Der Lichterzauber am 28. Huttwiler Wiehnachtsmärit vermochte auch dieses Jahr Zehntausende von Besucherinnen und Besucher in seinen Bann zu ziehen. · Bilder: Yanick Kurth
Das Städtli erstrahlte in weihnachtlichem Glanz
Über 130 weihnachtlich geschmückte Markthäuschen, Dutzende von Programmpunkten und Zehntausende von Besucherinnen und Besuchern: Der Huttwiler Weihnachtsmarkt war einmal mehr nicht nur in der Region beliebt. Schon am Eröffnungstag füllten sich die Gassen im «Städtli» mit viel Volk.
Nur noch wenige Wochen bis Weihnachten. Um sich einzustimmen, besuchen derzeit viele Menschen Weihnachtsmärkte. So auch vergangene Woche in Huttwil. Heisser Glühwein, köstliche Leckereien, viel Handwerk und glitzernde Lichterketten – während fünf Tagen lag wieder feierliche Adventsstimmung über dem 28. Huttwiler Weihnachtsmarkt. Das Aushängeschild unter den Huttwiler Themenmärkten lockte auch heuer Zehntausende von Besucherinnen und Besu-
chern, die teilweise von weit her anreisten, ins festlich geschmückte «Blumenstädtchen». Bereits am Auftaktabend gab es in den Gassen kaum noch ein Durchkommen. Teilweise brauchte es etwas «Ellenbogen-Einsatz», um überhaupt an die Markthäuschen zu gelangen. Der Huttwiler Weihnachtsmarkt gilt nämlich als einer der Schönsten überhaupt.
Ein wahrer Festschmaus für die menschlichen Sinne
Schon seit Tagen wuchs mit jeder neuen Hütte die Vorfreude auf den Huttwiler Weihnachtsmarkt. Am Mittwoch hatte das Warten dann ein Ende: Schon ab 13 Uhr liess es sich über den Markt bummeln, um die ersten gebrannten Mandeln zu geniessen, bevor dann der Markt um 17 Uhr – mit dem Einzug der Weihnachtsengel und der Huttwiler Kindergärten – offiziell eröffnet wurde. Umrahmt wurde die Zeremonie von weihnachtlichen Fanfarenklängen. Die Marktfahrerinnen und Marktfahrer, die auch von weiter her den Weg nach Huttwil auf sich genommen hatten, boten den Besuchenden viele kreative Geschenkideen, die sich für die Liebsten daheim unter dem Weihnachtsbaum gut machen. Wer die Vorweihnachtszeit mit allen Sinnen erfahren wollte, liess sich den Besuch nicht entgehen. Gut gelaunt und mit einem Lächeln im Gesicht schlenderten die Besucherinnen und Besucher durch Huttwils Gassen und erlebten dabei ein wahres Feuerwerk für sämtliche Sinne. Die Augen erfreuten sich an den vielen funkelnden Weihnachtsdekorationen, die Ohren an den rhythmischen Klängen des Rahmenprogramms, die über den ganzen «Märit» hinweg zu hören waren, die Nase nahm den Duft von gebrannten Mandeln, Glühwein und Punsch wahr, der Mund kam in den Genuss von meist süssen oder salzigen Leckereien und die Hände konnten flauschige Handschuhe und Mützen ertasten.
Nur sorgfältig geprüfte Markfahrer schaffen es an den «Märit»
Neben vielen altbekannten Hütten gab es auch Neues zu entdecken. Kitsch und Ramsch suchte man am Weihnachtsmarkt im «Städtli» jedoch vergebens. Das hat einen guten Grund: Vorrang hat stets, wer schon teilgenommen hat. Die Warteliste der Ausstellenden für ein «freiwerdendes» Markthäuschen ist lange. Sämtliche Bewerbungen von neuen Interessenten werden jedes Jahr sorgfältig überprüft und mit dem bestehenden Angebot verglichen, bevor «neue» Ausstellende den Zuschlag erhalten. «Unter anderem durch die sorgfältige Prüfung und das vielseitig ansprechende Angebot ist der Huttwiler Weihnachtsmarkt besonders beliebt», führt Walter Rohrbach von der organisierenden Pro-Regio aus. Wichtig ist laut dem Pro-Regio Geschäftsführer aber auch das Erscheinungsbild und die Stimmung am Weihnachtsmarkt insgesamt. «Wir stellen nur einheitliche Markthäuschen und keine Zelte, die alle etwas anders aussehen und somit das Bild trüben», sagt Rohrbach weiter.
Die Pro Regio und die Besucher und Besucherinnen sind begeistert
«Wir sind sehr zufrieden mit dem Besucheraufmarsch und hatten zudem Wetterglück», sagt Walter Rohrbach auf Anfrage dieser Zeitung. Laut ihm tummelten sich am Mittwoch und Samstag besonders viele Besucherinnen und Besucher auf dem Markt herum. Der Huttwiler Weihnachtsmarkt ist längst kein Geheimtipp mehr, heiss begehrt und wird hoch gelobt. Die Besucherinnen und Besucher sind hin und weg von der Kulisse und dem bravourösen Angebot. Eben kein Ramsch, sondern richtig schöne handgemachte Dinge werden angeboten. Teilweise sind nur einige kleine Verbesserungsvorschläge zu hören. Zwei Kinder aus dem Berner Seeland standen am Samstagabend dick eingepackt vor einem Markthäuschen und naschten dabei Zuckerwatte. «Hier ist alles so hübsch dekoriert, alle Buden funkeln und glitzern», sagt das Mädchen aus Biel. Für ihren Bruder ist dann auch klar: «Wir kommen nächstes Jahr bestimmt wieder.»
«Ganze Region steht hinter dem Weihnachtsmarkt»
«Etwas vom Schönsten ist, dass jeweils am fünftägigen Gross-Event die gesamte Region hinter dem Weihnachtsmarkt steht», sagt Rohrbach weiter. Ohne die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer wäre der Weihnachtsmarkt nicht realisierbar. Allein an den Ausschenkstationen für Glühwein und Punsch waren während den fünf Tagen fast 200 Helfereinsätze nötig. Heuer und auch im kommenden Jahr werden noch die bestehenden Bestände der Tassen aufgebraucht. Pünktlich zur 30. Jubiläums-Ausgabe im Jahr 2026 dürfen sich die Besucherinnen und Besucher dann auf eine neu gestaltete Tasse freuen, die dann wohl den Weg in viele Schweizer Küchenschränke finden wird.
Von Yanick Kurth