• Warmmachen für ein weiteres Karrierehighlight: Die 19-jährige Shaienne Zehnder fährt morgen Samstag in Sölden ihr erstes Weltcuprennen. · Bilder: zvg

  • «Ich will beim Weltcup-Debüt alles aufsaugen und wichtige Erfahrungen sammeln» Shaienne Zehnder, SC Ahorn-Eriswil

28.10.2025
Sport

Das Weltcup-Debüt in Sölden steht bevor

Ein Traum geht in Erfüllung: Die 19-jährige Shaienne Zehnder vom Skiclub Ahorn-Eriswil bestreitet morgen Samstag im österreichischen Sölden beim Saisonauftakt im Riesenslalom ihr allererstes Weltcuprennen.

Shaienne Zehnder, Skirennfahrerin SC Ahorn-Eriswil · Mit dem traditionellen Riesenslalom in Sölden in Österreich beginnt morgen Samstag um 10 Uhr mit dem ersten Lauf die neue, rund 80 Rennen umfassende Saison des alpinen Ski-Weltcups 2025/26. Und dieses Wettmessen auf höchster Niveaustufe ist auch für das «UE»-Gebiet höchst interessant. Für das erste Rennen des Winters hat der Skiverband Swiss Ski folgende Athletinnen rekrutiert: Lara Gut-Behrami, Camille Rast, Wendy Holdener, Vanessa Kasper, Sue Piller, Stefanie Grob, Jasmina Suter und Shaienne Zehnder. 

Im Stechen mit Glück
B-Kader-Fahrerin Shaienne Zehnder vom Skiclub Ahorn-Eriswil hat mit dem Weltcup-Aufgebot einen weiteren Meilenstein ihrer noch jungen, aber schon so erfolgreichen Karriere geschafft. Die in Walterswil aufgewachsene Athletin freut sich auf das Debüt auf der Bühne der weltbesten Skifahrerinnen: «Es war immer mein Traum, einmal im Weltcup zu fahren. Jetzt kriege ich bereits meine erste Chance. Das ist super cool.» Die bisherigen FIS-Resultate sowie die gute Form in der Saisonvorbereitung im Schweizer Europacup-Frauenteam führten dazu, dass Swiss Ski die 19-Jährige zu einem Stechen auf der Diavolezza-Piste in St. Moritz um einen Startplatz für den Weltcup-Auftakt aufbot. Und diese Chance hat Zehnder gepackt. «Ich hatte aber auch Glück. Die Qualipiste war nach einem kurzen steilen Stück sehr flach, was mir überhaupt nicht entgegen kommt», erklärt Zehnder. Gereicht hat es in den drei Quali-Riesenslalom-Durchgängen trotzdem. Drei Fahrerinnen fuhren um zwei Weltcup-Startplätze. «Weil Janine Schmitt nach einem Zwischenfall im ersten Lauf zu den weiteren Läufen gar nicht mehr antreten konnte, standen Jasmina Suter und ich vorzeitig als Teilnehmerinnen am Weltcupauftakt fest», so Shaienne Zehnder. Trotz dem ungeliebten Terrain hat die Athletin des Skiclubs Ahorn-Eriswil in den drei Testläufen nur wenig Zeit auf die 30-jährige A-Kader-Fahrerin Jasmina Suter, die bereits 35 Weltcupstarts im Riesenslalom aufweist, verloren.

Alles aufsaugen
«Ich reise mit ganz viel Vorfreude nach Sölden. Dort will ich einfach alles aufsaugen und wichtige Erfahrungen sammeln», sagt Shaienne Zehnder. Die Hoffnung auf einen Exploit ist klein. «In Sölden ist es speziell schwierig, mit hohen Startnummern nach vorne zu fahren. Die Piste lässt dermassen nach. Im Steilhang gibt es nur noch Schläge. Ein sauberes Fahren ist gar nicht mehr möglich, womit natürlich auch viel Zeit verloren geht», erklärt das Skitalent. «Ich werde vermutlich um die Startnummer 60 herum ins Rennen steigen und einfach versuchen, meine bestmögliche Leistung abzurufen. Die Klassierung steht nicht im Zentrum.»

Wohl kein weiteres Treffen mit dem Idol
Für die junge Athletin wird es bereits wertvoll sein, den ganzen Weltcup-Zirkus einmal von nahe zu erleben. Am Sonntag findet auf der gleichen Piste der Weltcupauftakt der Männer statt. Eine Gelegenheit für Shaienne Zehnder, ihr Idol Alexis Pinturault zu treffen. «Die Schwärmerei ist nicht mehr ganz gleich wie früher», lacht Zehnder. «Aber Alexis ist wegen seiner herausragenden Technik immer noch mein skifahrerisches Vorbild», präzisiert sie. Ob es am Sonntag zu einem Wiedersehen kommt – Shaienne Zehnder hat den Franzosen bei einem Flug ins Trainingslager nach Argentinien bereits kennengelernt –, ist noch unklar. «Am Sonntag werden wir bereits ins Süd­tirol zum Training weiter reisen. Wenn ich vom Männerrennen etwas sehe, dann bloss den ersten Lauf.» 

Fokus auf den Europacup
Nach dem Karriere-Meilenstein in Sölden konzentriert sich Shaienne Zehnder voll und ganz auf die vielen Europacup-Rennen, die im Dezember losgehen. «Ich will mich mit Europacup-Spitzenrängen für weitere Weltcupeinsätze aufdrängen.»  

Von Stefan Leuenberger