• Ein Traktor beeindruckender als der nächste: Die zweite Lichterfahrt der Landwirtschaft war ein voller Erfolg. · Bilder: Gabriela Graber

17.12.2024
Huttwil

Das Städtli erstrahlt im Lichterglanz

Am vergangenen Samstag fand in Huttwil die zweite Lichterfahrt der Landwirtschaft statt.

Dutzende festlich geschmückte Traktoren, farbige Kindertraktoren und zwei Trychler-Gruppen

zogen Gross und Klein in ihren Bann.

Zu Tausenden strömten die Schaulustigen am Samstagabend ins Huttu-Städtli, um das vorweihnachtliche Spektakel zu erleben. Punkt 19.30 Uhr fiel der Startschuss: Zwei Trychler-Gruppen zogen ins Städtli ein, die Glocken mit farbigen Lichterketten geschmückt. Trotz der Kälte spielten sie ihr rhythmisches Spiel unermüdlich und versetzten die Zuschauerinnen und Zuschauer in Stimmung. Danach folgten die Kinder: Auf 50 kleinen, mit Lichterketten geschmückten Traktoren führten sie stolz den Umzug an und strahlten über beide Wangen. Manche von ihnen waren wie Chläuse verkleidet, andere hatten ihr Gefährt mit Tannenbäumen oder Päckli dekoriert und wieder andere trugen lustige Geweih-Hüte, Neon-Sonnenbrillen oder zogen Rentiere mit sich. 

Lichtermeer auf Traktoren 
Dann plötzlich: Dumpfe Traktorengeräusche aus der Ferne. Der erste Traktor fuhr ein, mit Tausenden von Lichtern in allen Regenbogenfarben geschmückt, auf ihm thronten eine ausgeleuchtete Samichlaus- und eine Eisbärfigur. Die Leute staunten, zückten ihre Handies und hielten den Moment in der Kälte fest. Und so ging es weiter. Über 30 Traktoren rollten durch das Städtli, verziert mit Lichtern, Schneemännern, Sternen, Rentieren und  Geschenken. Jeder Traktor versetzte die Besucherinnen und Besucher von Neuem ins Staunen. Auch Samichlaus und Schmutzli liessen es sich nicht nehmen und statteten dem Umzug mehrmals einen Besuch ab. Nach eineinhalb Stunden klang der Anlass aus. 

Mehrere tausend Schaulustige 
Stefan Sommer, Präsident des gemeinnützigen Vereins «Landwirtschaft verbindet», der den Umzug mit seinem fünfköpfigen OK-Team organisiert, zeigt sich am Morgen danach zufrieden. «Es waren wieder mehrere tausend Zuschauerinnen und Zuschauer anwesend. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv, was uns sehr freut.» Stefan Sommer ist Bauernsohn und hat den Anlass ins Leben gerufen, nachdem die Lichterfahrt in Solothurn eingestellt wurde. «Das fand ich schade – also habe ich kurzerhand entschieden, sie hier im Städtli auf die Beine zu stellen.» Letztes Jahr fand der Umzug erstmals statt, mit über 10 000 Zuschauerinnen und Zuschauern. Die Resonanz war so gross, dass beschlossen wurde, ihn weiterzuführen. Doch der Aufwand dafür sei für alle riesig. «Bereits im April beginnen wir mit der Sponsorensuche – dann müssen wir die Teilnehmenden koordinieren, Foodstände organisieren, freiwillige Helfer suchen, Bewilligungen beantragen und vieles mehr.» Insgesamt 360 Personen hätten dieses Jahr an dem Anlass mitgewirkt.

Über 1000 Stunden Dekorationszeit
Die Fahrerinnen und Fahrer stammen alle aus einem Umkreis von zehn Kilometern. «Traktoren sind nur für landwirtschaftliche Fahrten zugelassen. Da dies keine solche Fahrt ist, braucht es für jeden einzelnen Traktor eine Sonderbewilligung, die drei Monate im Voraus beantragt werden muss.» Über die zahlreichen Details, mit denen die Traktoren geschmückt werden, sei er immer wieder beeindruckt. «Die Teilnehmenden investieren insgesamt über 1000 Stunden, um ihre Fahrzeuge herzurichten.» Dafür verwendeten sie Lichterketten, die teilweise eine Gesamtlänge von hundert Meter übersteigen. «Unser Ziel ist es, Familien und Einzelpersonen einen vorweihnachtlichen Abend zu schenken, an dem sie ihre Sorgen und Ängste hinter sich lassen und einfach geniessen können», so Stefan Sommer. Dieses Ziel haben sie zweifellos wieder erreicht. Zum Schluss spricht Sommer seinen Dank aus: «Ein herzliches Dankeschön an alle Besucherinnen und Besucher, unsere Sponsoren und Gönner, die Fahrerinnen und Fahrer, die Kinder, die Trychler und die zahlreichen Helferinnen und Helfer– ohne euch alle wäre dieser Anlass nicht möglich gewesen.»

Von Gabriela Graber