberg in die Huttwiler Schwende zog. «Fast täglich legten angemeldete Gruppen mit Flyern bei uns einen Halt zum Mittagessen ein», erinnert sich Andreas Schüpbach. Über die Flyer-Touren kamen auch Reisegruppen aus Deutschland und den Niederlanden auf den Hof. Neben den beiden Gastgebern halfen die vier Kinder der Familie sowie Frauen aus der näheren Umgebung im Betrieb mit. Regula Schüpbach kümmerte sich vorwiegend um die Küche, während Andreas Schüpbach unter anderem am Grill arbeitete und die Gäste betreute. Produkte, die nicht auf dem eigenen Hof hergestellt wurden, bezogen sie nach Möglichkeit aus der Region. Im Lauf der Jahre umfasste das Angebot unter anderem «Bure-Zmorge», Grillplausch, Raclette, Fondue und Fondue chinoise. Insgesamt bewirteten die Schüpbachs mehrere Hundert Gruppen. «Ohne die Unterstützung unserer Kinder und weiterer Helferinnen wäre das nicht möglich gewesen», sagt Regula Schüpbach. Unter den verschiedenen Veranstaltungen seien ihnen insbesondere die Hochzeiten in Erinnerung geblieben. «Einmal gab es sogar einen Alpaufzug», erzählt Andreas Schüpbach. Nicht immer lief alles nach Plan. An einem 1. August zog kurz vor einem «Bure-Zmorge» unerwartet ein Gewitter auf – eine Situation, die den beiden bis heute in Erinnerung geblieben ist.
1989 nach Huttwil gekommen
Regula und Andreas Schüpbach kamen 1989 nach Huttwil. Regula Schüpbach wuchs im Fricktal auf, Andreas Schüpbach stammt aus dem Biembach. Das Paar war damals auf der Suche nach einem Landwirtschaftsbetrieb, den es übernehmen konnte, und wurde auf dem Nyffenegg fündig.Zunächst arbeiteten beide als Angestellte auf dem Hof. Ein Jahr später übernahmen sie den Betrieb in Pacht, später kauften sie ihn. Während rund 30 Jahren führten sie den Landwirtschaftsbetrieb mit Milchwirtschaft und Ackerbau. Andreas Schüpbach engagierte sich daneben in der Huttwiler Politik. Er war unter anderem Präsident der örtlichen SVP sowie Mitglied der Geschäftsprüfungskommission und der Sozialkommission. Seit 2018 gehört er dem Berner Grossen Rat an. «Solange ich Freude daran habe, bleibe ich politisch aktiv», sagt er. Regula und Andreas Schüpbach wohnen inzwischen auf einem kleineren Hof wenige Hundert Meter vom Nyffenegg entfernt. Das «Burehofbeizli» führen sie noch bis Ende Jahr weiter. Viele der verbleibenden Termine seien bereits vergeben. Mit der Schliessung werde der Terminkalender künftig leerer, sagen die beiden. Sie wollen die zusätzliche Zeit unter anderem mit Familie und Freunden verbringen. Gleichzeitig blicken sie zufrieden auf zahlreiche Begegnungen während der vergangenen 24 Jahre zurück.
Von Yanick Kurth